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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Über die theatralische Zukunft in Innsbruck sind noch keinerlei sichere Anhaltspunkte bekannt, nur so viel ist bekannt, dass sich drei oder vier Competenten (darunter Hr. Wilhelm Lippert) um das k.k. Nationaltheater bewerben.
Wie wir vernehem, hat der ehemalige Theater-Direktor von Marburg, Herr Lutz, die Konzession des hiesigen k.k. Nationaltheaters auf 3 Jahre erhalten. Demselben geht als gewesener Führer mehrerer Theaterinstitute in Österreich und Böhmen der vortheilhafte Ruf eines reellen und tüchtigen Geschäftsmannes voraus.
Die Saison des hiesigen k.k. Nationaltheaters soll mit dem 16. k. M. beginnen. Von der Geschäftstüchtigkeit und Ehrenhaftigkeit des neuen Herrn Direktors Roll lässt sich das Zustandekommen einer für alle Fächer des Schau- und Lustspiels wie der Gesangsposse vollkommend entsprechend bestzten Theatergesellschaft mit allem Grund erwarten.
Die Theatersaison soll schon nächsten Sonntag eröffnet werde; womit ist noch nicht bestimmt. Unter den bereits hier angekommenen Mitgliedern bemerken wir das Fräulein Lingg (Lokalsängerin) und die Herren Göppel und Blasel (letzterer Gesangskomiker für das sog. Nestroy´sche Fach), denen ein vorteilhafter Ruf vorausgeht. Auch ist es erfreulich zu vernehmen, dass Herr Direktor Roll seit Jahren dafür bekannt und geschätzt ist, dass er keine Kosten scheue, die werthvollsten Novitäten stets gleich nach ihrem Erscheinen für die seiner Leitung unterstehenden Bühnen zu acquirieren.
Direktor Roll engagiert für das k.k. Nationaltheater einen Balletmeister und einen ersten Solotänzer und schon im Frühjahr soll hier wieder eine deutsche Operngesellschaft Aktion sein
Gestern wurde die Theatersaison mit Langer´s: „Ein Wiener Freiwilliger“ eröffnet. Die Aufführung dieses österreichischen Volksstückes kann eine durchaus befriedigende genannt werden. Namentlich Herr Basel wurde vielemale auf die Bühne gerufen und mit stürmischem Beifall belohnt.. Heute steht das Debüt des Fräulein Kolber als Solotänzerin und des Herrn Balettmeisters Winkler auf dem Programm; denselben eilt aus Graz ein schmeichelhafter Ruf voraus (siehe Bericht vom folgenden Tag)
Aufführung am 28.09.1856 im k.k. Nationaltheater: „Die Bettler von London, oder: Ein Ball in den Grabgewölben von St. Thomas“ - romantisches Charaktergemälde in 5 Tableaux von C. R. Blum)
Über die gestrige Aufführung von Schillers „Kabale und Liebe“ können wir unsere Beurtheilung dahin abgeben, dass wir seit Jahren hier keine bessere Lady Milford sahen, als die gestern von Frl. Fleischmann dargestellte, dass Hr. Sallmayer (als Sekretär Wurm) Vorzügliches leistete, sowie Hr. Pittmann und Frau Hils (Musikus und Frau) verdienstlich mitwirkten (weitere Nennungen: Frl. v. Sennitzer, Hr. Apel, Hr. Böck). Der „Mann des Erbarmens“, Hofmarschall v. Kalb, vermochte von Hrn. Mack zu bescheiden gegeben, nur in der Scene des 4. Aktes mit dem Major durchzudringen.
Neu im k.k. Nationaltheater : „ Die Jagd nach dem Strohhute oder: Fatalitäten an dem Verlobungstage; Burleske mit Gesang in 3 Acten von Karl Juin.
Zum Thema k.k. Nationaltheater: „Wenn neue große Bühnenwerke in allen Theilen befriedigend gegeben werden sollen, so müßte zwischen der Austheilung und dem Tage der Aufführung mindestens ein Zeitraum von 14 Tagen verfließen und eifrig benützt werden. Ein solches Bühnenwerk - Graf Essex von Laube - wurde hier vor fünf Tagen den Mitgliedern, denen es großentheils noch ganz neu war, ausgetheilt, und gestern schon fand die Aufführung statt. Dass solche nicht durchwegs befriedigend ausfallen konnte, versteht sich von selbst; doch wurde, von den Trägern der Hauptrollen wenigstens, das Mögliche geleistet, ja Frl. Fleischmann, Hr. Pittmann und die Frl. Gresbach und v. Sennitzer ließen wenig zu wünschen übrig.“
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