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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Krankheiten
Die Cholera hat seit dem 23. August in St. Nikolaus und in der Kohlstadt 85 Menschenleben gefordert; Bittprozessionen, Dankandachten (Ergänzung aus der Fischnaler-Chronik; die Seite 1226 in der digitalen Ausgabe fehlt).
Im Buchhandel erscheint Dr. H. Kaans Schrift: „Gedanken eines Arztes über die Cholera als Weltseuche“.
Unter der Annahme der Hypothese: „Dass das Cholera-Miasma in für unsere Sinne nicht wahrnehmbaren, die Luft strichweise schwängernden Infusorien bestehe“ veröffentlicht Herr Doktor Fr. Zeidler in Wien, als bestes Mittel gegen die Cholera Ammonium carbonicum (kohlensaueres Ammoniak) und auch abwechselnd Kampher.
Wie man der Schützenzeitung berichtet, herrschen in Telfs die Blattern in wahrhaft erschreckender Weise. Beinahe jedes Haus ist davon befallen. Von dieser ansteckenden, außerordentlich erblichen und eckligen Krankheit werden besonders viele Erwachsene befallen und sind auch deren schon mehrere, jedoch mehr in Folge schlechter Vorsicht gestorben. Die Zahl der Befallenen soll 400 erreichen. Merkwürdigerweise erstreckt sich die epidemische Krankheit einzig auf das Dorf Telfs und in keiner der umliegenden Ortschaften sind Fälle dieser Krankheit vorgekommen. Zur Abwendung dieser Krankheit werden öffentliche Gebeten in der Kirche gehalten; s.a. die Berichtigung vom 27.12. (nicht 400 sondern nur 101 Personen erkrankt; dermalen überhaupt nur 56 Blatternkranke)
Im Pustertal werden 10 Menschen von einem tollwütigen Hund gebissen; s.a. 14.06. Geheim-Mittel gegen Tollwut (drei Messerspitzen voll mit Warmbier vermischt)
In Hall grassiert die Ruhr; in der Irrenanstalt, deren Bewohner sich nicht so leicht Diätfehler zu Schulden kommen lassen können, hat diese Krankheit bereits acht Opfer gefordert; s. Berichtigung am folgenden Tag, nur vier Tote.
Die Ruhr hat in St. Johann vorzüglich unter den Kindern manches Opfer gefordert; s.a. den Bericht über die Ausweitung der Epidemie am 25.08; auch Innsbruck und seine Umgebung ist betroffen.
Heute früh wurde in der St. Jakobspfarrkirche eine fremde Weibsperson von der Starrsucht (Catalepsis) befallen, so dass sie anfangs für todt gehalten wurde.
Wie wir vernhemen, soll in Wattens sowie im Wattenthale der Typhus in einer ziemlich bedenklichen Weise auftreten; s.a. 03.12. kein epidemisches Auftreten
Wie die Innzeitung vernimmt, sind nun auch im Oberinntal Fälle von „Genickkrampf“ – Meningitis cerebro spinalis – (Diphterie) vorgekommen, welcher bekanntlich in Deutschland stark auftrat, in Wien und Prag vorkam, und bekanntlich in Nizza dem Großfürsten-Thronfolger von Russland den Tod brachte. Laut Meldung unseres Gewährsmannes sind in Flaurling in einer Familie fünf Kinder der genannten Krankheit erlegen, und es wurde behufs Untersuchung der Sache von der hiesigen Sanitätsbehörde Herr Kreisarzt Dr. Plaseller an Ort und Stelle entsendet. (Entwarnung 10.06.)
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