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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Tirol und die Kirche

Tirol und die Kirche

Der 18. Artikel des zwischen Sr. Heiligkeit Papst Pius IX. und Sr. k.k. Majestät Franz Josef I. lautet: „Der heilige Stuhl wird kraft des ihm zugestehenden Rechtes Kirchensprengel neu errichten oder neue Grenzbeschreibungen derselben vornehmen, wenn das geistliche Wohl der Gläubigen es erfordert. Doch wird er in einem solchen Falle mit der kaiserlichen Regierung ins Einvernehmen treten.“ An diesen Artikel und an das Gerücht, dass in Wien schon über eine neue Diözesaneinteilung Tirols Berathungen stattfinden, knüpfen sich die Hoffnungen, dass in Tirol bald wieder ein neuer Kirchensprengel errichtet werde. Es ist dies umso wünschenswerther, wenn amn die hierortigen Verhältnisse näher betrachtet, indem ein großer Theil Deutschtirols zur italienischen Diözese Trient gehört. Es würden dann drei Bistümer in Tirol entstehen. Trient würde die wälschen Gauen bis Salurn behalten. Brixen würde von Salurn aufwärts das Etschland und Vintschgau bis zur Wasserscheide auf der Heide in sich schließen und das Eisackthal und Pusterthal behalten. Dieser Diözese würde dann die Wiege, die altehrwürdige Stätte Säben, der einstige Sitz der heiligen Albuin und Ingenuin, wieder anheimfallen. Der Sprengel Innsbruck würde das Wippthal und den größten Theil des Innthals in sich schließen. Die Landeshauptstadt würde dann auch einen Kirchenfürsten besitzen. Dann könnte die Universität zu Innsbruck vervollständigt…
Diözesanschematismus Brixen: Die Diözese zerfällt in 27 Dekanate und 496 Seelsorgeorte. 10 Dekanate liegen im Brixener, 11 im Innsbrucker und 6 im Bregenzer Kreis. Das seelenreichste Dekanat ist Innsbruck mit 27.773 Angehörigen, das ausgedehnteste Flaurling mit 38 Seelsorgestationen und 54 Schulen. Die Gesamtzahl der Diözese beläuft sich auf 378.970. Im Jahre 1856 wurden getraut 1668, getauft 9410 [] Aus dem Leben schieden 8737. Schulen hat die Diözese 726, Pfarreien 198, Kuratien 156, Lokalie-Seelsorgen 33, Exposituren 76, Benefizien und Kaplaneien 241; Priester mit Seelsorge 860, ohne Seelsorge 100, Ordenspriester 397, im Ganzen 1357 [] In den Frauenklöstern der Diözese finden wird 680 Gottgeweihte, und davon 284 barmherzige Schwestern in ihren 42 segensreichen Ansiedlungen, wobei auch die von den Hauptklöstern abhängigen, wenngleich außer der Diözese gelegenen, Filial-Institute mitgerechnet sind. Dieser Anzahl am nächsten stehen die Frauen vom Orden des hl. Dominikus mit 145 Professen.
Die seit den Zeiten Kaiser Josef´s II. verbotenen Wallfahrten finden nun, seitdem die von jener Zeit an hierüber in Geltung gestandene Legislation durch den Abschluss des Konkordates gänzlich aufgehoben worden, wie in ausgedehnter Weise statt, besonders nach Mariazell (welches in diesem Jahr das 700-jährige Bestehen feiert).
in der Stadtpfarrkirche St. Jakob wird eine Petition an den Tiroler Landtag zur Wahrung der Glaubenseinheit zur Unterschrift aufgelegt (gegen die Protestanten gerichtet)
Hofrath Dr. Haßlwanter verliest im Landtag das Ausschussgutachten über die Religionsfrage und den diesfalls gestellten fürstbischöflichen Antrag, unter Berufung auf die geschichtliche Rechtsbasis des Wunsches der Erhaltung der Glaubenseinheit in Tirol. Der erste Teil dieses Antrages lautet: „Das Recht der Öffentlichkeit der Religionsausübung steht in Tirol nur der katholischen Kirche zu.“ (Dafür stimmten alle mit Ja). Der dritte Teil des Antrages: „Die nicht zur katholischen Kirche sich Bekennenden erlangen die Erwerbsfähigkeit unbeweglichen Vermögens nur über Antrag des Landtages und die Bewilligung des Kaisers“, erhielt 37 bejahende Stimmen, während 11 Abgeordnete gegen denselben stimmten (s.a. die Extrabeilage zu diesem Thema)
Petition: In Tirol besteht keine Pfarrgemeinde der evangelischen Kirche weder augsburgischen noch helvetischen Bekenntnisses und es soll auch in Zukunft in diesem Lande keine akatholische Gemeinde oder Filiale sich bilden dürfen.
Der Religionsunterricht an Innsbrucks Schulen; s.a. die Auseinandersetzungen zwischen der Diözese und den staatlichen Behörden im Bericht vom 06.09.
Am Donnerstage versammelten sich in einem Saale des Gasthauses zum „rothen Adler“ dahier circa 30 Dekane aus sämtlichen deutsch-tirolischen Dekanaten. Der Gegenstand der Verhandlungen bildete die Schule.
Aus dem Tiroler Landtag: „Zum Schlusse macht der Redner (Dechant Schenk) noch auf die große Gefahr aufmerksam, die der Gesellschaft durch Entstehung eines Bauernproletariats erwachsen würde, was innig mit der Entheiligung der Sonntage zusammenhinge“
XV. Sitzung des Tiroler Landtages; Thema ist die Schulfrage: Tirol ist von jehr unerschütterlich für die katholische Schule eingestanden und hat selbe stets als unveräußerliches Recht der Kirche, der katholischen Eltern und des Landes beansprucht. Die bestehende Reichsvolkschulgesetzgebung im grellsten Widerspruche mit aller katholischen Überzeugung hat dieses heilige Rechtn in schwerster Weise geschädigt
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