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Innsbrucker Nachrichten

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Altkatholiken

Altkatholiken

26.02. und 27.02.1863 – Landtagsverhandlungen: Hofrat Haßlwanter referiert über das kaiserliche Patent vom 8. April 1861 gegen die Zulassung der Bildung akatholischer Gemeinden und deren öffentlichen Gottesdienstausübung in Tirol und wurde öfter durch Bravorufe von Abgeordneten unterbrochen; lebhafte Diskussion. „Der Abgeordneten Richle aus dem Oberinntal, wo - wie er selbst sagt - die Intelligenz noch nicht heimisch sei, weist auf die Opferwilligkeit und Tapferkeit des Landvolkes hin, welche den Todesstoß erleiden müsste, falls das Gut der Glaubenseinheit angetastet würde.“
Der Inn war während der letzten Kälte außerhalb Kufstein so gefroren, dass ein großer Theil der Bewohner von Ebbs, Oberndorf und der Schanze darüberhin nach Kiefersfelden ging, um dort dem altkatholischen Gottesdienste beizuwohnen.
-Die Altkatholikenfrage
Kiefersfelden ein Altkatholikenhochburg, der auch die Bevölkerung der benachbarten Tiroler Gemeinden zuströmt.
Herr Kassian Spitaler, Mitglied des Zisterzienserstiftes Stams, bisher Lokalkaplan in Sautens, ist zu den Altkatholiken übergetreten und hat diesen Schritt in einer öffentlichen Erklärung dadurch begründet, dass im sein christliches Gewissen verbiete, noch länger tätiger Arbeiter zu sein bei den Verrichtungen der römischen neukatholischen Kirche, deren Neuerungen, insbesondere die Glaubenslehre von der Unfehlbarkeit des Papstes ganz und gar gegen seine Überzeugung sei, und dass er im modernen Verfassungsstaate, dessen Gesetze Rom verflucht, eine große sittliche Idee erblickt, der er freudig huldige. Derselbe ist in Wien eingetroffen, hat sich dem Aktionskomitee der Altkatholiken Wiens zur Verfügung gestellt und bereits am 22. d. M. in der Salvatorkirche Messe gelesen; s.a. 03.03.
Kassian Spitaler, welcher vor wenigen Tagen aus dem Cisterzienserstifte Stams ausgetreten ist, hat vom Vorstande der altkatholischen Stadtgemeinde Aussig an der Elbe ein Schreiben erhalten, worin angefragt wurde, ob Pater Spitaler geneigt wäre, die erledigte Pfarrstelle in Aussig mit einem vorläufigen Gehalte von 1200 fl. und freier Wohnung zu übernehmen. Herr Spitaler hat zustimmend geantwortet und ist von Wien nach Aussig abgereist.
Ignaz Schöpf, der ehemalige Pfarrer von Telfes konvertiert zum Altkatholizismus (s.a. 26.05. und die Exkommunikation 26.03.1875; Rückkehr zum „wahren“ Katholizismus lt. Bericht vom 27.07.1876 und die verlangte Rückgabe des „Sündengeldes“ an die badische Regierung, 04.04.1878)
Der Diözesanpriester Ignaz Schöpf, der sich vor einiger Zeit dem Altkatholiken im Großherzogtum Baden angeschlossen hat und dort als altkatholischer Pfarrer amtiert, wurde nach wiederholten Mahnungen des Bischofs von Brixen exkommuniziert
Der Prämonstratenser Chorherr Karl Jani hat sich zum Altkatholizismus bekannt und soll Pfarrer der altkahtolischen Gemeinde in Erlangen geworden sein; s.a. 11.04. Jani verdammt und bereut seinen Fehltritt und bittet die Gläubigen öffentlich um Verzeihung