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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Raub

Raub

Am 1. des Monats wurde zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags, in einem Walde in Erpfendorf, eine Stunde von Waidring gegen Kirchdorf in Tirol, ein Mann von zwei Burschen räuberisch angehalten, welche ihm das Geld abnehmen wollten. Der Angefallene war den Räubern das Geld vom Wagen. Die Räuber brachten ihm hierauf drei Schüsse in den Oberschenkel bei. Auf den lebhaften Hilferuf des Angefallenen kamen Leute herbei, welche die Räuber, ohne dass sie das ihnen vorgeworfene Geld zu sich genommen hätten, die Flucht ergriffen. Es waren dem Anschein nach Italiener; der eine trug einen rothen Hut, der andere eine Mütze; einer hatte ein Doppel- der andere ein einfaches Terzerol; s.a. 11.08.
Raubüberfall in Reith bei Kitzbühel. Über den Täter konnte bisher nichts in Erfahrung gebracht werden
Innsbruck: In einem kleinen Häuschen, welches unterhalb der Kettenbrücke zur linken Seite des zum Mühlauerbadehause führenden Weges steht und in dessen Erdgeschoß eine Tabaktrafik ist, drang vorgestern abends ein Mann ein, überfiel die dort anwesende Weibsperson, versetzte derselben mehrere Schläge auf den Kopf, so dass sie betäubt wurde, beraubte die Kassa und entfloh mit dem Raub; (s.a. Verhandlung und Verurteilung 08.02. und die folgenden Tage)
Raubüberfall in Jenbach
Schwurgerichtsverhandlung wegen eines in Breitenbach begangenen Raubes (Franz Burganza aus Carbonara, genannt „das wälsche Mandl“ wird zu 12 Jahren Kerker verurteilt)
Raub in Wilten (Tatort zwischen dem Oberrauch- und Templwirtshaus)
Raubmordversuch in Völs: Vorgestern Abends verbreiteten sich hier Gerüchte von einem unerhört frechen Raubattentate, das am hellen tage auf den hochw. Herrn Kuraten Kern, Wallfahrtspriester am Blasienberg bei Völs, also in nächster Umgebung der Landeshauptstadt, gewagt worden sein sollte. Leider beruhen diese Mitteilungen, obgleich sie vielfach übertrieben und entstellt kolportiert werden, auf einer positiven Grundlage. Die Redaktion hat nichts unterlassen, um möglichst authentische Details dieses betrübenden Vorfalles in Erfahrung zu bringen, und ist deshalb auch in der Lage, über den Sachverhalt tunlichstwahrheitsgetreu berichten zu können. Der Verlauf des blutigen Dramas entwickelte und gestaltete sich nach den jetzt vorliegenden Daten folgendermaßen: Am Freitag Abends desertierte der Kaiserjäger Karl Zorgschütz aus der in Kufstein stationerten Reservekompagnie, und gesellte sich verabredungsgemäß zu dem schon einige Tage früher desertierten Emmerich Wairather. Als dritter im sträflichen Bunde ist ein gewisser Josef Kröll, ehemaliger Bremser, zu nennen. Diese drei Individuen, sammtlich erst im Alter von 20 – 22 Jahren, hatten sich von hier aus in der Absicht nach Völs begeben, um sich eingestandenermaßen dort den Inhalt der Kasse des Herrn Kuraten Kern, Wallfahrtspriester am Blasienberg, gewaltsam anzueignen. Zu diesem Behufe zogen sie, vorderhand orientierungshalber, um 11 Uhr Vormittag am Widum die Glocke und verlangten von der…
Zum Raubmordversuch bei Völs, welcher noch immer das Tagesgespräch bildet, tragen wird die Mitteilung folgender Nebenumstände nach. Die drei Verbrecher waren schon von Innsbruck aus zusammen nach Völs gegangen. Unterwegs kehrten sie im Gasthause „zum Peterbrünnl“ ein und begaben sich nach kurzem Aufenthalte nach Völs, wo sie am Fuße des Blasienberger bei einer Bäurin vorgesprochen und gefragt haben sollen, ob sie ihnen keine Fünfzigguldennote wechseln könne. Als dies verneint wurde, stiegen sie zur Wallfahrt empor, welche bekanntlich ganz isoliert dasteht. Was den Verlauf der Tat selbst anlangt, verweisen wir auf die richtige Darstellung in der vorgestrigen Nummer unseres Blattes. Als die Strolche die Flucht ergreifen mussten, lief die Wirtschafterin des Kuraten in die Kirche und zog dort an einem eigens für solche Zwecke angebrachten Alarmierunglöckchen. Die Wirkung war eine erfreuliche. Man erzählt uns, dass die Bewohnerschaft von Völs beim letzten Aufgebote im Kriege kaum rascher auf den Beinen hätte sein können, als es hier der Fall gewesen. Auch an einem tüchtigen Kommandanten fehlte es nicht. Der Postwirtssohn von Völs nämlich übernahm diese Charge und bekleidete sie mit Umsicht, Energie und so anerkennenswertem Eifer, dass es wohl vorzüglich ihm zu verdanken ist, wenn die Flüchtigen so bald zu Stande gebracht worden…
Zum Raubmordversuche bei Völs erfahren wir, das weder der Herr Kurat Kern noch E. Wairather bis heute ihren Wunden erlegne und alle uns in Bezug auf den Letztgenannten zugekommenen Todesnachrichten verfrüht sind. Hinsichtlich der gerichtlichen Kompetenz erwähnen wir korrigierend, dass Wairather und Zorgschütz der militärischen, Kröll hingegen der Civil-Jurisdiktion unterstehen. Ferner vernehmen wird nachträglich vn zuverlässiger Seite, dass die Verbrecher keine verzweifelte Gegenwehr geleistet, sondern als sie sich verfolgt und umstellt sahen, freiwillig auf Widerstand verzichteten und sich mit Ausnahme Wairathers den zu ihrer Festnehmung herannahenden Bauern ohne Weiteres zur Verfügung stellten. Es ist demnach unrichtig, dass Kröll der Revolver versagt habe; er benützte ihn eben gar nicht. Herr Kurat Kern soll sich wieder wohler befinden.
Noch eine Schilderung des Tatherganges in Völs; Blutspuren; Kröll der Rädelsführer; Zorgschütz wird von der hiesigen Frohnfeste ins Stockhaus überliefert.
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