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Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Originelle Menschen

Originelle Menschen

Kuriosität: Am 25. d. M. starb zu Hall eine dort sowie hier allbekannte und geachtete Persönlichkeit, die Frau Katharina Schwaller, in ihrem 76. Jahre, welche durch volle 28 Jahre als Böthin zwischen Hall und Innsbruck wohl Tausende von Briefen, Paketen und Schachteln an deren Adresse stets richtig persönlich beförderte, ohne dass sie selbst des Lesens kundig gewesen wäre.
Der „Kalkdolm“, ein stadtbekannter Sonderling aus Innsbruck †
Kürzlich starb in Maria Brettfall, am Eingang in das Zillerthal, der letzte Einsiedler Östereichs im Alter von von 96 Jahren. Derselbe hieß Sebastian Anzinger, widmete sich in seiner Jugend der Natur- und Sprachkunde, bereiste Europa, Amerika und Afrika, wurde in Trapezunt gefangen und musste als Sclave in Ismael Pascha´s Garten arbeiten. Nachdem er durch seine Kenntnisse in der Botanik und Astronomie die Achtung seines Herrn und später die Freiheit erlangt hatte, kehrte er in seine Heimat zurück, wo er ein Werk mit dem Titel: „Deutsche und afrikanische Sklaven“ herausgab. Im Jahre 1809 kämpfte er an der Seite Andreas Hofers gegen die Franzosen, wurde mit ihm gefangen und in Mantua zum Tode verurtheilt. Ein Fluchtversuch hatte trotz seines Misslingens wenigstens den Vortheil, dass er als Kriegsgefangener nach Frankreich gebracht wurde, wor er einen Lehrkurs über Botanik eröffnete und eine verwittwete Baronen Fleury heiratete. In Spanien, wo er 1825 übersiedelt war, verlor er seine Frau durch den Tod, und als seine einzige Tochter mit einem Edelmann entloh, kehrte er tiefgebeugt in seinen Geburtsort zurück, bezog die erwähnte, 1500 Fuß hoch im Gebirge gelegene Einsiedelei und wurde von den vielen Wallfahrern, welche das Gnadenbild „Brettfall Muttergottes“ besuchten, bis zu seinem Tode hinreichend unterstützt.…
Kuriosität: Am Schutzengel-Sonntag paradierte zum „Umgang“ zu Kolsass zur größten Heiterkeit der Leute, der dortige Wirth und Ökonom Kajetan Kröll (Steidl) mit der kurz zuvor für ihn eingetroffenen kaiserlich französichen Medaille, die einen Werth von 500 Francs hat und demselben in Folge seiner beim französischen Kaiser zu Salzburg erbetenen Audienz verliehen wurde. Man glaube ja nicht, dass der komische Verehrer Napoleons von seinen Nachbarn um diese Auszeichnung beneidet wird. Die Kolsasser Bauern freuen sich an schönen Rüben, aber nicht im Entferntesten an französischen Ehrenmedaillen
Der Hennenbratzl, seines Zeichens ein Stiefelputzer und stadtbekanntes Unikum, hat Freitag seinen Tod gefunden. Am Tag vorher hatte er sein Geschäft samt Putzkasten an einen Freund verhandelt und der Abschluss des Geschäftes wurde mit einem beiderseitigen Rausch gefeiert. Unter der Einwirkung desselben erklärte Hennenbratzl nun eine Reise anzutreten und machte sich, reisemäßig ausgerüstet und von seinem Geschäftsnachfolger begleitet, gegen Süden, resp. gegen Wilten auf. Es sollte seine letzte Reise sein; denn beide kamen nciht weiter, als bis zu den Mühlen beim Sillkanal, wo sie vom Weg ab in die Sill gerieten. Der Geschäftsnachfolger ernüchterte im Wasser bald soweit, dass in ihm die Erinnerung an seinen Freund aufdämmerte und ihn zu retten versuchte. Rasch packte er einen Gegenstand und zog ihn mit Mühe an´s Land, doch o weh, statt seines Freundes hatte er nur den Reisebündel desselben erfasst und Hennenbratzl war ertrunken.
Francois Rappo, einst der stärkste Athlet der Welt, ist im Krankenhause zu Hamburg gestorben. Derselbe hieß eigentlich Rapp und war ein geborener Völser.
Am Geyer-Schrofen auf dem Höttinger Berge lebt unter einer Gufel eingenistet seit Jahr und Tag, Winter und Sommer ein menschenscheuer Sonderling, Wölfele Seppl genannt. Derselbe kam regelmäßig, auch im tiefsten Winter Sonntags zur Kirche herab und im Advent sogar regelmäßig früh morgens zu den Rorate-Ämtern. Vorgestern war es nun der zweite Sonntag, dass Wölfele Seppl nicht mehr in der Kirche zu sehen war, und die Besorgnis wurde wachgerufen, dass ihm vielleicht Leides zugestoßen sei, oder dass er ohne Lebensmittel, dem Verhungern nahe, in seiner Felsklause hilflos liege, abgeschlossen von der übrigen Welt durch die kolossalen Schneemassen, die in der vorigen Woche gefallen sind.
Die Rettung des Einsiedlers siehe 25.11.
Der Sternwirt Unterberger und der Drechsler Schrettl, zwei Spassvögel aus Schwaz
(Ein beliebter Halbirrer gestorben.) In der Nummer 24 vom 30. Jänner enthielt das Verzeichnis der Verstorbenen in Innsbruck auch die Meldung, dass am 29. Jänner Georg Knie, Pfründner, ledig, 77 Jahre alt, an Gehirnlähmung im Hause Nr. 41 (Kapferer´sches Männerversorgungshaus) am Innrain gestorben sei. Aus dem Leben des Schorschl, der „Hausmeister“, bringen die „Neuen Tiroler Stimmen“ folgende Skizze: Georg Knie, der von Jung und Alt sogenannte „Hausmeister“, wird zwar nicht zu den am Jahresschlusse aufzuführenden „großen Todten“ gehören, war aber immerhin seit einem halben Säculum eine bekannte und wohlgelittene Persönlichkeit in Innsbruck und die Freude der großen und kleinen Kinder, wenn er, einstens im Spitalgarten oder letzthin auf der Gartenmauer des Versorgungshauses, im Sturm und Regen wie im heißen Sonnenschein sitzend, mit seinen Stäbchen spielte und sich selbst den Takt sang, war keine geringe. Willig schenkte man dem guten Halbirren Aufmerksamkeit und sprach mit ihm, denn in seinem Ideenkreise fand man sich im ersten Begegnen leicht zurecht. Schorschl war ebenfalls aufmerksam, grüßte freundlich, wusste schöne Wörtchen, kannte alle Kinder, wenn auch nur unter dem Namen „Pepi“ oder „Annele“, zeigte allen seinen neuesten „rechten“ Pass, und wusste schließlich ganz trauchlich ein neues „Passl“ zu erbitten, zu dem ihm Groß und Klein…
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