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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Panzendorf bei Sillian: Selbstmord mit Stemmeisen
Unfall und Selbstmord im Zillertal (Haslach bei Zell und Gerlos)
Es wird hiermit bekannt gegeben, dass Adolf Hewer (wohnhaft Haus Nr. 513) als Leichenwärter, und Elise Rava (wohnhaft Haus Nr. 436) als Leichenwärterin für den Bezirk der St. Jakobs-Pfarrkirche bestellt wurden.
Einen grässlichenSelbstmordversuch hat Mittwoch in Hopfgarten eine 26jährige Dienstmagd, die schon seit Langem an tiefer Schwermuth litt, gemacht, indem sie sich mit einem großen Stein ein starkes Küchenmesser in Mitten der Stirne und in gerader Richtung durch Stirn, Bein und Gehirn 3 Zoll tief einschlug, nachdem sie sich noch früher 20 Stichwunden in der Stirnhaut beigebracht hatte. Vormittags war die Magd vermisst worden, aber abends fand man sie zufällig in einem verschlossenen Gewölbe in ihrem Blute auf der Brust liegend und bei Bewußtsein, den Kopf theilweise auf das Messer gestützt, das mit ziemlicher Anstrengung aus der Wunde gezogen werden musste. Auf dem Boden lagen einige Papierzettel, auf die sie Tags voher mit Bleistift ihre letzten Seufzer geschrieben hatte. Der Zustand der Unglücklichen ist den Umständen gemäß. Trotz eingetretener Gehirn-Entzündung kehrt das Bewusstsein zeitweilig zurück
Der tote Körper eines in den Sillkanal gefallenen Mädchens wird zuletzt beim Reiter´schen Haus in der Meinhardstraße schwimmend gesehen
Beim Bärenwirth in Höttung wurde ein Zechbruder, der den übrigen Gästen durch sein Schreien höchst unangenehm wurde, aus dem Lokal expediert und in einen leeren Schweinestall gesperrt. Als man dieses eigenthümliche Schlafzimmer am nächsten Tag öffnete, wurder der Eingesprerrte todt am Boden liegend gefunden. Ein Stickfluss mochte seinem Leben ein Ende gesetzt haben; s.a. 22.07. und 23.07.
Begräbnis des Magistratsrates, Handelsmannes und Hausbesitzers Josef Stotter
Wie bekannt, hat sich kürzlich in Leutasch ein Bauernbursche erhängt (Anm. Am 10.06. wird noch Erschießen als Todesursache angegeben). Da es mit den geistigen Fähigkeiten desselben schlecht bestellt war, weigerte sich der Kurat nicht, die Leiche auf dem Friedhof beerdigen zu lassen, wohl aber tat dies der Totengräber, indem er als Grund hierfür anführte, es nütze doch nichts, weil die „armen Seelen“ der übrigen im Friedhof begrabenen die Leiche eines Selbstmörders neben sich nicht dulden und sie wieder herausreißen werden. Als Beweis hiefür diene, dass auch die Leiche eines vor ein paar Jahren daselbst beerdigten Selbstmörders nicht mehr im Grabe liege. Das betreffende Grab wurde in Folge dessen geöffnet und richtig, im Sarge lagen statt der Leiche – Hobelspäne. Was mit der Leiche geschah, wird die eingeleitete gerichtliche Untersuchung ergeben. In Leutasch verschwindet die Leiche eines Selbstmörders
In Graz wird eine originelle Todesanzeige ausgetragen. Der Verfasser derselben ist der Verstorbene selbst, der konfessionslose Privatier Emanuel Kolisko, der gestern aus dem Leben geschienden. Die gedruckte Todesanzeige lautet wörtlich:: „Es hat dem Universum gefallen, seinen Zellenhaufen Emanuel Kolisko am 7. Oktober 1873 abzustreifen und der Metarmorphose anheimzustellen. Mögen die aufgelösten Urstoffe so lange keine Ruhe haben, bis sie sich zu einer höheren organischen Form verbinden, in der die Vernunft wieder Herrscherin werden kann.“
Den in der jüngsten Zeit, nämlich erst in der verflossene Woche in Österreich vorgekommenen 3 Fällen von Begräbnissen ohne geistliche Assistenz – des Barons Weichs in Linz, des Spazapppn in Wippach und des Knechtes Iganz Innwinkl in Lienz – hat sich nun ein vierter Fall angereiht. Der bei dem Brande im Schöpfer´schen Hause am Donnerstag verunglückte Pharmazeut Georg Schmid (Schmitt), ein gebürtiger Bayer, hatte auf seinem Totenbette den geistlichen Beistand abgelehnt. In Folge dessen hielt sich der Herr Dekan verpflichtet die geistliche Assistenz beim Begräbnisse zu verweigern, und auch der hier weilende Fürstbischof von Brixen, an dem sich der Herr Dekan wandte, gab die Erlaubnis nicht. So musste denn das Leichenbegängnis ohne Intervention eines Geistlichen stattfinden und wurde auf gestern 1/2 5 Uhr anberaumt, da in den früher ausgegebenen Partezetteln die Stunde des Begräbnisses auf 3 Uhr angesetzt war und eine Abänderung durch die Zeitungen gestern nicht möglich war, geschah selbe durch eingen an den Straßenecken angeschlagene Partezettel. Zur gleichen Stunde fanden sich dann auch die Freunde und Bekannten des Dahingeschiedenen, sowie eine sehr große Menge anderer an dem Unglücke desselben theilnehmenden Leute beiderlei Geschlechts und aus allen Ständen ein, um denselben die letzte Ehre zu erweisen. Dichtgedrängt standen auch…
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