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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Landeshauptstadt

In der Irrenabteilung des Innsbrucker Stadtspitals wurden im verflossenen Jahre 24 Männer und 14 Weiber aufgenommen; hiervon wurden geheilt 6 Männer und 3 Weiber, ungeheilt wurden entlassen 3 Männer und 2 Weiber; nach Hall überbracht 1 Mann und 2 Weiber; auf die medizinische Abteilung transferiert wurde ein Mann und ein Weib, gestorben sind 2 Männer und 2 Weiber, in der Abteilung verblieben sind 6 Männer und 2 Weiber. Die Todesursache war bei zweien Gehirnerweichung und bei zweien Säuferwahnsinn. Es ist überhaupt eine sehr betrübliche Erscheinung, dass der Säuferwahnsinn hier so häufig vorkommt. Von den im vorigen Jahr in der Irrenabteilung aufgenommenen 38 Individuen litten 7 Männer und 2 Weiber, also nahezu der vierte Theil an demselben. Nicht minder auffallend ist, dass die größte Mehrzahl der Leute, welche sich im Spital aufnehmen lassen, mit einem Rausche kommen, wodurch natürlich die Untersuchung der Kranken dem Arzt sehr erschwert wird. Nicht minder zählt zu den Unannehmlichkeiten eines Spitalsarztes hier, dass kleine sechsfüßige Ungeziefer, mit dem hier gar so viele ins Spital Aufzunehmenden behaftet sind.
Unterbringung für Geisteskranke im Stadtspital nur ein Provisorium; diese sollen in einem Trakt des Epidemiespitales übersiedeln, der an das Haslwanter´sche Haus grenzt
Tiroler Fragen … Der sozialdemokratischen Abgeordneten Josef Holzhammer über die Notwendigkeit der Erweiterung der neurologisch-psychiatrischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Innsbruck: … Wir haben in Innsbruck keine staatliche Krankenanstalt, sondern die Kliniken, welche sozusagen die praktischen Lehranstalten für Ärzte bilden, befinden sich im städtischen, öffentlichen Krankenhaus. Der Staat leistet zu den Kosten Teilbeiträge. Diese Kliniken sind all – besonders die chirurgische – ständig überfüllt und viele Hilfe suchende Kranke müssen wegen Platzmangels abgewiesen werden. Dieser Übelstand wird von der mittellosen Bevölkerung selbstredend als schwere Not empfunden und bildet eine ständige Klage, da für manche arme Kranke „Sein oder Nichtsein“ von der Aufnahme ins Krankenhaus abhängt. Unbeschreiblich traurig und geradezu trostlos sind nun die wegen Platzmangels eingetretenen Zustände in der neurologisch –psychiatrischen Klinik. In dieser Klinik, die im Jahre 1894 für 52 Betten eingerichtet wurde, werden nun durchschnittlich 70 bis 80 Kranke untergebracht, was nur mittels Errichtung von Notlagern und nur bei einer drückenden Überfüllung aller Räume und Gänge möglich ist … Dazu kommt noch das Entsetzliche, dass in diesen überfüllten Räumen Kinder und Erwachsene, gutartige und bösartige Geisteskranke zusammengedrängt werden, was für erstere eine wahre Pein und direkt lebensgefährlich ist. Eine entsprechende Überwachung dieser Kranken ist unter solchen Umständen unmöglich…