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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Krawalle rund um die italienische Rechtsfakultät in Innsbruck

Die Innsbrucker Hochschulfrage. Die Verordnung betreffend die Errichtung einer provisorischen rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät mit italiensicher Vortragssprache in Innsbruck ist erschienen. Die Landeshauptstadt Tirols wird sich nun rühmen dürfen, der Universitäten zwei zu besitzen, eine deutsche und eine – vorläufig auf eine Fakultät beschränkte – italienische; s.a. folgende Tage
Zur Universitätsfrage: An der italienischen Fakultät werden dieselben Lehrkräfte wirken, die schon im Vorjahr italienische Vorlesungen abhielten, nämlich: Dr. v. Sartori (Professor der Universität, jetzt der italienischen Fakultät zugewiesen) lehrt deutsches Recht; Prof. Galante lehrt kanonisches Recht etc. ... Unbesetzt bleiben die Lehrkanzeln für Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Statistik. Die Vorlesungen aus diesen Gegenständen, ebenso aus den Hilfsfächern österreichische Geschichte und praktische Philosophie müssen von den italienischen Juristen an der deutschen Universität belegt werden. ... Aufruf in Innsbruck: „Deutsche Mitbürger! ... Mit dem Besitz einer eigenen Hochschule ist den Welschen der Schlüssle zur Eroberung, d.i. die Verwelschung Innsbrucks ausgeliefert, denn dieser werden in absehbarer Zeit Volks- und Mittelschulen folgen und zu spät werden wir uns besinnen, unsere Heimat verloren zu haben durch eigene Schuld.“
An der medizinischen Fakultät in Innsbruck wurden durch Senatsbeschluss die bisher stattfindenden italienischen Vorlesungen sisitert. Wie die „N.T.St.“ hören, soll eine Deputation von Burschenschaftern beim Rektor, welche erklärte, dass man italienische Vorlesungen nicht dulden werde, diesen Beschluss hervorgerufen haben
Reaktionen auf die Sistierung der italienischen Vorlesung an der medizinischen Fakultät
Kundgebung gegen die italienische Fakultät. Gegen acht Uhr sah man Scharen von Menschen der großen, durch Bogenlampen erleuchteten Ausstellungshalle zuwandern. Es fanden sich dort 2500 bis 3000 Personen ein. ... Fabriksdirektor Wilhelm Rhomberg eröffnete die Versammlung und erteilte sodann dem Reichsratsabgeordneten Dr. Erler das Wort. ... „Heil unserer deutschen Stadt“ ... Die Demonstration vor der Hofburg ... Vor dem Rathaus ... Hier wurde das Lied „Wenn alle untreu werden“ angestimmt
Die heutige Eröffnung der italienischen Rechtsfakultät (in der Liebeneggstraße) vollzog sich in aller Ruhe
Deutsches Blut geflossen! Eskalation beim Gasthof zum „Weißen Kreuz“. Die Italiener schießen mit Revolvern. Es verging keine Minute, da waren schon neuen Personen verwundet. Die Liste ist folgende: ... Devastierung des Gasthofes „Weißes Kreuz“. ... Auf dem Rolladen des Gatt´schen Geschäftes, wo Kugelspuren sichtbar sind, machte man mit dem Blute eines verwundeten Deutschen ein großes rotes Kreuz. ... Ein Hagel von Steinen gegen den Gasthof „Rose“. ... Militär ... Der Bajonettangriff ... Schreckliche Szene am Burggraben: Maler Pezzey erhält einen Stich von rückwärts mitten durchs Herz und sank tot nieder. Entsetzt beugten sich der kommandierende Offizier und neinige noch am Platze anwesende über die entseelte Hülle, die dann ebenfalls ins Platzkommando-Gebäude gebracht wurde. Pezzey hatte seinen Hund mit, ein Zeichenm, dass er gewiss nur zufällig unter die Demonstranten kam. ... Die Verhaftung der Italiener ... Die Devastierung der welschen Universität + Maler Pezzey †. Auf dem Militärstrohsack liegt in der von zwei kleinen Lampen halb erleuchteten Wachstube des Stationskommandogebäudes der Tote. Hemdkragen und Weste sind geöffnet, auf der Brust liegt lose das blutdurchtränkte Vorhemd, das vom Stich des Bajonettes durchbohrt ist. Ganz unverändert sind die Züge; kaum dass das junge Gesicht blässer erscheint als im Leben. Er muss einen raschen…
Letzte Nachrichten: Wer hat das Militär bestellt? ... Augenzeugen über den Bajonettangriff: Herr Gastwirt Hellensteiner ersucht uns mitzuteilen, dass er von einem vorwärtsstürmenden Soldaten am Burggraben in italienischem Idiom die Worte „Ostia! Vorwärts!“ hörte. Da blickte er sich um und sah den Maler Pezzey tot niederstürzen. Ein Zeuge ist bereit, vor Gericht auszusagen, dass ein italienischer Kaiserjäger mit den Worten „porco tedesco“ (deutsches Schwein) anstürmte. ... Das „Weiße Kreuz“ wird fotografiert ... Kleinkrieg. Die deutsche Studentenschaft ist seit frühem Morgen auf den Beinen und stellt den Welschen nach, wo sie sich zeigen + Extrablatt! Bericht über die außerordentliche Gemeinderatssitzung ... Die Obduktion der Leiche Pezzeys (Prof. Ipsen) ... Demonstrationen. In der Museumstraßé werden die Fenster der Wohnung des Hauptmanns Leuprecht, der gestern die Kaiserjägerkompagnie kommandierte, eingeworfen. ... Lärmende Missbilligkeitskundgebungen für den Statthalter Frhrn, v. Schwartzenau .... Das Tiroler Tagblatt wurde wegen eines Artikels über die Schreckensnacht heute konfisziert
Außerordentliche Gemeinderatssitzung. Zum Mord am akademischen Maler Pezzey: „Er ist ein Opfer der österreichischen Regierung, weil er mit der einem deutschen Künstler eigenen Wärme und Zähigkeit am Platze blieb, den die Polizei um eine halbe Stunde früher geräumt hatte.“ – Umzug der deutschen Studenten. Wo immer sich Aufschriften in welscher Sprache befanden, äußerte sich die Erbitterung der Deutschen. So wurde im Gasthaus Stenek in der Leopoldstraße 21, wo die Italiener ihre Mahlzeiten einzunehmen pflegen, die Fenster zertrümmert + Pressestimmen zu den Vorfällen in Innsbruck
Die Vorgänge in Innsbruck nach dem Mord an dem Maler Pezzey beginnen sich zu normalisieren. ... Amtliches über den Tod Pezzeys (Zweifel ob ein Bajonett die Mordwaffe war) ... Das Leichenbegängnis (Bürgermeister Greil: „Wir werden dein Grab in Ehren halten, wie eines der größten deutschen Männer“ ... Die Kranzspenden füllten zwei Wägen. ... Man schätzt die Zahl auf 4000 Teilnehmer, die Zuschauermenge selbst ist wohl kaum berechenbar. ... Bei der Einsegnung an der Johanneskirche sangen die vereinigten Gesangsvereine unter Toni Fischers Leitung den Trauerchor Storchs: „Über den Sternen wird es klar“. ... Einsegnung durch den Stadtpfarrerkooperator Spörr ... Als der Metallsarg in die Gruft gesenkt wurde, senkten sich die Fahnen und Schläger. ... Kundgebungen nach dem Begräbnis
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