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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Schah von Persien

Schah von Persien

Schah von Persien

Der Schah von Persien wird nach Tirol kommen (s.a. den Bericht vom 05.05.1896 über den gewaltsamen Tod dieses Herrschers)
29.07., 30.07. und 31.07.1873 – (Nassr-ed-din der Schah von Persien). Der erste asiatische Herrscher, der seit Xerxes eine Reise in das Abendland unternommen und auf derselben Petersburg, Berlin, London, Paris, Genf und Turin besucht hat, ist auf der Durchreise nach Wien in der vergangenen Nacht hier eingetroffen. Derselbe war mit seinem großen Gefolge von 130 Personen, darunter unser Landsmann General von Gasteiger, nachmittags in Ala eingetroffen und dort durch Vertretung des durch Krankheit verhinderten Herrn Statthalters vom Leiter der Statthalterei-Abtheilung in Trient, Herrn Hofrath Alesani, dem FML Philippovic und den ihm für den Wiener Aufenthalt beigegebenen hohen Offizieren empfangen worden. [] Um 12 1/4 verkündete endlich die bei der Sillbrücke postierte Artillerie durch Salven die Ankunft des Zuges, der schon bald darauf in die Halle einfuhr, in welchem Momente die Militärkapelle die persische Volkshymne intonierte. Soweit verlief alles programmgemaß, doch die nun weiter auf dem Programme stehende Begrüßung des Schah unterblieb, denn derselbe zog es vor, den wirklich prachtvollen Waggon, in dem er sich befand, nicht zu verlassen, und nachdem er sich ein paar Mal am Fenster gezeigt hatte, wurde es im Wagen dunkel. Der hohe Reisende begab sich zur Ruhe. [] Der Schah wird die Reise heute weiter bis…
Negativer Höhepunkt des Tirolbesuchs: „Auf der Strecke zwischen hier und Hall machte er im Waggon Toilette und verrichtete dann noch zum Fenster hinaus ein Geschäft, das sonst im Verborgenen besorgt wird.“
07.08., 08.08. und 09.08.1873 – Neues vom „Mittelpunkt des Weltalls“ (Der Schah logiert derzeit in Laxenburg)
11.08., 12.08. und 13.06.1873 – Der Schah von Persien trifft in Innsbruck ein: „Hat es der Mittelpunkt des Weltalls, Nassr-eddin, Schah von Persien, vor 14 Tagen bei seiner letzten Fahrt nach Wien verschmäht, die gastlichen Gemächer der hiesigen Hofburg zu seinem Nachtquartier zu benützen, und war er deshalb am Bahnhofe in seinem Waggon geblieben, so hatten ihn doch die Annehmlichkeiten des Laxenburger Aufenthaltes in so guter Laune versetzt, dass er beschloss, bei seiner Rückreise auch der Hauptstadt Tirols, des Vaterlandes eines seiner Generale, dem er nach der Behauptung eines Wiener Blattes angeblich von Monat zu Monat die Gage schuldig bleibt, den Anblick seiner Hoheit zu gönnen und hier eine Rast zu halten. Dass ein so seltenes Ereignis, der Besuch eines asiatischen Herrschers, dem zu Ehren sämtliche größeren europäischen Höfe die prächtigsten Huldigungsfeste veranstaltet hatten, unsere Stadt in eine leichte Aufregung versetzte und in der tropischen Hitze der Hundstage einiges Leben hervorrief, ist selbstverständlich. [] Als der aus 20 Waggons bestehende und vom hiesigen Oberinspektor Göbl geführten Zug, auf dem sich auch noch der Verkehrsdirektor Ritter von Schüler und Oberinspektor Klaudy einfuhr, trat die dort aufgestellte Ehrenkompagnie ins Gewehr und die Musikbanda spielte die persische Hymne. Der Schah verließ den Waggon…
Unterhaltungsblatt: Die Reise des Schah von Persien durch Europa (beschrieben wird die Teilstrecke von Kufstein über Innsbruck nach Franzensfeste)
Der Schah von Persien ist heute früh auf seiner Europareise hier durchgefahren. Der aus 16 Wagen bestehende Train fuhr zur festgesetzten Zeit – 8 Uhr 45 Min. – langsam in den Bahnhof ein. Der Schah fährt stets vorsichtig und hat bei seinen Reisen ein mäßiges Tempo angeordnet. Am Bahnhof war von offiziellen Persönlichkeiten niemand anwesend, weil der große militärische Empfang infolge der Hoftrauer abgesagt worden war. Von den Sicherheitsbehörden war Magistratsrat Neuner und Polizeiinspektor Ertl zugegen, sowie ein sehr starkes Aufgebot von Wachmännern, welche den Peron und die Geleise freihielten. Der Schah verließ während des Aufenthaltes in Innsbruck den Wagen nicht. Er war im fünften Wagen, man sah seine kräftige Gestalt mehrmals am Fenster; auch zwei kleine Prinzen konnte man in derselben Abteilung bemerken. Aus den übrigen Wagen des großen Trains schaute eine erkleckliche Anzahl von Begleitern des Perserkönigs mit ihren hohen braunen Mützen heraus. Dem Schah ist Baron Hübl aus Wien als Reisemarschall beigegeben. Den Zug begleitet Staatsbahndirektor Hofrat von Drahtschmidt, sowie mehrere andere Beamte der Süd- und Staatsbahn  von Kitzbühel bis Buchs. Von Buchs fährt der Schah mit dem Wagenmaterial der Schlafwagengesellschaft, die Leergarnitur des Hofzuges wird wieder nach Wien zurückkehren