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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Reklame: Grabmonumente und Grabkreuze von Vinzenz Zalud; Leichenbestattungs-Anstalt des Alois Pirchner (Bilder)
Die Drillinge, von denen wir in der letzten Freitag Nummer berichteten, sind bereits gestorben. Am Freitage strömte Alles in Bozen der Leichenkapelle zu, wo die winzigen Kindlein vereint Arm in Arm umschlungen auf dem Leichenbette lagen. Die hohe Pathin, Frau Baronin v. Waideck, trug alle Sorge für die schöne Aufbahrung und das Leichenbegängnis und hat der armen Wöchnerin in der menschenfreudlichsten Auffassung ihrer Pathenpflicht wiederholte Besuche abgestattet und sich immerfort von dem Befinden der Kleinen unterrichten lassen, bis das geringe Maß von Lebenskraft in den schwächlichen Körperchen verglimmte.
Gestern morgens soll im Völserwalde auf dem nach Sellrain führenden Weg außerhalb der sogenannten schwarzen Kreuzkapelle im Gemeinderayon von Völs die Leiche eines sterbenden Menschen (der „Tafel Lois“ aus Grinzens) am Rande der Straße im Schnee liegend angetroffen worden sein; s.a. 16.12.
Josef Peterlongos Leichenbegängnis: Gestern nachmittags bewegte sich ein Leichenzug so groß, wie selten einer dahier, von der Maria Theresienstraße aus auf den städtischen Friedhof. Dem mit Kränzen und Schleifen überschütteten Leichenwagen, der von Mitgliedern des Veteranenvereins zu beiden Seiten begleitet wurde, folgten Se. Excellenz der Herr Landeskommandierende FML Graf Thun, und – in großer Anzahl – Offiziere der Armee, der Reserve und der Landwehr der verschiedensten Waffengattungen, weiters die Einjährig Freiwilligen des Kaiserjäger-Regiments, eine Abtheilung des Inft. Reg. Maroicic und eine lange Reihe von der Civilbevölkerung unserer Stadt. Sie alle gaben dem zu Gries bei Bozen an den Folgen der Strapazen des vorjärhigen Feldzuges verstorbenen Einjährigen Freiwilligen des Kaiserjäger-Regimensts und absolvierten Ober-Realschüler Josef Peterlongo das Geleite zur letzten Ruhestätte. Peterlongo war am 9. August v. Jahres zu seinem Bataillon eingerückt, als es 3 Stunden südlich von Mostar im großen Lager bei Buna lag; am 17. desselben Monats kämpfte er bei Cernice und am 21. bei Kremenaz. Hieraus machte er vom 20. September an die mit den größten Entbehrungen verbundene Belagerung der Feste Klobuk mit und als diese am 27. September verlassen wurde, nahme er noch am anstrengenden Marsche nach Trebinje theil. Doch auf diesem Weg erlag endlich die moralische Kraft,…
In Amras hat ein als gewaltthätiger Trunkenbold bekannter lediger Bauernsohn seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Zur Vornahme der Tat bemühte er einen Stuhl, welchen ern nachdem er den Kopf in die Schlinge gesteckt hatte, umgeworfen haben muss. Aller Wahrscheinlichkeit nach machte er nach geschehener Tat noch Rettungsversuche, denn er war mit der linken Hand hinter die Schlinge gefahren, welche etwas aufgzogen war.
Bürgermeister Dr. Dinter gibt in der Gemeinderaths-Sitzung vom 17. Juli unter tiefstem Bedauern bekannt, dass der städtische Turnlehrer Franz Thurner, ein allbeliebter, vortrefflicher Mann von echtem deutschen Schrott und Korn, dahingeschieden sei. GR Dannhauser stellt den Dringlichkeitsantrag, der Leiche des Dahingeschiedenen, der sich um die Stadt vielfache Verdienste erworben hat, in einer jener Grüfte des städtischen Friedhofes eine Ruhestätte zu gewähren, die zur Aufnahme solcher Bürger geschaffen sei; s.a. 20.06. „Das Leichenbegängnis Thurners war ein ergreifendes. Die Zöglinge der Frauen Urslulininnen, dann die Schüler der gesamten pädagogischen Anstalt, die Schüler der Oberrealschule und des Staatsgymnasiums und deren Lehrkörper, die ganze freiwillige Feuerwehr von Innsbruck und ihre Musikbande nebst den Feuerwehren der Ortschaften aus der nächsten Umgebung, zahlreichen Deputationen der verschiedenen Feuerwehren aus dem Gauverbande Tirol, der Turnverein von Innsbruck und Deputationen mancher vaterländischen Turnvereine, der Stadtmagistrat und der Gemeinderath von Innsbruck, dann eine fast endlose Reihe von Bekannten, Freunden und ehemaligen Schülern und Schülerinnen aus allen Schichten und Ständen der Bevölkerung gaben dem Verblichenen das Ehrengeleite. Der Kondukt der Leichenbestattungsanstalt des Herrn Alois Pircher verlieh dem schön geordneten Leichenzuge ein glänzendes Gepränge. Eine Menge von Kränzen mit seidenen Schleifen und den Inschriften der Widmung bedeckten den Sarg und überkrönten den…
Gestern abends fiel ein Hausknecht in der Steiner´schen Essigfabrik in Wilten in berauschtem Zustand in den Sillkanal und ertrank. Seine Leiche wurde bei der Engelmühle geborgen.
