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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Sittlichkeitsdelikte

Sittlichkeitsdelikte

Gericht: Am 14. d.M. findet die Verhandlung wider Andreas K., 37 Jahre alt, verehelichter Schmied von Silz, wegen Verbrechens der Schändung statt.  
USA: Lynchjustiz an einem Innsbrucker? Ein Innsbrucker, Sohn eines ehemaligen Uhrmachers hier, und hierorts als Taugenichts bekannt, soll, wie man aus ziemlich verlässlichen Quellen vernimmt, in den vereinigten Staaten Nordamerikas das Opfer der Volksjustiz  - der Lynch - geworden sein. Er wurde von den dortigen Behörden wegen verschiederner Schandtaten á la Gwaltwolferl zum Tode verurteilt; das Volk aber riss ihn aus den Händen der Behörden udn knüpfte ihn am nächsten Baum auf. Gehen uns nähere Nachrichten über den wahren Sachverhalt ein, so werden wir sie bringen. Siehe auch den Bericht aus den New Yorker Tages-Nachrichten vom 22. April, abgedruckt in den Innsbrucker Nachrichten am 11.06. (Viehische Unthat) Hokoben, die friedlich freundliche Stadt, deren vorwiegend  deutscher Charakter jeden Besucher so unwiederstehlich anheimelt, ist vor wenigen Tagen der Schauplatz eines Verbrechens geworden, dessen weit unter dem Niveau des Tieres stehende Roheit in den Annalen der Justiz wohl selten erreicht, niemals aber übertroffen werden kann. Vor den haarsträubenden Details dieser Infamie schaudert die Feder zurück; wir wollen uns so kurz wie möglich fassen. Sigmund Schraffl, Uhrmachergeselle, wenn wir nicht irren, ein Tiroler oder Schweizer, etwa 28 Jahr alt, lockte am Sonnabend Lilly Missenkopf, das 4 1/2jährige Stieftöchterchen seiner Hauswirtin, Frau Köhler, die mit…
Vor dem Schwurgericht wird eine vollendete Notzucht in Fügen und ein Notzuchtversuch in Fügenberg verhandelt (im ersten Fall ist der Täter 19 und das Opfer 79 Jahre alt)
In der Nähe von Rum wird von Bauern ein Vergewaltigungsversuch vereitelt.
Ankündigung von Schwurgerichtsverhandlungen (auch einige Notzuchtsfälle)
(Raub und Schandthat.) Von da und dort treffen Nachrichten ein von allem möglichen Unfug, den beschäftigungslose, das Land nach allen Richtungen durchziehende Arbeiter treiben. Aus dem Zillerthale wird neuerdings von einem Raube berichtet, den dortige Landstreicher verübten. Am 1. April wurde die Böthin, welche zwischen Mayrhofen und Dornauberg verkehrt, auf dem einsamen Gebirgspfade überfallen, genothzüchtigte und vollkommen ausgeplündert. Es gehört doch sicher nicht zu den unberechtigten Forderungen, wenn die Bevölkerung des Landes seine Rufe erhebt nach einem wirksamen behördlichen Schutz gegen diese Landplage, welche die Zigeunerdurchzüge bald an Ausdehnung übertrifft und große Gefahren für die Sicherheit des Eigenthums, der Ehre und des Lebens der ansässigen Bewohner und der berufsmäßigen Wanderer nach sich bringt. Die Ausweisung und Abschiebung aller Arbeiter aus fremden Gegenden, welche sich nicht über Arbeit und Verdienst ausweisen können, dürfte diesem Übel abhelfen.“
(Ein krasses Beispiel ländlicher Roheit.) In der vorigen Woche wurde beim „Eggeler-Bauern“ auf den Sillhöfen (Gemeinde Pradl) von einem verwahrlosten Burschen an einem 19 – 20jährigen Mädchen beim „Türkenbratschen“ ein ebenso grausamer als schamloser Akt brutaler Misshandlung geübt, deren Art wir aus Rücksichten der Sittlichkeit nicht näher bezeichnen können. Dadurch wurde das Mädchen, welches mit Berechnung in einen Zustand der Betrunkenheit versetzt wurde, in so bedenklicher Weise zugerichtet, dass man es in anscheinend hoffnungslosem Zustande ins Stadtspital übertragen musste. Der ruchlose Thäter ist eingezogen und sieht einer wahrscheinlich empfindlichen Strafe für diesen Ausbruch seienr verthierten Natur entgegen. Die Misshandelte ist übrigens nicht gestorben, wie in den letzten Tagen ein weitverbreitetes Gerücht hartnäckig behauptete, sondern befindet sich bereits außer Lebensgefahr; dessen ungeachtet dürfte ihr das Türkenbratschen im Herbste 1879 zeitlebens in mahnender Erinnerung bleiben. Aus dieser traurigen Thatsache ersieht man, wie manche alte Gewohnheiten bei ländlichen Arbeiten, zu welchen vorzüglich das „Türkenbratschen“ gehört, der guten Sitte nicht besonders förderlich ist. Es bleibt bei solchen Gelegenheiten nicht immer der harmlosen Unterhaltung und beim „Lustig in Ehren“, mit welchem Spruch man Vieles zu beschönigen versucht, sondern oft lodert die wilde Leidenschaft beim Genuss vom Branntwein und bei allerlei freien Reden und zottigen Späßen…
In den Nachmittagsverhandlungen wurde mit Ausschluss der Öffentlichkeit eine 76-jähriger Witwer aus Westendorf, Gutsbesitzer zu Nudelbaum, Gemeinde Söll, wegen Notzucht und Schändung zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt
Ein Taglöhner aus Imst wird infolge einstimmigen Verdicts der Geschwornen wegen Schändung zu 8 Jahren Kerker verurteilt.
Mehrere Bauernburschen aus Ladis müssen für 4 Wochen bis 6 Monate in den Kerker, weil sie es mit einem Mädchen gar zu bunt getrieben haben
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