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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Theaterskandale

Theaterskandale

Gestern setzte es im hiesigen Theater einen stürmischen Auftritt ab. Vor einigen Tagen nämlich erlaubte sich ein Schauspieler einen sehr geachteten hiesigen Universitätsprofessor nachzuäffen. Die Universitäts-Studierenden beschlossen auf das hin, während der gestrigen Vorstellung vom betreffenden Schauspieler öffentliche Abbitte zu verlangen. Es wurde in den Räumen des Theaters von den Studierenden so lange geschrieen und gepfiffen, bis der betreffende Schauspieler die verlangte Abbitte geleistet. Einige von den Lautesten wurden während des Schreiens von der Polizei arretiert, jedoch allsogleich wieder auf freien Fuß gesetzt und unter dem Jubel ihrer Kameraden ins Theater zurückgeführt
Öffentliche Entschuldigung des Direktors Zinker für die erbärmliche Leistung des Mimen Maeder, dessen falsches Gebrüll die Vorstellung zu einem Fiasko werden ließ (Maeder spielte in der Operette „Die leichte Cavallerie“ die Rolle des Husarenwachtmeisters); s.a. 26.09. Herr Maeder wehrt sich: „Laut abgeschlossenen Contract bin ich als Basso Buffo bei hiesiger Bühne engagiert; trotzdem ließ ich mich durch den eindringlichen Wunsch des Herrn Zinker bewegen, die Tenor Partie des Wachtmeisters Janos zu übernehmen, damit die Aufführung ermöglicht werden konnte. Auch habe ich Herrn Kapellmeister Machatsch verschiedene Male gebeten, mir das Reiterlied Nr. 6 B-Dur in As-Dur zu transponieren; derselbe erwiderte mir, dass das Orchester dazu nicht imstande sei. Die übrigen zarten Auslassungen des Herrn Zinker überlasse ich dem verehrlichen Publikum (Anm. der Innsbrucker Nachrichten: „Obiger Berichtigung haben wir auf Grund eines Auftrages der k.k. Staatsanwaltschaft unsere Spalte geöffnet.“); s.a. 28.09. Replik auf die Äußerung Maeders
Petition einiger Frauen aus Innsbruck, gegen irreligiöse und unmoralische Tendenzen im Theater einzuschreiten (das Stück, welches den Unwillen der Damen erregt: Ein Abenteuer im Kloster *** ; siehe dazu auch den Bericht vom 25.01.)
Theaterskandal: Die gestrige Aufführung des Gruberschen Volksstückes: „Der Pfarrer von Kirchfeld“, benutzten einige junge Herren der hiesigen Aristokratie, um einen ganz kindischen Scandal in Scene zu setzen. Die Herren, es werden uns folgende Namen genannt: Graf Hahn, Freiherr von ´Biegeleben, Freiberg, Graf Schaffgotsche und Falkenhayn, okkupierten 4 Logen im ersten Range, un dingten um 50 kr. per Person Packträger, Kommissionäre, Dienstmänner und Artilleristen, welche die Aufgabe hatten, auf ein gegebenen Zeichen zu pfeifen und zu zischen. Als „Michel Berndofer“ (Herr Erl) sagte, ein lutherisches Mädel zu küssen, wird ja auch keine Sünd sein, gab Graf Hahn in der Loge das Signal zum Scandale. Es brach nun von der Gallerie ein Höllenspektakel los, durch Zischen und Pfeifen, darunter die schrillen Töne der militärischen Signalpeifen, führten die 50 Mann eine wahre Wolfsschlucht-Musik aus. Das Publikum im Hause war durch die Demonstration mit Recht empört, und es bedurfte des raschen Einschreitens der Polizei, um Thätlichkeiten im Theater zu verhindern. Der städtische Polizei-Kommissär, Herr Engelbrecht, begab sich allsogleich auf die Gallerie und sodann in die Logen jener Herrn und forderte sie zur Ruhe auf. Dieselben verließen auf diese Aufforderung das Theater und entgingen nur mit Noth den Insulten Derjeniger, welche sich mittlerweile vor dem…
(Demonstration im Innsbrucker Stadttheater). Schon seit mehreren Tagen waren Gerüchte in der Stadt verbreitet, die von Demonstrationen wissen wollten, welche von klerikaler Seite anlässlich der Andreas Hofer Aufführung in unserem Stadttheater inszeniert werden sollten. Und die Fama behielt diesmal recht; seit mindestens zwei Dezennien hat unser Musentempel nicht mehr eine so stürmisch bewegte Vorstellung gesehen wie gestern. Das Haus war in allen Teilen ausverkauft und spendete nach dem ersten Aufzug stürmischen Beifall, der den in einer Parterre Loge der Vorstellung anwohnenden Dichter immer und immer wieder vor die Rampe reif. Und heller Jubel brach los, als Herrn Kranewitter drei mit schönen Schleifen geschmückte Kränze überreicht wurden. – Auch der zweite Aufzug ging ohne Störung in Szene – erst am Schlusse desselben, knapp vor dem Fallen des Vorhanges, setzte eine numerisch schwache Opposition ein, die an der unwirschen Behandlung der Frau Hofer durch ihren Mann Anstoß nahm. Von der Galerie herab erschollen einzelne Pfuirufe, die bald durch die Mitwirkung von Signalpfeifen recht kräftig unterstützt wurden. Die veranlasste die Majorität, der Opposition mit stürmischen Heilrufen zu begegnen, die schließlich auch siegreich das Feld behaupteten. – Der dritte Aufzug bildete den Höhepunkt der Erregung; im sechsten Auftritt, der uns Hofer im vollen Bewusstsein…
