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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Theologische Fakultät

Die Universität Innsbruck wird wegen der fehlenden Fakultäten Theologie und Medizin auch die „heil- und gottlose“ genannt. Nunmehr ist die theologische Fakultät den PP. Jesuiten übergeben und der Vertrag ist mit ihnen entgiltig abgeschlossen. Die neue theologische Fakultät in Innsbruck soll die Stelle eines höheren Bildungs-Instituts für theologische Wissenschaft vertreten, indem das Hausstudium im Seminar zu Brixen mit seinen vier Kirchen zur Ausbildung für die praktische Seelsorge dort und so verbleibt, wie es früher bestand. Während dieser Umgestaltung unserer Hochschule beklagt man allgemein die Berufung des Dr. Schenach, Verfasser des Systems des concreten Monismus, an die Wiener Universität. Die Lehrkanzel desselben suppliert gegenwärtig Dr. Wildauer, ein sehr fähiger junger Mann und eifriger Anhänger Schenachs, vormals ein trefflicher Lehrer der Philologie am akademischen Gymnasium in Innsbruck; s.a. 23.05., wonach die Meldung vom Vertragsabschluss als verfrüht erscheint
Durch a.h. Entschließung vom 4. November d. Js. haben Se. k.k. apostol. Majestät die Errichtung einer theologischen Fakultät in Innsbruck und die Übertragung dieser Universität an den Jesuitenorden zu bewilligen geruht. Das Personal besteht vorläufig aus folgenden Patres.
Gestern abends verstarb zu Mühlau der Kirchenrechtslehrer Baron v. Moy im 68 Lebensjahr. In seinem Fache, dem katholischen Kirchenrecht, galt er als eine der ersten Celebritäten; s.a. 05.08.
30 Landtagsabgeordnete überbrachten eine Interpellation an den Vertreter der hohen Regierung, worin sie die Verfügung der Letztern in Betreff der heurigen Wahl des Rector magnificus mit Umgehung der theologischen Facultät als einen ungesetzlichen Akt der Regierung, als eine unberechtigte und beleidigende Verletzung der religiösen Gefühle des Landes und als ein Eingriff in die Rechte des Landtages bezeichnen, dem durch den neu gewählten Rektor Herrn Prof. Ullmann ein Mitglied aufgedrungen werden soll, das die passive Wahlberechtigung für das laufende Jahr nicht besitzt. Sie verlangen Widergutmachung.
Die Professorienkollegien der 3 weltlichen Fakultäten fordern die Enfernung der Jesuiten von der theologischen Fakultät.
Endlich ist die Jesuitenfrage an hiesiger Universität, die so viel Staub aufgewirbelt hat, erledigt. Durch soeben erfolgte kaiserliche Entschließung wird dem bestehenden Gesetze Rechnung getragen, das Privileg der Jesuiten, die theologische Fakultät mit Lehrern zu besetzen, hört auf, die theologischen Professuren sind jedem geeigneten Professor der Theologie zugänglich. Die Professoren werden wie alle übrigen von der Regierung ernannt. Die gegenwärtig die Lehrstühle innehabenden Jesuiten werden mit Staatsbesoldungen von jährlich 1.050 fl. als ordentliche oder außerordentliche öffentliche Professoren angestellt. Fügen sich die Jesuiten – und es ist daran kaum zu zweifeln – so werden sie noch eine zeitlang im Besitze der Universität bleiben, doch ist letztere nicht mehr ihr ausschließliches Dominium.
Die Jesuitenfrage an der Universität ist nun definitiv gelöst, indem die Mitglieder der hiesigen theologischen Fakultät zu ordentlichen Professoren ernannt wurden; (s.a. 28.11.)
Über sonderbare Zustände auf der Innsbrucker Universität. („Für die ganze theologische Fakultät, also für 150 und mehr Hörer, nur ein einziger, sage nur ein einziger Anstandsort, und was für einer! Ich habe ihn gemessen. 1 Meter 8 Zentimeter x 1 Meter 28 Zentimeter im Gevierte! System: aus dem 17. Jahrhundert oder noch früher!
Die theologische Fakultät zählt dieses Jahre 300 Hörer, von denen 230 Alumnen des Konvikts sind
Die hiesige theologische Fakultät zählt gegenwärtig 336 Hörer, darunter 33 Priester ... Die größte Zahl von Theologen entsandte das Bistum Speyer, nämlich 20 Hörer
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