Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Psychiatrie und Nervenheilanstalten
Ein dem Wahnsinn verfallener Holzarbeiter aus Mötz attackiert einen Knaben, verletzt diesen lebensgefährlich. Er wird von Bauern überwältigt und nach Silz gebracht.
Am verflossenen Faschingsmontag wurde in der k.k. Irrenheilanstalt zu Hall in festlich dekoriertem Saale ein Ballfest abgehalten, an welchem fast die Hälfte der in der Anstalt Verpflegten nebst dem Wart-Personale theilnahmen. Das Fest dauerte von 4 Uhr Abends bis Mitternacht und verlief ohne Störung, und ein Fremder, plötzlich in diesen Ballsaal eingeführt, würde durch Nichts auf die Vermuthung gekommen sein, dass er sich theilweise unter Irren befinde.
In Birgitz ist neulich ein Bauersmann von einem Irren durch einen Schrottschuss sehr gefährlich verletzt worden. Der Irre wurde nach der That ins Irrenhaus nach Hall gebracht, wohin er übrigens schon lange seiner Gefährlichkeit halber gehört hätte.
Am 17. d. Mts. in der Nacht gelang es einem irrsinnigen jungen Manne, der aus Stanzach im Oberinnthale gebürtig ist und wegen seiner Gefährlichkeit in der Landes-Irrenanstalt zu Hall untergebracht war, aus der gedachten Anstalt zu entfliehen
Verwundung durch einen Geisteskranken: „An der Kinzach, die alleinstehende Mühle zwischen Absam und Thaur, zog heute gegen 9 Uhr eine Witwe ihren Karren, beladen mit allem, um gebrathene Kastanien feil zu biethen. An ihrer Seite ging ein Knabe, ihr Sohn. [Schilderung des Tobsuchtsanfalles und der Verletzung des Marktweibes und ihre Rettung]. „Glücklicherweise erschienen einige junge Männer, welche den Muth hatten den Rasenden zu ergreifen, sie konnten ihn jedoch nicht festbinden. Dieses gelang erst unter Mithilfe eines herbeigerufenen Gensdarm, unter dessen Begleitung der Tobende auf einem Müllerwagen wie ein geknebeltes Thier zum k.k. Bezirksamte geführt werden musste. Dort konnte er nur von mehreren Männern überwältigt werden. Und selbst an den Füßen gefesselt und an den Händen gebunden war er doch noch im Stande die wenigen Einrichtungsgegenstände des Kerkers untereinander zu werfen. In dieser Verlegenheit wurde um Übernahme des Mannes in der Landes-Irrenanstalt dringend ersucht, welche jedoch nur bis zum Eintreffen bereits einberufener Geisteskranker gestattet werden konnte. Der Transport in die Irrenanstalt ging in gleicher Weise auf dem Müllerwagen vor sich und zwar unter dem Andrange einer großen Menge Neugieriger, welche durch die gravitätische Miene und Haltung des Anstaltsportiers vor dem Eindringen in das Haus abgehalten werden musste.
Wie man aus verlässlicher Quelle vernimmt, hat Se. Majestät der Kaiser der Irren-Heilanstalt in Hall das seitherige ärarische Irrenhausgebäude mit Zugehör im Schätzwerthe von 80.000 fl. großmüthig zum Geschenke gemacht.
Zum Irrenhaus-Vergrößerungsbau, bei dem einer der Herren Gebrüder Hutter jun. als landschaftlicher Bauinspektor fungiert, ist die Grundaushebung nahezu fertig und werden die Maurerarbeiten in Bälde beginnen
Neues Gebäude der Irrenanstalt in Hall überraschend schnell bevölkert (80 Kranke aus Nord- und Südtirol)
In Telfs verunsichert ein gefährliches Individuum die Bevölkerung („ein Halbtrottel“); s.a. 06.07.1869
In der Irrenabteilung des Innsbrucker Stadtspitals wurden im verflossenen Jahre 24 Männer und 14 Weiber aufgenommen; hiervon wurden geheilt 6 Männer und 3 Weiber, ungeheilt wurden entlassen 3 Männer und 2 Weiber; nach Hall überbracht 1 Mann und 2 Weiber; auf die medizinische Abteilung transferiert wurde ein Mann und ein Weib, gestorben sind 2 Männer und 2 Weiber, in der Abteilung verblieben sind 6 Männer und 2 Weiber. Die Todesursache war bei zweien Gehirnerweichung und bei zweien Säuferwahnsinn. Es ist überhaupt eine sehr betrübliche Erscheinung, dass der Säuferwahnsinn hier so häufig vorkommt. Von den im vorigen Jahr in der Irrenabteilung aufgenommenen 38 Individuen litten 7 Männer und 2 Weiber, also nahezu der vierte Theil an demselben. Nicht minder auffallend ist, dass die größte Mehrzahl der Leute, welche sich im Spital aufnehmen lassen, mit einem Rausche kommen, wodurch natürlich die Untersuchung der Kranken dem Arzt sehr erschwert wird. Nicht minder zählt zu den Unannehmlichkeiten eines Spitalsarztes hier, dass kleine sechsfüßige Ungeziefer, mit dem hier gar so viele ins Spital Aufzunehmenden behaftet sind.
« StartZurück1234567WeiterEnde »
Seite 1 von 7