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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Theatergebäude

Theatergebäude

Stadttheater (noch mit der Reiterstatue Leopolds V.)Stadttheater 1943

Aus dem k.k. Nationaltheater: Als ein neues Exil für Verbrecher möchte man – statt dem kalten Sibirien – wo die Sünden bei großem Frost durch Zobelfang abgebüßt werden müssen, einem nähern bequemeren Ort für solche Zwecke in Vorschlag bringen; wir meinen nämlich solche Unbußfertige zu verdammen, bei Winterszeit das hiesige Theater für einige Stunden zu besuchen; dort dürften extravagante Köpfe durch die dort herrschenden nordischen Luftströmungen auch curiert werden. (Einige, denen es im Theater äußerst „sibierisch“ zumute war.
In den Lokalien des hiesigen k.k. Nationaltheaters wird jetzt der Mittelplatz auf der Gallerie bald in einen Schweinestall umgewandelt werden, zumal sich auf dem Gesimse ober der Hofloge eine ungeheure Masse von Kastanienschalen in der Art aufhäuft, dass es kein Wunder wäre, wenn verschiedene Insekten ihren Wohnsitz dort aufschlagen möchten.
Es ist unzweifelhaft, dass unser k.k. Nationaltheater mit der am 15. und 16. d. M. zu eröffenenden Saison einer besseren Zukunft entgegen gehe. Am Gebäude selbst werden bereits Verbesserungen und Verschönerungen vorgenommen; die k.k. Hofloge wird ganz neu tapeziert, der Plafond und mehrere Dekorationen sowie die Courtine neu gemalt, andere Dekorationen und Versetzstücke werden ausgebessert, ein neuer Luster wird das Innere erhellen, ein Hauptübelstand wird durch die Erhöhung des Parterrebodens beseitigt. Bezüglich der künftigen Künsterlgesellschaft hegen wir die begründete Hoffnung, dass die Frau Directrice Rosner alles aufbietet, um die Gesellschaft als eine für alle Fächer des Schau- und Lustspiels, der Baudeville und der Lokalposse vollkommen genügende uns demnächst vorzuführen. Von aus der letzten Saison her bekannten Mitgliedern spielen auch heuer die Frauen Huray und Martinelli, Fräulein Rosner und B. Müller, und die Herren Behrens, Ubrich, Frank, Bauer, Fels, Neuther und Nilius. Neu engagiert werden ein 1. Held, ein 1. Liebhaber, ein Bonviant, ein 1. Intriguant und Charakterrollenspieler, eine 1. jugendliche Liebhaberin , ein 1. Heldenvater, zwei Lokalsängerinnen, 6 Damen und 6 Herren für den Chor.
Die hochlöbliche Intendanz des k.k. Nationaltheaters war auf das Thätigste bemüth, das Theater sehr schön und elegant renovieren und decorieren zu lassen. Die Sperrsitze sind zum Sperren eingerichtet, und das Parterre um ein Bedeutendes erhöht. Auch für die Beleuchtung und Beheizung ist bestens gesorgt.
Zum Aussehen des k.k. Nationaltheaters: „Nicht nur, dass die Logenbrüstungen, Wände und Pflafonds frisch geputzt den Eindruck machen, als ob alles ganz neu wäre, wurden auch die gelbseidenen Drapperien kirschroth gefärbt, mit gelben Seidenfranzen versehen, und die Polsterung der Logenbrüstungen sämtliche ganz neu mit rothem Samt überzogen. Die Renovationen an den Dekorationen, den Vorhängen etc. konnten wegen Krankheit der beiden Maler aus Wien erst vor kurzem begonnen werden; doch sind bereits die Vorderdrapperien im Proscenium und die Soffiten [Anm.: quer über die Bühne gehende Leinwandstreifen, die die Bühne nach oben begrenzen] neu retouchiert und die übrigen Malereien im besten Zuge
Von den von unserem genialen Maler Bartinger sämtlich neue gemalten Dekorationen muss der Preis der großen Ansicht des Schlosses Ambras mit Innsbruck im Hintergrunde zuerkannt werden, und es dürfte dieser Prospect für unser Nationaltheater als Vorderkourtine eine sehr glückliche Aquisition abgeben.
In früheren Jahren war während der Saison im hiesigen Theater stets auch eine Konditorei.
Gestern wurde die Schillerfeier mit der Aufführung der „Karls-Schüler“ im festlich geschmückten und zum ersten Male mit Gas beleuchteten Nationaltheater eröffnet. Nach dem Schauspiel setzte sich trotz des höchst unfreundlichen Wetters der Fakelzug der Studierenden durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Museum in Bewegung, wo Schillers Büste aufgestellt war []; s.a. 14.11. (Rückblick auf die Schillerfeier)
Bericht über Neuerungen im k.k. Nationaltheater: „ Es wurden sämtliche Logen neu tapeziert, ein vom Herrn Dekorationsmaler Joseph Partinger gemalter und vergoldeter Doppeladler schmückt in der Höhe der Uhr die Mitte des Prosceniums, die erste Courtine ward neu aufgefrischt, die Logenbrüstungen und die Thüren prangen in neuem Glanze. Das Podium des Parterrs wurde gegen rückwärts bedeutend erhöht, die Sperrsitze zu beiden Seiten des Eingangs beseitigt und auf die vorderste Sitzreihe des Parterrs beschränkt.
Theaternachricht: „Die 66 Logen unseres Theaters haben bekanntlich die Eigenthümlichkeit in jeder Saison zum größten Theil ohne Abonennten bleiben zu müssen, was zwar insoferne von Nutzen ist, dass nicht viel an ihrer bescheidenen Ausstattung ruiniert wird, für den jeweiligen Theaterdirektor aber sich als höchst misslich betreffs der Kassa erweist. Eine ergiebige Aufbesserung erführ diese alljährlich nur durch die Veranstaltung von Cavalchinen, die, besonders jene am Faschingstage, immer eines zahlreichen Besuches sich erfreuten.
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