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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Fahrendes Volk
In Anbetracht der gegenwärtigen Zeitverhältnisse haben S. k.k. Hoheit zu verordnen geruht, dass in der Landeshauptstadt Innsbruck eine verschärfte Fremdenbehandlung Platz zu greifen hat.
Zigeunerbande in Kolsass sorgt für Aufregung: „ Am 24. d. M. hat in dem sonst so stillen Kolsass ein heftiger Auftritt stattgefunden, der, um Enstellungen zu verhüten, mitgetheilt wird. Gegen 19 Uhr früh zog eine Zigeunerbande wohl an die 14 Köpfe mit 5 Pferden durch den Ort, lenkte dann nach der Aue ab und schlug daselbst ein Lager auf. Die Dorfbewohner, durch früherer Erfahrungen belehrt, hatten nichts Eiligeres zu thun, als das Geflügel von der Aue abzurtreiben, damit es nicht als Braten in die Zigeunermägen wandere. Zur Mittagszeit kamen drei Damen von der obigen Truppe in das Gasthaus des Ortes und fanden daselbst in der Küche eine vereinzelte Person, die Schwester der Wirthin. Die Rollen waren ungleich verteilt. Während eine Zigeunerin durch allerlei Sprüche die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, griffen die beiden andern in den halb offenen Küchenschrein. Ihr Vorgehen wurde jedoch bemerkt. Der herbeigekommene Wirth schaffte die drei einverleibungslustigen Jungfern ab und drängte sie, als er Widerstand fand, zur Thüre hinaus. Nun eine Fluth von Schimpf- und Fluchworten, wie sie dem Großmeister aller Flucher selber kaum geläufiger sein können, dazur noch arge Drohungen. Mit dem Rückzuge der drei knirschenden Zigeunerweiber schloss der erste Akt des Schauspiels. Nachmittags kam etwas…
Vagabunden in Tirol (eine ägyptische Landplage). Es wimmelt in den Dörfern von Landstreichern jeglicher Art. Zigeuner, Rastelbinder, Eisenbahnarbeiter italienischer und böhmischer Abkunft, wandernde Musikanten, vacierende Scribenten und ganze Rudel von Handwerksburschen bestürmen täglich bettelnd, oft über 60 an der Zahl, die armen Dorfbewohner, wobei sie es besonders auf Gasthäuser und Widums absehen. Dazu kommen noch Karavanenzüge von Dörchern, Karren an Karren fährt an gewöhnlich ein Eselein vorgespannt, - hinter demselben noch ein zweibeiniges Gespann wälscher Art; nebenbei männliche und weibliche Begleitung. Aus den Öffnungen der Karren lugen Kinderköpfe heraus. Den Nachtrab bildet die größere Jugend, die gelernt hat, jeden Wanderer so lange zu umschwärmen, bis er sich loskauft. []
Der Bürgerausschuss beschäftigt sich eingehend mit dem Bettel- und Vagabundenwesen: „In neuester Zeit treibt sich sehr bedenkliches Gesindel, 32 Bärentreiber herum. Gestern hielt sich ein Theil dieser Bande in der Richtung gegen die Gallwiese hin auf, und es begegneten diese Leute dem Publikum auf eine nicht erbauliche Weise. Die Bestien, welche sie mit sich führen, sind derart abgerichtet, dass sie sich auf eine unangenehme Weise den Vorübergehenden, welche von ihren Führern angebettelt werden, nähern, sodass man diese füglich als ein Erpressen nennen kann. [] Ebenso sind diese Leute in moralischer Beziehung sehr unanständig, das sie in einer wahrhaft adamitischen Weise herumziehen. Wenn die hohe Staatsregierung solchen Leuten Pässe ausfolgt, um die ganze Monarchie zu durchstreifen, so soll doch dahin gewirkt werden, dass ihnen der Eintritt in das Land Tirol nicht gestattet werde. [] Herr Bürgermeister Dr. Rapp bemerkt, dass er in dieser Richtung sehr streng vorgehe, den Eintritt von derlei Leuten in den Stadtbezirk nicht gestatte und aufgegriffene Vagabunden jederzeit mit Schub befördere. In den umliegenden Gemeinden sehe es in dieser Beziehung traurig aus, da dieselben keine Polizeiorgane haben.
Zigeunerraufereien in Hall: „Vormittag zechte die ganze Gesellschaft in einem der nächstgelegenen Wirtshäuser, und darauf zu ihrem Lager zurückgekehrt, entspann sich ein Streit und Raufexzess von Neuem, diesmal aber in solcher Dimension, dass die halbe Stadt dadurch allarmiert wurde. Besonders bewies das schwache Geschlecht eine solche Wuth und bulldoggenartige Hartnäckigkeit in gegenseitigen Angriffen, dass selbst die Männer der Bande vergebens sich bemühten, die sich in die Haare Gerathenen zu trennen. Dass dabei die ohnedies defekte Gardarobe dieser Megären und der Kinder dem Anstandsgefühl der Zuseher Ärgernisse in Fülle bot, ist wohl selbstverständlich. Nachdem zur Herstellung der Ruhe und zur Entfernung deieser zahlreichen Sippschaft die hier stationierten zwei Mann Gensdarmen begreiflicherweise nicht ausreichen konnten, ward von der im Regiments-Magazine hier kommandierten Mannschaft eine starke Patrouille Kaiserjäger requiriert, worauf es gelang, die ärgsten Spektakelmacher zu arretieren und zum k.k. Bezirksgerichte abzuführen. Gleich darafu wurden die Übrigen mit ihren Equipagen abgeschafft und schubgemäß unter Eskorte bis zum nächsten Gerichtsbezirk (Schwaz) fort befördert
Bärentreiber, wie es scheint Serben, haben sich gestern am Vormittag hier eingefunden und machen die jetzt immer mehr verödeten Straßen des Landes durch ihre eigentümliche Manier zu betteln unsicher.
Kerschbaumerwirt in Gries von Zigeunern mit Messerstichen verletzt
Die Stadt Innsbruck wird von Bärentreibern heimgesucht.
Es ward in Erfahrung gebracht, dass Personen, die in keinerlei Verbindung mit der Armenanstalt Margarethinum in Hötting stehen, für dieselbe sammeln
Eine Zigeunerfamilie in höchst originellem Aufzuge und in Begleitung dreier Bären langten vorgestern mit Schub aus dem Oberinnthal hier an und wurde gestern mit der Eisenbahn weiter verschoben.
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