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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Am 6. d. Mts. ist in Brixen der hochw. Herr Georg Tinkhauser, Regens des Kassianeums in Brixen, Konservator der Kommission zur Erhaltung der Baudenkmale, bekannter Geschichtsforscher und Verfasser der (später von Rapp vollendeten) „Beschreibung der Diözese Brixen“ verstorben
Personalstand der Universität Innsbruck: 1) An der theologischen Fakultät wirken 8 ordentliche und 1 außerordentlicher; 2) an der juridischen 8 ordentliche und 2 außerordentliche Professoren, 3 Supplenten, 1 Privatdozent und 1 Dozent; 3) an der medizinischen 10 ordentliche und 2 außerordentliche Professoren, 1 Privatdozent, 7 Assistenten (Schulhebamme und Diener); 4.) an der philosophischen 16 ordentliche und 1 außerordentlicher, 2 Privatdozenten, 1 Assistent und 3 Lehrer (Diener). Die Universitätskanzlei besteht aus 2 Beamten und 1 Diurnisten, 2 Portiers und 1 Pedell. Für die Universitätsbibliothek bestehen 4 Beamte und 2 Diener. An den vier Fakultäten wirken somit 42 ordentliche und 6 außerordentliche öffentliche Professoren, 4 Privatdozenten, 1 Dozent, 8 Assistenten und 3 Lehrer.
Die Universität in Innsbruck nimmt unter den 20 Universitäten Deutsch-Österreichs, Deutschlands und der Schweiz bezüglich der Anzahl der für den Sommer-Semester 1873 inskribierten Studenten mit 663 Studenten den 14. Platz ein. Die frequentierteste Universität ist Wien mit 3.756 Studenten.
Der Professor der Paläographie und Diplomatik an dieser Hochschule, Herr Dr. K. Fr. Stumpf, hat einen Ruf an die Universität nach Bonn, als auch nach Wien erhalten, beide aber gleich ehrenvolle Einladungen abgelehnt. Der Professor des Staatsrechtes dahier, Herr Dr. K. Th. Von Inama-Sternegg, wird unsere Universität verlassen, um der Berufung an die Hochschule nach Wien zu folgen
Endlich ist die Jesuitenfrage an hiesiger Universität, die so viel Staub aufgewirbelt hat, erledigt. Durch soeben erfolgte kaiserliche Entschließung wird dem bestehenden Gesetze Rechnung getragen, das Privileg der Jesuiten, die theologische Fakultät mit Lehrern zu besetzen, hört auf, die theologischen Professuren sind jedem geeigneten Professor der Theologie zugänglich. Die Professoren werden wie alle übrigen von der Regierung ernannt. Die gegenwärtig die Lehrstühle innehabenden Jesuiten werden mit Staatsbesoldungen von jährlich 1.050 fl. als ordentliche oder außerordentliche öffentliche Professoren angestellt. Fügen sich die Jesuiten – und es ist daran kaum zu zweifeln – so werden sie noch eine zeitlang im Besitze der Universität bleiben, doch ist letztere nicht mehr ihr ausschließliches Dominium.
Die 3.000 Bände starke medizinische Bibliothek des Gubernialrates Dr. Johann von Erhart wird von den Söhnen des Verstorbenen der Universitätsbibliothek überlassen.
Die Jesuitenfrage an der Universität ist nun definitiv gelöst, indem die Mitglieder der hiesigen theologischen Fakultät zu ordentlichen Professoren ernannt wurden; (s.a. 28.11.)
Gegen Ende des Jahres 1871 hat die Universitätsbibliothek Innbruck abgesehen von Manuskripten und Inkunablen 58.530 Bücher (sie ist damit die Universität mit den zweitwenigsten Büchern in der Monarchie, nur Lemberg hat um 4000 Bände weniger)
Die Lösung der Preisfragen, die alljährlich an die vier Fakultäten der Universität hinausgegeben werden, wurden heuer von folgenden Herren geliefert : An der theologischen Fakultät von Herrn Anton Plasseler aus Innsbruck, an der medizinischen von Herrn Anton Posch aus St. Martin in Enneberg, an der philosophischen Fakultät von Herrn Josef Schuchter aus Roppen. An die Lösung der juristischen Preisfrage machte sich niemand
Prof. Dr. Karl Rokitansky, der gefeierte Heros der pathologischen Antatomie feierte, wie bereits gemeldet, am 19. d. Mts. sein 70. Geburtstagsfest. Als Vertreter der Innsbrucker Universität begaben sich die Herren Professoren Rektor Dr. Ullmann, Reg. Rath Dr. Dantscher, Dr. Mauthner und Dr. Schrott nach Wien. Dr. Ullmann dankte für Rokitansky´s Verdientst um die Errichtung der hiesigen medizinischen Fakultät. Der Kaiser zeichnete den Jubilar durch Verleihung des Kommandeuerkreuzes des Leopold-Ordens aus.
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