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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kundmachung: Die Verunreinigung der öffentlichen Straßen und Plätze dieser Stadt hat derart überhandgenommen, dass vielseitige Beschwerdeführungen hiedurch veranlasst werden. Um diesen Übelständen gründlich abzuhelfen, wird, vom 6. kommenden Monats August angefangen, ein eigens eingerichteter Wagen durch die städtischen Straßen und Plätze befördert werden, in welchem aller trockene Unrath, welcher beim gewöhnlichen Wirtschaftsbetriebe anfällt, aufgenommen wird. Sämtliche Einwohner dieser Stadt werden daher im Interesse der öffentlichen Reinlichkeit auf diese Einrichtung aufmerksam gemacht und aufgefordert, den in ihren Wohnungen anfallenden Unrath auf eine geeignete Weise zu sammeln, um ihn sodann an dem hiezur bestimmten Wagen, dessen Ankunft durch Glockenzeichen bemerkbar gemacht wird, abzugeben. Übrigens werden die amtlichen Verbote der Verunreinigung der Ritschenkästen neuerlich in Erinnerung gebracht und bemerkt, dass die Übelthäter um so unnachsichtiger zur Strafe unterzogen werden, als durch die neue Einrichtung jedermann die Gelegenheit gebothen ist, den abfallenden Unrath ohne Unzukömmlichkeiten zu beseitigen. Stadtmagistrat Innsbruckam 26. Juli 1861. Der Bürgermeister Carl Adam.
Gestern war, obwohl das aus der kleinen Sill in die Ritsche von Wilten und durch die Neustadt einfließende Wasser abgesperrt wurde, durch den intensiven Regen das Rinnsal der Neustadtritsche selbst für den Zufluss des Regenwassers zu eng, und trat in der Neustadt dasselbe derart aus, dass die Deckblöcke aufgehoben wurden und gesichert werden mussten, und sich ein 4 Klafter breiter trüber Wasserstrom durch die Mitte der Neustadt wälzte. Der Inn, der noch vor drei Tagen unter Null stand, hatte gestern bereits 5 Fuß Wasserhöhe und abends 6 Fuß. In Amras und Hötting mussten gestern wieder aus mehreren Häusern Menschen und das Vieh eilends in Sicherheit gebracht werden. Das Wasser des Dienzgerbaches ist ebenfalls in gefahrdrohender Höhe angewachsen. Ferner sind an dem benachbarten Hügel, besonders nächst Weyerburg, Erdabrutschungen zu befürchten. In Völs, wohin schon Mittags städtische Arbeiter zu Hilfe gerufen wurden, hat der Axamer Bach arge Verwüstungen angerichtet und sollen zwei Häuser eingestürzt sein. Heute hat wenigstens der Regen aufgehört, doch ist die Temperatur noch immer abnorm, nämlich vier Grad [Reaumur] Wärme.
Asphalt(wasser)rohre kommen in Gebrauch
Was die von uns unlängst gerühmte Reinlichkeit in den Straßen betrifft, so hören wir jetzt die Klage, dass die Mägde in einem in der Meinhardstraße befindlichen Hause beharrlich den Küchenunrath statt in die Ritsche oder in den Sillkanal zu schütten, auf der Straße ausleeren. Im Interesse der Geruchsorgane der Vorübergehenden und der in der Nähe Wohnenden wäre eine Unterlassung dieser Unsitte höchst wünschenswerth.
Als gefällige Neuerung müssen wir den Bau eines steinernen Canals ansehen, welcher von der Brücke in Mariahilf das Höttingerbachl aufzunehmen und in den Inn zu leiten bestimmt ist; wahrscheinlich wird dieser Canal auch mit Rücksicht auf die einstige Verarchung von der Schießstädtte herein bis zur Innbrücke gebaut.
Eine energische Reinigung des Fallbaches, welcher in seinem steinernen offenen Bette vom Venusbade durch die Diensgergasse in den Inn rinnt, wäre sehr angezeigt. Eine Menge Unrat hat sich in denselben angesammelt, da er zur Aufnahme des Hausunrathes der in der Nähe gelegenen Wohnungen dient
Themen der Bürgerausschusssitzung von Innsbruck: Zwei pneumatische Apparate sollen für eine geruchlose Entleerung der Latrinen und Abtrittgruben sorgen (s.a. 15.03.1872
Die zwei Apparate zum Reinigen der Latrinen wurden gestern Nachmittag am Prügelbau einer Probe unterzogen. Sowohl die Apparate, die in Mailand gefertigt wurden, als die ganze Manipulation sind sehr einfach. Der Apparat besteht aus einem, auf einem zweirädrigen Karren ruhenden aus Eisenblech luftdicht verfertigten, cylinderförmigen Fasse, das etwa 40 Eimer hält. Aus diesem wird zuerst die Luft ausgepumpt. Ist dies geschehen, wird der Apparat zur Latrine gebracht, der Schlauch angesetzt und in kaum 2 Minuten ist der Apparat gefüllt, dessen Entleerung ebenfalls sehr rasch vor sich geht. Die Probe fiel sehr zufriedenstellend aus.
Zur Durchführung des für die hiesige Stadt gewählten Systems, behufs Reinigung der Kloaken ist die Anlage einer festen Betriebsstätte für Kompostdünger-Bereitung notwendig und wurde vom städtischen Bauamte ein diesbezügliches Projekt ausgearbeitet. Als Bauplatz ist das städtische Saggenmahd von 2.648 Quadrat-Klafter in der Nähe der Wasenmeisterei bestimmt. Am 17. d. Mts. findet die kommissionelle Verhandlung an Ort und Stelle statt, bei welcher, wenn nicht füher schriftlich, die allfälligen Einwendungen anzubringen sind, widrigenfalls der Ausführung der Anlage stattgegeben wird, sofern sich nicht von Amts wegen Bedenken dagegen erheben.
Was die Errichtung von zwei Pissoirs bei den Redoutenlokalitäten und hinter dem Fleischbankgebäude betrifft, so wird damit zumindest den gröbsten Übelständen abgeholfen. Weitere derartige Einrichtungen sind notwendig, damit nicht manche Gasse zu sehr verunreinigt wird. Hoffentlich ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, bis die Feigenmühle auf dem Margarethenplatz nur mehr in effigie besteht. Heuer wurde ihr nämlich die Ehre zutheil, auf den Neujahrsentschuldigungskarten verewigt zu werden; s.a. 19.05.
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