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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Aggressionshandlungen

Aggressionshandlungen

Ein dem Wahnsinn verfallener Holzarbeiter aus Mötz attackiert einen Knaben, verletzt diesen lebensgefährlich. Er wird von Bauern überwältigt und nach Silz gebracht.
In Birgitz ist neulich ein Bauersmann von einem Irren durch einen Schrottschuss sehr gefährlich verletzt worden. Der Irre wurde nach der That ins Irrenhaus nach Hall gebracht, wohin er übrigens schon lange seiner Gefährlichkeit halber gehört hätte.
Verwundung durch einen Geisteskranken: „An der Kinzach, die alleinstehende Mühle zwischen Absam und Thaur, zog heute gegen 9 Uhr eine Witwe ihren Karren, beladen mit allem, um gebrathene Kastanien feil zu biethen. An ihrer Seite ging ein Knabe, ihr Sohn. [Schilderung des Tobsuchtsanfalles und der Verletzung des Marktweibes und ihre Rettung]. „Glücklicherweise erschienen einige junge Männer, welche den Muth hatten den Rasenden zu ergreifen, sie konnten ihn jedoch nicht festbinden. Dieses gelang erst unter Mithilfe eines herbeigerufenen Gensdarm, unter dessen Begleitung der Tobende auf einem Müllerwagen wie ein geknebeltes Thier zum k.k. Bezirksamte geführt werden musste. Dort konnte er nur von mehreren Männern überwältigt werden. Und selbst an den Füßen gefesselt und an den Händen gebunden war er doch noch im Stande die wenigen Einrichtungsgegenstände des Kerkers untereinander zu werfen. In dieser Verlegenheit wurde um Übernahme des Mannes in der Landes-Irrenanstalt dringend ersucht, welche jedoch nur bis zum Eintreffen bereits einberufener Geisteskranker gestattet werden konnte. Der Transport in die Irrenanstalt ging in gleicher Weise auf dem Müllerwagen vor sich und zwar unter dem Andrange einer großen Menge Neugieriger, welche durch die gravitätische Miene und Haltung des Anstaltsportiers vor dem Eindringen in das Haus abgehalten werden musste.
In Telfs verunsichert ein gefährliches Individuum die Bevölkerung („ein Halbtrottel“); s.a. 06.07.1869
In Lienz hat eine Frau in einem Anfall von Wahnsinn zwei ihrer Kinder getötet.
Die Gattin des Lehrers von Lenzberg bei Nikolsdorf hat in einem Anfall von Wahnsinn ihre drei Kinder ermordet. Daraufhin ging sie zum Bezirksgericht nach Lienz und erzählte die grauenvolle That. Nun befindet sie sich im Spitale daselbst, ist ziemlich ruhig und sagt, die drei Kinder hätten nun die glorreiche Märtyrerkrone, nur die zwei noch lebenden Kinder und ihr Mann würden dereinst in der Hölle leiden müssen!
Ein Geistergestörter in Söll erdrosselt seine Schwester
In Ehrwald hat Geisteskranker seine Frau mit einer Hacke erschlagen
In Tulfes erreignete sich den 25. d. Mts. vormittags auf dem Kirchplatz ein grässliches Unglück. Ein Bursche in den besten Jahren von einem eine kleine Strecke vom Kirchdorfe entfernten Bauerhofe bedrohte um die angegebene Zeit in einem Anfalle von Tobsucht vor dem Hause eine Weibsperson mit einem Gewehre und ging dann mit der Waffe dem Dorfe zu. Um ein allfälliges Unglück zu verhüten, eilte jemand vom Hause voraus und avisierte davon den besten Freund des Irrsinnigen im Dorfe mit der Bitte, den ganz außer Rand und Band Gerathenen zu beruhigen zu suchen. Die Wuth des Tobsüchtigen scheint sich biem Anblicke des Freundes aber nur gesteigert zu haben und in voller Raserei schlug der Unglückliche dem Freunde den Gewehrkolben so über den Kopf, dass derselbe mit zerschmettertem Schädel todt zusammenbrach. Man vermuthet als Ursache dieses entsetzlichen Zustandes, weil der vor 4 Wochen verstorbene Vater des Burschen das Bauerngut nicht ihm, dem ältesten Sohne, sondern der anderen Tochter vermachte; s.a. 07.11. (Der Mörder seines Freundes ist nach einem Aufenthalte von 9 Tagen infolge krankhaften Zustandes des Gehirnes gestorben. Er hatte einen einzigen Moment des vollen Bewußtseins, in welchen er seine unselige That bitter beklagte.)
Eine geistesgestörte Lienzerin hat am Sonntag nachts allein entbunden und das Kind in den Abort geworfen, von wo dasselbe kurze Zeit darauf als Leiche herausgzogen wurde. Auf die Frage, warum sie das gemacht habe, gab die Unglückliche zur Antwort: „Ich habe ja nur einen Gummiball gehabt.“
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