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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Muren und Erdrutsche

Muren und Erdrutsche

Eine große Erdmure ging am vergangenen Donnerstag nach einem heftigen Gewitter im Zillerthale in der tiefen und bewaldeten Schlucht des Thurnbaches zwischen den Gemeinden Ditlberg und Rohrberg nieder. In Folge einer Erdabrutschung bildeten sich sogenannten Klausen und dadurch große Wassermassen, welche nacheinander zum Durchbruche kamen und sich mit zerstörender Gewalt ins Thal stürtzten. Eine Sägemühle und mehrere kleinere Bauernmühlen wurden rein wegrasiert und ungefähr 15 Joch guten Feldgrundes mit einer Schutt- und Schlammschichte bis zu zwei Meter überschüttet. Die Gewalt der Mure riss Felsenstücke in der Größe von Stadeln und massenhaft Trümmer von Tannenstämmen und Wurzeln mit sich.
Am 14. d. Mts. ereignete sich in Kirchbichl ein schreckliches Unglück. Als um 5 Uhr abends die Familie des Sebastian Graz zu Ganzleiten in der Kleinsiete, bestehend in dem Bauern, der Bäuerin, 4 Kindern und der Dienstmagd, beim Abendessen in der Stube versammelt waren, brach eine Erdlawine ober dem Hause los und fuhr mit solcher Gewalt in die Stube, dass von einem Entfliehen keine Rede war, obwohl die Familie das Sausen und Brausen hörte. Die Lawine durchschlug die Wand der Stube und furh in den Hausgang hinaus. Die Bäuerin konnte sich noch mit größter Mühe mit dem 14 Tage alten Knaben retten und lief ohne Schuhe zu dem nächsten Bauernhofe, um Hilfe herbeizurufen. Der Bauer war aber halbwegs eingemurt und konnte dem größeren Knaben vor sich mit der einen Hand noch so viel Hilfe leisten, dass er dem Drucke nicht erlag, zwei Kinder mussten todt ausgegraben werden. Der Bauer musste aus dem Schutte ausgegraben werden und erlitt einen zweifachen Rippenbruch. Die Dienstmagd wurde auch arg beschädigt. Das Haus ist unbewohnbar und muss wahrscheinlich an einer anderen Stelle aufgebaut werden. Der Bauer ist arm und sein Besitzthum jetzt schon mit Schulden überhaüft. Einstweilen sind die Unglücklichen in anderen Bauernhäusern untergebracht; s.a.…
Murbrüche in Ötz und in Sautens. Am Mittwoch den 31. Mai ging das erste größere Hochgewitter über Ötzthal nieder. Bei demselben wurden in Stuffenreich, einem Weiler von Ötzerberg, ein Mann vom Blitze getötet. Die Leiche zeigte keine Verletzungen, nur die Haut und die Schuhe waren zerfetzt und auf dem Kopfe entdeckte man eine kleine Blase
In Haiming hat eine Mure beim Gasthof Magerbach die Poststraße verlegt. Der angestrengten Thätigkeit des Herrn Straßenmeisters Scheiber von Imst sowie des Herrn Wachtmeisters Kirchmair aus Silz, dann der Bereitwilligkeit der italienischen und einheimischen Arbeiter gelang es jedoch, die Straße mittags für Fuhrwerke wieder passierbar zu machen.
Murbrüche und Lawinen in Pfunders (u. 08.04.)
Erdsturz beim Bad Weitlanbrunn in Sillian
Murbrüche in Sautens, Ötz und Roppen
Findler Mure in Ried im Oberinntal
Vermurungen in Roppen (in 11 Häusern sind die ebenerdigen Räume fast vollständig mit Schotter ausgefüllt)
Die Rumer Mure, einer der gefürchtetsten Wildbäche Nordtirols, hat wieder, nachdem sie lange Zeit ruhig geblieben, großes Unheil angerichtet; Gewitterschäden in Kaltenbach
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