In Beantwortung der Interpellation des Abg. Tschan betreffend das Verbot der zweiten Aufführung des Kranwitter´schen Dramas Andreas Hofer im Stadttheater zu Innsbruck, bemerkte der Ministerpräsident, dass schon der der am 3. Dezember stattgefundenen ersten Aufführung das Spiel unterbrochen werden musste, weil ein Teil des Publikums während des zweiten und dritten Aktes durch Zischen und laute Entrüstungsrufe demonstrierten, während seitens der zahlreich anwesenden Freunde des Stücks ostentativ Beifall gespendet wurde. Die Statthalterei hatte trotz dieses störenden Zwischenfalls nicht die Absicht, die für den 7. Jänner angesetzte zweite Aufführung zu untersagen, wurde jedoch in letzter Stunde veranlasst, weil ihr bekannt geworden war, dass seitens der Gegner des Schauspiels eine Agitation organisiert und zum Zwecke der Verhinderung der Vorstellung aus umliegenden Dörfern Zuschauer herangezogen werden sollten, die gegebenenfalls auch ihre Körperkraft in den Dienst der Sache hätten stellen sollen. … Nach der vom Statthalter geschilderten Sachlage ist das Aufführungsverbot eine im Paragraphen 5 der Theaterordnung begründete Maßnahme (Anm. bei dieser Gelegenheit kommen auch noch einmal die Vorgänge beim Kocian-Konzert zur Sprache)
Gerichtszeitung. Die Affäre Arlt-Jenny. Herr Direktor Arlt vom Innsbrucker Stadttheater hat in der Nr. 55 d. J. einen offenen Brief an Herrn Jenny gerichtet, in welchem er infolge großer Aufregung, in der sich den die im Tiroler Wastl vorher erschienenen Artikel befand, Ausdrücke gebrauchte und Anschuldigungen erhob, welche von Herrn Jenny als Beleidigung aufgefasst wurden. Zurückziehung der Anzeige
Innsbrucker Stadttheater: Die in einigen Blättern gebrachte Nachricht von einem Verbot des Stückes „Filia hospitalis“ beruhte auf einem Irrtum; wohl aber wurden zu der morgigen Wiederholung des Stückes umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um eine Wiederholung der Demonstration zu verhindern. Unter anderem wurde angeordnet, dass während des Spiels der Zuschauerraum nicht verdunkelt wird; s.a. 09.04
Das Schauspiel „Jugend“ von Max Halbe, welches Direktor Krasensky am Dienstag im Bürgersaal zur Aufführung brachte, fand unter dem Schutz der Gendarmerie statt, welche während der Vorstellung auf der Straße Patrouillen aufgestellt hatte. Die Veranlassung hierzu hatte ein an die Bezirkshauptmannschaft gerichtetes Schreiben gegeben, in welchem erklärt wurde, dass, wenn die Aufführung der „Jugend“ stattfindet, eine Demonstration vor dem Bürgersaal veranstaltet würde. Die Vorstellung war nahezu ausverkauft. Die Vorstellung verlief ohne Störung
Vernichtende Kritik für die Posse „Die Heirat auf Probe“ … Es gibt uns diese Posse aber auch leider Gelegenheit, ganz energisch gegen eine pöbelhafte Verhöhnung Tirols aufzutreten, dessen sich ein im zweiten Akt gesungenes, offenbar als Parodie dem Hoferlied anempfundenes Couplet in mehr als geschmackloser Weise schuldig gemacht hat. Derlei Späße sind auf der Bühne einer Landeshauptstadt, in die eben die Fremden einzuziehen beginnen, mehr als gewagt und mehr als stark. Wenn sie von einigen gedankenlosen Klatschern belacht wurden, so will dies gar nichts für ihre Berechtigung oder für das Taktgefühl eines artistischen Leiters sagen, denn einen energischen Widerspruch vorausgesetzt, hätte die Stimmung ebenso gut in einen regelrechten Theaterskandal ausarten können … Als Nachfolger Zerbis stellte sich ein gewisser Herr Alfred Huttig in der Rolle des Franz Brackenhofer vor, der krampfhaft Arme und Beine bewegte, im übrigen aber von verblüffender Interesselosigkeit blieb
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