Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Gletscherausbrüche

Gletscherausbrüche

Durch die heuer eingetretene ungewöhnliche Sommerhitze wurden auch die Gletscher des Stubaitales angegriffen und geschmolzen, dies war auch bei dem 3 Stunden ober Volderau, Gemeinde Neustift, gelegenen Habicht-Ferner der Fall, wodurch der von demselben entspringende und ober Volderau in einen hohen Wasserfall abstürzende Mißbach am 22. d. M. furchtbar anschwoll, indem ganze Eisklumpen in denselben herabfielen und seinen Lauf hemmten, wodurch er dann Felsen und Schutt mit furchtbarem Getöse über den Wasserfall herabschleppte, und unten angelangt, in seinen Rinnsalen einen ungeheuren Schuttkegel bildete und großen Schaden anrichtete.
Am letzten Sonntag hatten die zwei letzten Höfe des lang gestreckten Kaunserthales - beim See genannt - eine wahre Schrecksekunde. Der nahe Gepatsch-Ferner, der mit seinen riesigen Armen ins Thal herunterlangt, ist diesen ganzen Sommer hindurch im Zurückweichen begriffen. Da geschah es, dass eine sogenannte Fernerstube ausbrach und in wilder Hast stürzte das Element aus dem gesprengten Eiskerker und riss im jähern gewaltigen Sturz ganze Bergwände mit in die Tiefe. Das Gepolter und Krachen war fürchterlich und der Schrecken umso größer, da es jetzt klar wurde, dass ein solcher Murbruch eine Thalsperre bewirken, und dass die ganze hinter der Mure liegende Thalfläche - bei 6000 Klafter schönster Wiesenfelder - durch Absperrung des Baches in einen See würde verwandelt werden! Und so geschah es auch leider! Den Armen bleibt nichts anderes übrig als den heimatlichen Boden zu verlassen, denn gegen solche Gewalten vermag auch der Fleiß der Menschen nicht zu siegen: gerade voriges Jahr brach an derselben Stelle eine Mure los; mit einer unsäglichen Anstrengung haben die Leute dieselbe wieder in etwas hergerichtet, die Arbeitswerkzeuge lagen noch an der Stelle und neuerdings liegt haushoch Gerölle. Damit man sich einen Begriff machen kann, was hier die Leute arbeiten müssen, so diene die…
Aus Sölden wird gemeldet, dass in Folge der großen Hitze in letzterer Zeit das Wasser des sogenannten Wüthenbach-Ferners abfließt, was eine große Bergabsitzung zur Folge hatte. Es hat sich nun bei Sölden ein ganzer See gebildet, der eine Viertelstunde lang und 10 Minuten breit ist. Die fruchtbarsten Felder und Wiesen stehen unter Wasser. In Folge des fortwährend heißen Wetters schmilzt das Gletschereis immer mehr und mehr, und die Bergabsetzungen mehren sich. Der vom Wüthenbach-Ferner kommende Bach bringt fortwährend große Massen von Erde und Steinen daher, die er im Hauptthale ablagert und so die Weiterbildung des dahinter aufgestauten Wassers fördert. Sollte der See zum plötzlichen Durchbruch kommen, so gäbe es eine ungeheure Verwüstung durch das ganze Thal hinaus. Alles ist auf das höchste besorgt. Der Schaden, den der neugebildete See bereits verursacht hat, ist sehr groß und für die armen Bewohner von Sölden doppelt groß.
Aus dem Ötzthale wird berichtet, dass der See, welcher sich vor Sölden gebildet hatte, letzten Donnerstag ausgebrochen ist. Die Gemeinde wurde dadurch vom nassen Gaste befreit, dagegen durchbrach die hoch angeschwellte Ache bei Huben die Arche an zwei stellen und richtete viel Schaden an
Aus dem Ötzthal berichtet man, dass Gefahr drohe, der Vernagtgletscher könnte in kurzer Zeit wiederum ausbrechen, welcher schon öfter diesem Thale großes Elend und Schaden bereitet hat
Der Eissee oberhalb Gurgl, einer der ersten Naturschönheiten des Ötzthales, ist gänzlich versiegt, sodass man trockenen Fußes über den Boden gehen kann. Die riesigen Eisblöcke, die früher auf seiner Oberfläche schwammen, liegen jetzt auf dem Boden