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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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In der gestrigen Gemeinderaths-Sitzung wurde entgiltig beschlossen, die Canalisation der Stadt nach dem bereits bekannten Plänen binnen drei Jahren durchzuführen, und zwar soll im 1. Baujahre, d.i. 1900 der ganze Hauptcanal und das Netz von Dreiheiligen mit einem Kostenaufwande von 272.000 fl. gebaut werden. Der übrige Theil soll dann in den Jahren 1901 und 1902 nach dem vorliegenden Bauprogramm ausgebaut werden. Bürgermeister Greil ergriff nach der Genehmigung das Wort, um kundzuthun, dass die Gemeinde Wilten noch immer auf die im Oktober gestellte Einladung, sich der Canalisation anzuschließen, keine Antwort gegeben habe. Wenn sich die Gemeinde Wilten nicht bald entschließt, muss mit dem Bau ohne Rücksicht auf Wilten begonnen werden. Sobald dies geschehen ist, wird ein Anschluss der Gemeinde Wilten nicht mehr möglich sein.
Die Frage der projektierten Kanalisierung in Innsbruck und Wilten
Die Einführung der Schwemmkanalisation in Innsbruck
Zur Kanalisierung von Innsbruck
Fortsetzung des Berichtes über die Gemeinderats-Sitzung vom 8. März 1901: Der Vertreter der Sanitätsbehörde gestand bei der Protocollsaufnahme über das Projekt der Stadt Innsbruck betreffend Ausführung einer neuen Canalisationsanlage und Einleitung der Canalabwässer in den Inn, der direkten Einleitung nur unter der Bedingung zuzustimmen, dass der Nachweis einer genügenden Selbstreinigung des Inns bis zur ersten Ortschaft, d.i. Hall, erbracht wird. Unter dem Hinweis auf die außerordentlich günstigen Erfahrungen, die man in München bezüglich der Selbstreinigung der Isar machte, wird allgemein der Meinung Ausdruck gegeben, dass auch beim Inn eine Verschlechterung der bacterologischen Verhältnisse nicht eintreten wird.
Wiltener Gemeindeausschuss: Gemeindevorsteher Fritz Heigl charakterisiert das Zustandekommen der bekannten Petition gegen die Zwangsdurchführung der Canalisation, erwähnt die Gegenpetition des Hausherrenvereins und bringt eine die krassen Übelstände des Abortwesens in der Gemeinde schildernde Zuschrift der k.k. Bezirkshauptmannschaft. Beschluss: „Die Gemeinde Wilten schließt sich dem Gesetzesentwurfe der Stadt Innsbruck betreffend die Canalisationanlage in Innsbruck bzw. Wilten an und gestattet sich ad § 1 des Gesetzesentwurfes zu bemerken, dass ein allgemeiner Anschlusszwang auf die Dauer von mindestens 5 Jahren ausgedehnt wird.“
Zur Kanalisationsfrage (Grundwasser und Kanalisation)
Die größten Übelstände in der bisher üblichen Kehrichtabfuhr bestehen bekanntlich in der bei der Einsammlung und Verführung des Kehrichts entstehenden lästigen und ungemein gesundheitsschädlichen Staubentwicklung. Diese hofft man jetzt in Wilten mit dem patentierten Wechselkasten-System „Koprophor“ abstellen zu können. Das System beruht darauf, dass in allen Häusern, Sanitätsanstalten, Kasernen, Straßen und öffentlichen Plätzen vollkommen hermetisch verschließbare, verzinkte Normalgefäße zur Aufnahme aller Arten Abfallstoffe aufgestellt werden, und dass diese Gefäße dann in einem mit eisernen Rollbalken vollkommen abgeschlossenen Sammelwagen eingeschoben und zum Abladeplatz geführt werden. Zur Einsammlung der mit dem Kehricht der Straßen und öffentlichen Plätze gefüllten Normalgefäße besitzt das System eigens construierte eiserne Karren, welche die Gefäße in hiefür erzeugte eiserne Rahmengestelle oder Kioske bringen, um dann jederzeit in vorüberfahrende Sammelwägen eingeschoben und staubfrei zur Entlehrung weitertransportiert zu werden. Zur Hintanhaltung der Staubentwicklung beim Einsammeln der Kehrichts ist am unteren Ende des Karrens ein Behälter von nahezu 25 Liter Inhalt angebracht, um die sich auf der Straße gebildeten Staubmassen zu benetzen.
In Hall wurde der Antrag der Bewohner der mittleren Fassergasse um Canalisation dieser Straße aus Kostengründen abgewiesen. Es mögen die Bewohner vielmehr auf Reinlichkeit sehen und die Flüssigkeiten wie Abwaschwasser etc. statt auf die Straße in den Amtsbach schütten
Kundmachung: Das Ausgießen von Jauche innerhalb der geschlossenen Ortschaft ist bei einer Strafe bis 20 Kronen, bzw. Arrest bis zu 24 Stunden verboten. Der Gemeindevorsteher von Wilten: Fritz Heigl
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