Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Muren und Erdrutsche

Muren und Erdrutsche

Oberhalb der Festung Finstermünz sollen beim Waldigerstegbach 17 oder 18 Personen von einer Mure verschüttet worden und spurlos verschwunden sein
(Nauders.) Bericht über das Unglück in Finstermünz: Es wurde von Seiten des Civil- und Militärärars in der Nähe der Kantine ein Schutzdamm ausgeführt, bei dem unter Begünstigung des schönsten Wetters mehrere Arbeiter beschäftigt waren, als aus dem Valdicastel-Thale plötzlich ein Muhrbruch herausstürzte, in Folge dessen 15 Personen ihren Tod fanden und mehrere andere schwer beschädigt, aber gerettet wurden. Leichen wurden noch keine aufgefunden, da dieselben theils unter tiefem Schutte begraben sind, theils vom reißenden Bachwasser durch die sogenannte Stuibe wahrscheinlich in den Innstrom fortgeschwemmt wurden. Der Jammer und das Elend in Nauders soll in Folge dieser Katastrophe herzzerreißend, und die ganze Gemeinde in größter Trauer und Bestürzung sein.
Die Regengüsse der letzten Woche im Oberinntal haben einige Schäden angerichtet. So ging in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag zwischen Haimingen und Karres an der sogenannten „Breitmuhr“ ein Murbruch nieder, desgleichen unweit derselben am Sonntag. Samstags ging auf der Finstermünzstraße in der Nähe des neuen Hotels eine kleinere Mure nieder und in der folgenden Nacht eine größere bei Pfunds. Dort hatte schon am Mittwoch der Stubnerbach großen Schrecken verursacht, indem er Steine, Geröll und Holz brachte und mit furchtbaren Tosen auszufüllen und zu unterspülen anfing. Selbst ein Theil eines Hauses stürzte ein. Wasserleitungen und Archen wurden beschädigt und Grundstücke überschwemmt. Seit Sonntag ist jede Gefahr wieder beseitigt.
In Rietz hat eine Mure große Verheerungen angerichtet.
Über das große Elementarereignis, das den Marktflecken Hopfgarten im Brixenthale letzten Freitag betroffen, erfahren wir folgendes Nähere: Zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags des genannten Tages hatte sich über Hopfgarten ein tüchtiges Gewitter entladen, in Folge dessen die zwei von der hohen Salve kommenden Bäche schnell anschwollen, Felststücke, Baumstämme und Schutt losrissen und mit sich fortführten hinab zum Markte, wo die Häuser bis zum Erdgeschoß hinauf bedeckt und die Straße nach Wörgl und Kitzbühel auf eine weite Strecke mehrere Schuh hoch überschüttet wurde. Alles geschah so schnell und unerwartet, dass jeder Gegenwehr unmöglich war. Die auf der Höhe des Marktes zum Scjhutze desselben massiv aufgeführten, über 1 1/2 Klafter hohen Wehrmauern wurden fortgerissen und das Material in den Ort gewälzt, und zwar mit solcher Wuth, dass die Häuser in ihren Fundamenten erzitterten, die Mauern Sprünge bekamen, Ställe und Scheunen einstürzten, steinerne und hölzerne Vortreppen nebst Eisengitter weggerissen wurden. Die Keller und theilweise auch die Erdgeschosse sind mit Schutt vollgestopft, die Eingänge geschlossen, Gitter und Fenster zertrümmert. Die Brücke bei Hopfgarten ist ganz eingemuhrt.
05.08. und 07.08.1873 – In Folge eines schrecklichen Unwetters mit Hagel und Regengüssen verheert der Oberbergbach das Oberbergthal und den Weiler Milders. In Neustift bricht eine Mure los und überschüttet Felder, Gärten und Wiesen.
Vemurungen in Mühlau, Arzl und Rum
In einem Seitenthale des Iselthales, dem wildschönen und von armen Leuten bewohnten Defreggenthale, haust seit mehreren Tagen der Thalbach in der verheerendsten Weise, indem er Brücken und Stege, Straße und Wege fortreißt und Felder und Wiesen mit Steingerölle und Schlamm und Schutt übersandet
Eine Mure verwüstet Inzing. Die Kirche ist bis zu 2 Meter, stellenweise sogar bis zu 3 Meter hoch von innen und außen verschlammt und versandet; schauerlich ist auch der Anblick mancher Häuser; der Jammer ist groß, auch ein Menschleben ist zu beklagen. Da ist kein Haus mehr nach keiner Richtung zu, das nicht mehr oder weniger im Sumpfe steckt. Die Verbindung untereinander zu ist vorläufig zur Nothdurft aus Brettern hergestellt. Wehe dem, der einen unbehutsamen Tritt zur Seite macht. Der steckt bis über die Knie, stellenweise wohl bis zum Oberleibe oder gar bis an den Hals im Dreck, und wenn ihm nicht Hilfe zutheil wird, so bemüht er sich vergebens, sich aus eigener Kraft herauszuarbeiten. An der Straße nach Flaurling liegt das Haus, in welchem die Leiche der verunglückten Frauensperson nach langem Arbeiten, Schöpfen und Graben unter Schutt und Hausgeräthen, auf dem Boden liegend, aufgefunden wurde. Sie hatte noch eine Ziege retten wollen und fand dabei selbst den Tod; s.a. 04.09. 09.09.1879
Die Gemeinde Inzing wird neuerlich von einer Mure heimgesucht. Glücklicherweise erreichte sie nicht die nach den Erfahrungen des letzten Jahres befürchteten Dimensionen.
« StartZurück12345WeiterEnde »
Seite 2 von 5