Ein unter den Viaduktbögen in Dreiheiligen wohnhafter Hadernhändler wird in der Kohlstadt mit einem Kopfschuss tot aufgefunden (Einschuss linke Schläfenseite, Schmauchspuren auf der rechten Hand; die überlebenden Glieder der Familie des Toten werden wegen der kurz vorher von der Frau ausgestoßenen Morddrohungen vorsorglich in Haft genommen); Prozess gegen die Gattin, siehe Bericht vom 13.02.1880: die Angeklagte fasst 5 Jahre schweren Kerker aus, weil sie ihren Gatten in den Tod getrieben hat (!); am 18.02.1880 wird die Verhaftung des Oberjägers M. gemeldet; er wird vom Sohn des Verstorbenen bezichtigt, den Vater ermordet zu haben; s.a. 20.02. (Verhaftung nur ein Gerücht, der Beschuldigte hat hieb- und stichfestes Alibi)
Das Leichenbegängnis des Nestors der tirolischen Ärzte, des 93.jährigen Stadt-Physikus Dr. Franz v. Wocher zu Oberlochau und Hausen, fand gestern nachmittags in gebührend feierlicher Weise auf dem städtischen Friedhof statt. Dr. Wocher wurde am 30. Oktober 1787 im sogenannten Engelhaus in Innsbruck geboren. Er war der Sohn des k.k. Hauptmannes Max v. Wocher. Seine medizinischen Studien beendigte er in Innsbruck, nachdem er in München einige Zeit hiefür verwendet hatte. Er war der letzte Mediziner an der hiesigen Universität, der vor Aufhebung der medizinischen Fakultät im Jahre 1810 noch zum Doktor der Medizin promoviert wurde. Im Jahre 1829 übersiedelte er nach Hall und schon nach 2 Jahren in seine Vaterstadt Innsbruck, wo er sich als praktischer Arzt niederließ. Im Jahre 1839 wurde er für den Stadttheil jenseits des Inn zum Stadt-Physikus ernannt. In der menschenfreundlichesten und hilfreichsten Weise hat er durch mehr als ein Menschenalter bis auf die letzten Jahre, wo das hohe Alter seine rüstige Kraft brach, die nicht beneidenswerthe Stelle eines Stadt-Physikus in der verdienstvollen Weise versehen. Ein ergreifender Moment war es, als unter den Klängen eines Chorals, der von einer Abtheilun gder Feuerwehrmusikbande geblasen wurde, die alte ehrwürdige Schützenfahren sich über die Gruft senkte, in welche der Sarg…
Das Leichenbegängnis des Rektors des Jesuiten-Kollegiums fand gestern, wenn auch in prunkloser, so doch in seiner ernsten und großartigen Einfachheit in der erhebendsten Weise statt. Der verstorbene Graf Kalr Mohr ist zu Latsch geboren im Jahre 1842. Nach Absolvierung der Gymnasial- und juridischen Studien trat er in Staatsdienste und lebte dann auf seinen Gütern bei Meran. Nach dem Tode seiner Gemahlin, Gräfin Sarnthein, fasst er den Entschluss die Welt zu verlassen und trotz des vorgerückten Alters in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Sein einziges Töchterlein, Komtesse Maria, übergab er seinem intimen Freunde Paul Giiovanelli. Im Jahre 1863 feierte er in Meran seine Primiz. Vor etwa zwei Jahren wurde Mohr zum Rektor des hiesigen Kollegiums ernannt. Die letzten Jahre war er etwas kränklich. Mit diesem Todfalle ist der letzte aus dem Geschlechte der Grafen Mohr verschieden.
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