Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates

Frauenstraf- und Besserungsanstalt St. Martin

Dem Vernehmen nach sollen im Laufe dieses Jahres die weiblichen Sträflinge aus dem hiesigen Provinzial-Strafarbeitshaus nach St. Martin bei Schwaz, die nämlichen dagegen in das zum Landes-Strafarbeitshaus herzustellende Schloss Rotholz übersiedelt, und das hiesige Gebäude verkauft werden.
Das Zwangsarbeiterhaus in Schwaz bestand vom Jahre 1826 bis 1855, in welchem Jahre ohne Einvernehmen mit der Landschaft von der Regierung die männlichen Zwänglinge in das Strafhaus nach Innsbruck und aus demselben die weiblichen Sträflinge in das Schwazer Zwangsarbeiterhaus und unter Obhut der Barmherzigen Schwestern versetzt wurden.
Die Strafanstalt Schwaz. Im Jahre 1855 hat die Staatsverwaltung ohne Zustimmung des Landesausschusswesers das Zwangarbeitshaus in Schwaz in Besitz genommen, aus dieser dem Lande gehörigen Anstalt eine Straf- und Besserungsanstalt für weibliche Sträflinge gemacht, mit den barmherzigen Schwestern einen bis 1. August 1865 laufenden Vertrag abgeschlossen und ihnen alles für sie verwendbare Mobiliar übergeben. Dieses eigenmächtige, die Rechte des Landes schwer verletzenden Vorgehen (so zu lesen in der General-Correspondenz“ hat im Lande umsomehr böses Blut gemacht, als demselben daraus große Auslagen erwuchsen. Die Landtage der Jahre 1863 und 1864 haben sich lebhaft mit dieser Frage beschäftigt und es fielen dabei sehr kräftige Worte. Der Beschluss, den der Landtag damals fasste und welcher darafu hinausging, dass die Regierung die Mehrauslagen seit 1. August 1855 zu zwei Drittlen vergüte und die Anstalt in gutem Zustand zurückgebe, falls der Kontrakt nicht auf diesen nämlichen Grundsätzen erneuert würde, ist nun vom Staatsministerium im Sinne des Landtagsbeschlusses erledigt worden. Auch die vom Landes-Ausschusse verlangte Modifikation des Vertrages mit den barmherzigen Schwestern wurde zugestanden.
Die weibliche Straf- und Besserungsanstalt in Schwaz erhält Zuwachs an unfreiwilligen Pensionärinnen. Das Justizministerium hat nämlich verfügt, dass die vom Klagenfurter Landesgerichte zu einer mehr als einjährigen Kerkerstrafe verurtheilten weiblichen Individuen deutscher Zunge statt wie bisher nach Lankowitz in die Strafanstalt zu Schwaz in Tirol abzuliefern sind. Auch von anderen Gerichtshöfen des Grazer Oberlandesgerichtssprengels können solche weiblichen Sträflinge nach Schwaz abegegeben werden, wenn Lankowitz überfüllt ist.
Feier in der weiblichen Strafanstalt St. Martin in Schwaz anlässlich des 80. Geburtstages der Frau Oberin Philiberta Spiel
Luise Rutthofer wurde heute früh mit dem Zug um 7 Uhr 19 Minuten in die Strafanstalt nach Schwaz gebracht. Sie wurde vom Kerkermeister Offizial Bailom sowie einem in Zivil gekleideten Gefangenenaufseher begleitet. Auf dem Weg durch die Stadt wurde Luise Rutthofer erkannt, bis zum Bahnhof hatte der Transport daher eine große Gefolgschaft von Neugierigen
(Fluchtversuch der Betty Bader aus der Strafanstalt St. Martin.)  Man meldet uns aus Schwaz: Am 20. des Monats um 6Uhr abends ist aus der Weiberstrafanstalt St. Martin die vom Schwurgericht Innsbruck wegen entschuldbarer Krida  und Warenverschlepp ung zu 18 Monaten Kerker verurteilte ehemalige Besitzerin des Hotels „Bayerischer Hof“ in Innsbruck, Betty Bader entsprungen, doch ist der Versuch missglückt. Sie sprang über die Mauer, verletzte sich aber am Fuß, so dass sie nur noch ein Stück weiter zu gehen vermochte. Da sie einsah, dass ihr unter solchen Umständen eine Flucht in nicht gelingen könne, hinkte sie wieder gegen die Anstalt zurück. Nicht weit von dieser wurde sie von Männern, die sie suchten, angetroffen. Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass es sich bei der Verletzung am Bein keinen Bruch, sondern nur um eine Muskel-und Sehnenszerrung handle. Die Gendarmerie, die von dem Vorfall sofort verständigt wurde, hatte bereits umfassende Vorkehrungen getroffen, so dass Betty Bader, selbst dann, wenn ihr kein Unfall zugestoßen wäre, nicht weit kommen hätte können
Entgegnung gemäß § 19 Pressgesetz in der Causa Luise Rutthofer: „ Es ist unrichtig, dass in der Strafanstalt St. Martin bei Schwaz den Sträflingen die Haare abgeschnitten werden, dass sich auch die Luise Rutthofer nach ihrer Ankunft die Haare hätte abschneiden lassen sollen, dass sich Luise Rutthofer gegen diese (angebliche) Prozedur gesträubt und das energische Zureden der Schwester Oberin mit einer Ohrfeige beantwortet habe, sowie, dass man der rabiaten Gefangenen die Haare dennoch abgeschnitten habe. Richtig ist vielmehr, dass die Luise Rutthofer in der Strafanstalt sehr liebevoll aufgenommen und nur nach Vorschrift der Hausordnung gerichtet wurde, sowie dass sich Luise Rutthofer bisher sehr anständig und sehr zur Zufriedenheit Aller benommen hat. K. k. Oberstaatsanwaltschaft, Innsbruck, am 3. Dezember 1906. Der k. k. Hofrat Dr. Pegger
Die Postdirektorswitwe Marte Thorun, welche bei der letzten Schwurgerichtssession wegen Verleitung zum Betrug durch Brandstiftungsversuch eine Strafe von drei Jahren erhielt, ist gestern vom Innsbrucker Landesgerichtsgebäude in die Weiberstrafanstalt St. Martin bei Schwaz transportiert worden. Frau Thorun verschmähte den üblichen Weg auf der Bahn und ließ sich mit Erlaubnis der Behörden und selbstverständlich auf eigene Kosten in einem Wagen nach Schwaz bringen
Gerichtszeitung. (Schlecht betätigter Freiheitsdrang.) … Angela Florina Kofler war Ende November 1910 wegen ihres leichtfertigen Lebenswandels von der Vormundschaftsbehörde als Korrigendin in die Strafanstalt St. Martin bei Schwaz gebracht worden, in welcher sie bis zu ihrem vollendeten 20. Lebensjahr bleiben sollte. Mit dieser Freiheitsbeschränkung durchaus nicht einverstanden, versuchte die Kofler alles Mögliche, um die verhassten Mauern wieder verlassen zu können. Bald stellte sie sich wahnsinnig, blad verweigerte sie die Nahrungsaufnahme, dann drohte sie, sie werde „etwas aufführen“, denn lieber sitze sie im Kerker, als in der Besserungsanstalt
« StartZurück12WeiterEnde »
Seite 1 von 2