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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Theaterdirektion und Ensemble (1854 - 1870)

Theaterdirektion und Ensemble (1854 - 1870)

Seitdem die Direktion unseres Theaterinstitutes von Frau M. Lippert, geb. Licht, fortgeführt wird, gestalten sich die Verhältnisse so gut, als es unter dermaligen Umständen überhaupt möglich ist, wo wir auf die Opfer Verzicht geleistet, und uns mit Schauspiel und guten Singspielen und Lokalpossen begnügen.
Die Direktion des k.k. Nationaltheaters wurde bis auf den heutigen Tag an keinen diesfälligen Competenten überlassen. Wir dürfen uns demnach kaum noch auf eine Wintersaison Rechnung machen.
Gestern ist die Theaterdirektrice Frau Rosner aus Troppau hier angekommen, um persönlich wegen Übernahme der hiesigen Theaterdirektion das Erforderliche einzuleiten (s.a. das Namensverzeichnis der Künstlergesellschaft von Troppau am 06.12. und die Übergabe der Leitung des k.k. Nationaltheaters durch die Statthalterei am 09.12.)
Die Aussicht, in Innsbruck in Bälde eine komplette Theatergesellschaft zu besitzen, lässt das Interesse des Publikums an den Interimsvorstellungen verflachen. Die Beleuchtung in und außer dem Theatergebäude war gestern wieder den Mächten der Finsternis hold.
Ankunft der ersten Mitglieder der Theatergesellschaft (Betty Müller und Herr Behrens, welcher als Geschäftsführer fungieren dürfte); s.a. 30.12.
Die gestrige „Abendunterhaltung“ im hiesigen Nationaltheater war sehr spärlich besucht. Falls Madame Rosner nicht im Stande ist, in kommender Saison eine in allen Fächern vollkommen befriedigend besetzte Gesellschaft zu führen, so dürfte sich ein trauriges Ende unserer nächsten Theaterzukunft wohl ohne große Prophetengabe vorhersehen lassen
Über die theatralische Zukunft in Innsbruck sind noch keinerlei sichere Anhaltspunkte bekannt, nur so viel ist bekannt, dass sich drei oder vier Competenten (darunter Hr. Wilhelm Lippert) um das k.k. Nationaltheater bewerben.
Wie wir vernehem, hat der ehemalige Theater-Direktor von Marburg, Herr Lutz, die Konzession des hiesigen k.k. Nationaltheaters auf 3 Jahre erhalten. Demselben geht als gewesener Führer mehrerer Theaterinstitute in Österreich und Böhmen der vortheilhafte Ruf eines reellen und tüchtigen Geschäftsmannes voraus.
Die Saison des hiesigen k.k. Nationaltheaters soll mit dem 16. k. M. beginnen. Von der Geschäftstüchtigkeit und Ehrenhaftigkeit des neuen Herrn Direktors Roll lässt sich das Zustandekommen einer für alle Fächer des Schau- und Lustspiels wie der Gesangsposse vollkommend entsprechend bestzten Theatergesellschaft mit allem Grund erwarten.
Die Theatersaison soll schon nächsten Sonntag eröffnet werde; womit ist noch nicht bestimmt. Unter den bereits hier angekommenen Mitgliedern bemerken wir das Fräulein Lingg (Lokalsängerin) und die Herren Göppel und Blasel (letzterer Gesangskomiker für das sog. Nestroy´sche Fach), denen ein vorteilhafter Ruf vorausgeht. Auch ist es erfreulich zu vernehmen, dass Herr Direktor Roll seit Jahren dafür bekannt und geschätzt ist, dass er keine Kosten scheue, die werthvollsten Novitäten stets gleich nach ihrem Erscheinen für die seiner Leitung unterstehenden Bühnen zu acquirieren.
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