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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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In dieser Ausgabe werden drei Auführungen im k.k. Nationaltheater besprochen; unter anderem auch das Schauspiel „Mathilde“ von Bendix: „Die Darstellung der Titelrolle durch Fräulein Fielitz als drittes Debut entbehrte jeder Wärme und tieferen Auffassung. Wie glauben, dass diese Schauspielerin kaum im Stande sein dürfte, die Stelle einer ersten Liebhaberin auf unserer Bühne genügend auszufüllen. Eine durchaus unangenehme und störende Erscheinung war auch Herr Hurler als Kaufmann. Herr Fels muss sich etwas feinere Manieren zu eigen machen, der Naturbursche macht sich in allen seinen Darstellungen breit.
5. Vorstellung im 6. Abonnement: „Der Rehbock, oder: Die schuldlosen Schuldbewußten; Lustspiel in 3 Akten von August v. Kotzebue“
Von den von unserem genialen Maler Bartinger sämtlich neue gemalten Dekorationen muss der Preis der großen Ansicht des Schlosses Ambras mit Innsbruck im Hintergrunde zuerkannt werden, und es dürfte dieser Prospect für unser Nationaltheater als Vorderkourtine eine sehr glückliche Aquisition abgeben.
Das Dilettantentheater in Kitzbühel hat ausgesuchte Stücke in Bereitschaft, vorzüglich in den Sommermonaten, in denen Se. Durchlaucht unser geliebter Fürst von Lamberg mit hochdessen Gattin und seinem frischen Prinzen in seinem hiesigen Ritterschlosse Kapsburg residieren wird.
Im k.k. Nationaltheater wird das Trauerspiel „Graf Essex“ von Heinrich Laube gegegeben. Fortwährend erregt dieses Stück in Wien noch immer die größte Sensation, da die Wirkung desselben eine mächtige sein soll; s.a. 07.03. und die Kritik am 10. u. 11. 03. „Essex ist weder ein großartiger Charakter, noch spricht sich in der Handlung des Dramas eine durchgreifende höhere Idee aus“ [] Herr Langer gab den Essex. Sein Spiel war kräftig, sicher, ebenso reich an Würde als an Gefühl; Frl. Müller wurde als Benefiziantin mit Kränzen empfangen, das schreiende Betonen einzelner Wörter fanden wir wie immer
Vorstellung im k.k. Nationaltheater: „Die Rache der Mulattin“. Ob dieses Stück zu etwas anderem geeignet war, als um eine möglichst grauenhafte Erinnerung an das Repertoire der nun vorübergehenden Saison zu hinterlassen, mag dahingestellt bleiben. [] Es ist wirklich nicht zu verlangen, dass dieselbe Direktion auch im kommender Saison uns Innsbrucker zu Liebe sich wiederholt solchen Opfern aussetzen soll (Anspielung auf die behaupteten Mindereinnahmen)
Von vielen Opernfreunden wurde der Wunsch nach Aufführung der hier so beliebten Oper „Norma“ von Belini ausgesprochen. Diesem Wunsche wird morgen bereitwillig entsproechen und wir bemerken mit Vergnügen, dass Hr. Barolucci den Part des Orovist zu singen übernommen hat; Frau Gavetti-Rigiani singt die Norma, Hr. Giorgetti den Proconsul und Signora Fonranesi die Adalgise; s.a. die Absage wg. eines Todesfalles 06.05.; s.a. 10.05. die genannte Operngesellschaft aus Mailand gibt Bellinis Oper „Die Puritaner“; 17.05. Die vorletzte Oper dieser Saison, Donizettis „Maria von Rohan“ wird heute aufgeführt werden
Durch die Wahl der Oper "Norma" und durch die Weise, wie Frau Gavettii-Regiani diese höchst anstrengende Titelpartie durchführte, hat selbe gezeigt, dass es ihr ernstlich darum zu tun war, ihren künstlerischen Ruf vor dem Publikum wieder, und zwar ganz ehrenvoll herzustellen.
Heute Pfingstmontag wurde bekanntlich das Tagestheater nächst dem Gasthause zum Rössl in der Au wieder erföffnet. Überrascht wurde das dichtgedrängt anwesende Publikum durch einen neuen, kunstvoll vom Herrn Historienmaler Eduard aus Wien gemalten Vorhang, welcher von einem Theile des Schlosses Ambras, dessen ehemalige Bewohner Erzherzog Ferdinand, dessen Gemahlin Philippine Welser und deren beide Söhne, sowie den im Jünglingsalter dort als Page bedienstet gewesene Page Wallenstein, in einer künstlerisch geordneten Gruppe darstellt, welche am besten von der Mitte und im Hintergrund des Zuschauerraumes gesehen und ihrem Kunstwerthe gemäß beurtheilt werden kann.
Die gestrige „Abendunterhaltung“ im hiesigen Nationaltheater war sehr spärlich besucht. Falls Madame Rosner nicht im Stande ist, in kommender Saison eine in allen Fächern vollkommen befriedigend besetzte Gesellschaft zu führen, so dürfte sich ein trauriges Ende unserer nächsten Theaterzukunft wohl ohne große Prophetengabe vorhersehen lassen
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