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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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(Fluchtversuch der Betty Bader aus der Strafanstalt St. Martin.)  Man meldet uns aus Schwaz: Am 20. des Monats um 6Uhr abends ist aus der Weiberstrafanstalt St. Martin die vom Schwurgericht Innsbruck wegen entschuldbarer Krida  und Warenverschlepp ung zu 18 Monaten Kerker verurteilte ehemalige Besitzerin des Hotels „Bayerischer Hof“ in Innsbruck, Betty Bader entsprungen, doch ist der Versuch missglückt. Sie sprang über die Mauer, verletzte sich aber am Fuß, so dass sie nur noch ein Stück weiter zu gehen vermochte. Da sie einsah, dass ihr unter solchen Umständen eine Flucht in nicht gelingen könne, hinkte sie wieder gegen die Anstalt zurück. Nicht weit von dieser wurde sie von Männern, die sie suchten, angetroffen. Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass es sich bei der Verletzung am Bein keinen Bruch, sondern nur um eine Muskel-und Sehnenszerrung handle. Die Gendarmerie, die von dem Vorfall sofort verständigt wurde, hatte bereits umfassende Vorkehrungen getroffen, so dass Betty Bader, selbst dann, wenn ihr kein Unfall zugestoßen wäre, nicht weit kommen hätte können
Entgegnung gemäß § 19 Pressgesetz in der Causa Luise Rutthofer: „ Es ist unrichtig, dass in der Strafanstalt St. Martin bei Schwaz den Sträflingen die Haare abgeschnitten werden, dass sich auch die Luise Rutthofer nach ihrer Ankunft die Haare hätte abschneiden lassen sollen, dass sich Luise Rutthofer gegen diese (angebliche) Prozedur gesträubt und das energische Zureden der Schwester Oberin mit einer Ohrfeige beantwortet habe, sowie, dass man der rabiaten Gefangenen die Haare dennoch abgeschnitten habe. Richtig ist vielmehr, dass die Luise Rutthofer in der Strafanstalt sehr liebevoll aufgenommen und nur nach Vorschrift der Hausordnung gerichtet wurde, sowie dass sich Luise Rutthofer bisher sehr anständig und sehr zur Zufriedenheit Aller benommen hat. K. k. Oberstaatsanwaltschaft, Innsbruck, am 3. Dezember 1906. Der k. k. Hofrat Dr. Pegger
Die Postdirektorswitwe Marte Thorun, welche bei der letzten Schwurgerichtssession wegen Verleitung zum Betrug durch Brandstiftungsversuch eine Strafe von drei Jahren erhielt, ist gestern vom Innsbrucker Landesgerichtsgebäude in die Weiberstrafanstalt St. Martin bei Schwaz transportiert worden. Frau Thorun verschmähte den üblichen Weg auf der Bahn und ließ sich mit Erlaubnis der Behörden und selbstverständlich auf eigene Kosten in einem Wagen nach Schwaz bringen
Die letzte Hinrichtung eines österreichischen Offiziers (1885, Honvedleutnant Julius Farkas)
(Todesfälle.) Vorgestern verschied in Hötting der k.k. Gefangenenaufseher Johann Schnitzler, der durch viele Jahre Gefangenenaufseher, „Eisenknecht“, wie es dazumal geheißen hat, im historischen Innsbrucker „Kräuterturm“ am Pfarrplatz war. Schnitzler war schon Gefangenenaufseher, als anno 1879 der letzte Delinquent in Innsbruck hingerichtet wurde
Der zu fünfzehn Jahren begnadigte Zugsführer Lanthaler befindet sich noch immer im Innsbrucker Garnisonsarrest; er soll demnächst nach Wöllersdorf überstellt werden
(Aufsehen erregende Flucht aus dem Kerker.) Zwei im Innsbrucker Gefangenenhaus internierte Sträflinge sind gestern, nachdem sie den zu ihrer Bewachung berufenen Aufseher niedergeschlagen hatten, aus dem Gefangenenhaus entwichen; sie wurden aber kurz nachher beide wieder eingefangen; s.a. 14.03.
Die beiden Ausbrecher aus dem Innsbrucker Gefangenenhaus vor Gericht. Johann Steininger, Mauerkirchen, und Anton Klotz, Telfs … Der Untersuchungshäftling Klotz wurde durch den Einsatz eines Polizeispitzels überführt … Gegen Aufseher wurden mehrere Hiebe gegen den Kopf geführt … Ein langes Sündenregister … Fünf Jahre Kerker für Klotz bzw. 1 ½ Jahre Zusatzstrafe für Steininger
Gerichtszeitung. (Schlecht betätigter Freiheitsdrang.) … Angela Florina Kofler war Ende November 1910 wegen ihres leichtfertigen Lebenswandels von der Vormundschaftsbehörde als Korrigendin in die Strafanstalt St. Martin bei Schwaz gebracht worden, in welcher sie bis zu ihrem vollendeten 20. Lebensjahr bleiben sollte. Mit dieser Freiheitsbeschränkung durchaus nicht einverstanden, versuchte die Kofler alles Mögliche, um die verhassten Mauern wieder verlassen zu können. Bald stellte sie sich wahnsinnig, blad verweigerte sie die Nahrungsaufnahme, dann drohte sie, sie werde „etwas aufführen“, denn lieber sitze sie im Kerker, als in der Besserungsanstalt
Vor einigen Tagen erschien unter dem Titel „Ein Jahr Kerkerhaft“ ein Buch, das den in nationalen Kreisen bekannten Schriftsteller Eduard Reichel zum Verfasser hat. Reichel, der in den Badenijahren wegen eines Epigrammes zum 70. Geburtstag des österreichischen Kaisers zu einem Jahre schweren Kerkers verurteilt wurde und diese Strafe im Innsbrucker Gefangenenhaus auch verbüßte, schildert hier in schlichter Weise seine Erinnerungen aus der damaligen Zeit und gibt einen Einblick in das Leben der österreichischen Gefangenenhäuser
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