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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kliniken und Institute
Heute, den 25. Juli, wird die hierortige Gebärklinik für das laufende Studienjahr geschlossen. Bis zum Beginn des künftigen Studienjahres finden keine Aufnahmen statt
In den ersten drei Monaten des Bestandes der chirurgischen Universitätsklinik seit Übernahme derselben durch den derzeitigen Vorsteher, Herrn Professor Heine, befanden sich 140 Kranke beiderlei Geschlechts auf Klinik und chirurgischer Abteilung zusammen in Behandlung. Gleichzeitig wurden 60 in der Stadt wohnende oder vom Land kommende Kranke ab- und zugehend behandelt. Im genannten Zeitraum kamen ungerechnet der kleineren Operationen 40 größere und große zur Ausführung. Von den 50 Operierten starben nur 5, davon 3 an Blutvergiftung, 1 an einem alten Lungenabszess und 1 an Entkräftung. Im ganzen kamen 7 Todesfälle auf 140 Kranke. 81 Kranke wurden geheilt, 7 gebessert, 2 auf Verlangen ungeheilt entlassen, 43 bleiben in Behandlung. Noch ist erwähnenswert, dass 20 Knochenbrüche, und zwar 11 frische und 9 veraltete oder schlecht geheilte zur Behandlung kamen, von welchen ersteren samtliche ohne Verkümmerung geheilt entlassen wurden oder ihrer Heilung in Kürze entgegensehen.
Die hiesige Augenklinik erfreut sich des größten Zudranges, so dass der Mangel an Raum zur Unterbringung der Augenleidenden höchst fühlbar wird. Die 2 Zimmer, welche hierzu bestimmt sind, reichen nicht aus; eben Operierte müssen auf dem Boden liegen, in welchen ohnedies schon 16 Betten stehen. Wie groß der Zudrang ist, bezeichnet am besten der Umstand, dass gestern 8 Operationen, nämlich 6 Staroperationen und 2 andere vorgenommen wurden. Es drängt sich unwillkürlich die Frage auf, warum denn der genannten Klinik nicht ein größerer Raum zur Verfügung gestellt wird, da doch der Neubau hiezur benützt werden könnte?
Bericht über die k. k. Augenklinik für das Jahr 1870: „Im Ganzen wurden 196 Operationen vollführt, worunter 48 Staroperationen, 81 Pupilllenbildungen und 37 Schiel-Operationen waren.“
Die chirurgische Klinik: „Die Gesamtzahl der in der Zeit vom 31. Dezember 1869 bis 31. Dezember 1870 auf der Klinik und Abtheilung für chirurgische und Geschlechtskranke behandelten stationären Kranken beträgt 429. Von diesen wurden 288 geheilt, 41 gebessert und 16 ungeheilt entlassen. 2 Personen wurden transferiert, es starben 25. Die Mortalität berechnet sich hiernach auf die für eine chirurgische Klinik sehr niedrige Ziffer von 5,8 %. Der höchste Tagesstand auf der Klinik und Abtheilung im Jahre 1870 belief sich auf 65 Kranke. Eine größere Zahl konnte nicht aufgenommen werden, weil es an den erforderlichen Räumlichkeiten fehlte. Die 429 stationären Kranken boten folgende chirurgischen Krankheiten der Beobachtung dar: Verletzung der Weichtheile 55, Geschwüre 35, Abszesse 14, Frakturen 38, Luxationen 5, Knochen- und Gelenkskrankheiten 38, Orthopädische Affektionen 10, Geschwülste 42. Spezielle, unter den vorstehenden Rubriken nicht enthaltenen chirurgische Krankheiten des Kopfes 28, des Halses 7, der Brust und des Bauches 8, des Beckens 23 und der äußeren Bedeckungen 44. Syphilitische Affektionen 82. Die Gesamtzahl der im Jahre 1870 auf der Klinik ambulatorisch behandelten Kranken betrug 407.
Prof. Hofmann wird bei der morgigen Sitzung des naturwissenschaftlich-medizinischen Vereins über die mikroskopische Untersuchung von Blutflecken sprechen.
Sitzung des Bürgerausschusses: 3. Bezüglich der angeforderten Sekundar-Arztenstelle bei der Augenklinik muss bemerkt werden, dass die Augenkranken vor Errichtung der der medizinischen Fakultät in der chirurgischen Abtheilung und Klinik behandelt worden sind, dass daher nur im Interesse der Fakultät und des Unterrichts eine eigene Augenklinik eingerichtet wurde. In dieser Klinik sollen daher nur Augenkranke aufgenommen werden, welche durch ihre klinische Behandlung Unterrichtszwecken dienen. Diese Behandlung steht dem k.k. Professor der Augenheilkunde und dem auf Staatskosten bestellten k.k. Assistenten zu. Diese Klinik hat die hohe Regierung nur auf 12 Betten ausgelegt. Infolge des hervorragenden Rufes, dessen sich der k.k. Professor Dr. Mauthner als Augenarzt erfreut, zog jedoch eine weit größere Anzahl von Augenkranken aus dem ganzen Lande, aus anderen Kronländern und selbst vom Auslande herbei, und es musste die Augenklinik nothgedrungen und wiederholt erweitert werden, um diese Kranken, bei 40 an der Zahl, in den Spitalsräumlichkeiten unterzubringen. Wie die Krankenprotokolle ausweisen, sind im Jahre 1871 267 Augenkranke in diese Klinik eingetreten.
GR Dr. Ullmann zur Sterblichkeitsrate in der Innsbrucker Klinik: „Die Abteilung für innere Krankheiten beherbergt eine Menge alter gebrechlicher Leute, die dort gewissermaßen eingepfründet sind und deren Absterben nicht auf Rechnung der medizinischen Fakultät gestellt werden kann. Die Augenklinik hatte noch gar keinen Todesfall und die syphilitische Abteilung besteht erst seit einem Jahre. Man kann daher nicht sagen, dass die Leute durch Experimentalkuren dem Tode zugeführt werden.“ (Replik des Bürgermeisters. Dieser erklärt, dass seine Mittheilungen nicht die Absicht hatten, die Gemüther aufzuregen, noch die Interessen der Facultät zu schmälern. An dem Ausdrucke „Experimentalkuren“ könne man sich doch nicht stoßen, die Medizin ist eine empirische Wissenschaft und beruht auf Versuchen. Er müsse jedoch seine gemachten Vorwürfe, die er durch statistische Daten zu beweisen suchte, aufrecht halten.)
Auf den Wiltener Feldern in der Nähe des städtischen Friedhofes wird ein chemisches Laboratorium für die Universität errichtet. Der umfangreiche Bau, der schon allseitig in Frage gestellt worden ist, wird die Summe von 250.000 fl. in Anspruch nehmen. Der Plan rührt vom rühmlichst bekannten Architekten Prof. Bäumer in Wien her; (s.a. 27.01. „Dasselbe in palastartigem Style erbaut, errinnert in seinem Gesamteindrucke am meisten an die alte Pinakothek in München; nur wird dasselbe selbstverständlich nicht jene räumliche Ausdehnung wie diese erhalten. Es besteht aus dem Erdgeschoß und einem ersten Stock. Ein riesiger Schornstein, der zur Ableitung der giftigen Dämpfe bestimmt ist, rat aus der Mitte des Gebäudekomplexes empor.“)
Vortrag von Prof. Hofmann: „Über Beobachtungen an verbrannten Leichenteilen (Medizinisch-Naturwissenschaftlicher Verein)“
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