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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Verschiedene Sitten und Bräuche

Verschiedene Sitten und Bräuche

In Windischmatrei hat sich der alte Brauch erhalten, in der Christnacht mit Flinten und Pistolen herumzuziehen und zu schießen (Bericht über eine Schussverletzung)
Über das Wetterläuten
Am hohen Fronleichnamsfeste, d. i. am 20. d. Mts. hatten die Brixenthaler eine gar merkwürdige Feierlichkeit, nämlich den Schweden- oder Antlassritt. Um 1/2 1 Uhr Nachmittags kamen die Westendorfer mit ihrem geistlichen Herrn in der Mitte, bald darauf die Kirchberger, ebenfalls mit ihrem Priester, alle hoch zu Ross, hierher nach Brixen. Nachdem nun hier das Allerheiligste aus dem Tabernakel geholt war, setzte sich der Zug der drei vereinigten Gemeinden Brixen, Kirchberg und Westendorf in Bewegung zur sogenannten Klausner-Kapelle. Als dann dort die 4 hl. Evangelien abgesungen waren, wurde der Rückgang angetreten. Es war der ganze Ritt wirklich imposant; 85 Paar Pferde, die Bauern alt und jung entblößten Hauptes, mit grünen Zweigen in den Händen, in der Mitte drei Priester mit dem Hochwürdigsten, von Laternen und Fahnen umgeben. Was Wunder, dass sich eine unabsehbare Menge Zuschauer aus allen Ständen, sogar das Militär war vertreten, eingefunden hatte, die Feierlichkeit anzusehen, die vom schönen Wetter begünstigt, ohne die geringste Störung oder Unordnung vor sich ging, was bei so vielen Pferden und ungeübten Reitern sehr leicht erklärlich gewesen wäre
Eine Gesellschaft von Angerbergern gedenkt nächsten Donnerstag das beinahe schon vergessene Nikolausspiel in Rattenberg aufzuführen. Es ist das ein Volksspiel echtester Art und umfasst die ganze Legende des hl. Nikolaus nebst anderen freien Zuthaten. Im Unterlande wurde es in den ersten 30iger Jahren zum letzten Male gesehen und bald darauf von den Behörden verboten
(Hochzeitsbrauch mit Folgen.) In Kundl gab es am 27. d. Mts. eine Katzenmusik mit tragischem Ausgange. Es galt nämlich einem neuvermählten Paare, das zusammen mehr Jahre zählen mochte, als den Kundlern vielleicht anständig war. Ein etwas höheres Alter des Bräutigams oder der Braut ist nämlich im Unterland Grund genug, um die Virtuosen auf einem alten Zuber oder auf blechernen Hafendeckeln usw. von Nah und Fern zusammenzurufen und sich hören zu lassen; es ist, als wäre die Kopulation älterer Leute geradezu die Aufforderung zur katzenmusikalischen Produktion. Gewöhnlich macht man zu dieser etwas eigenthümlichen Feier der Standesänderung gute Miene, dass dies aber nicht gerade immer der Fall ist, dafür liefert das Verhalten des Neuvermählten einen eklatanten Beweis. Soviel man bis jetzt sicher vernehmen konnte, schoss derselbe nicht weniger als viermal auf diejenigen, die es so gut mit ihm meinten und hatte auch wirklich die Genugtuung, jedesmal zu treffen. Freilich tritt nun die Frage gar ernst an ihn heran, wie wird es mit den Flitterwochen ausschauen? Die Verwundungen der Getroffenen sollen übrigens gerade nicht erheblich sein
Beim Antlassritt in Brixen im Thale ist heuer eine berittene Musikkapelle aus Kirchberg ausgerückt; s.a. 21.06.1897
In Hall fand bei der Innbrücke das am Kirchtag traditionell üliche "Kirchtagsspiel" statt, wobei es jedem Glücklichen vergönnt war, sich aus der reichen Auswahl der Gewinnste ein Stück auszuwählen. Es scheint, dass dieses Spiel, welches zur früherer Zeit jedenfalls beduetend floriert haben mag, dem Schicksale des Hallermarktes und vieler anderer traditioneller Festlichkeiten folgen und mit der Zeit ebenso verschwinden werde
Das letzte Fensterln: „Am 26. Nov. nachts hat sich in der Gemeinde Nussdorf bei Lienz ein höchst bedauerliches Unglück erreignet. Drei Bauernburschen kamen zum Tocknighof zu den Mägden an´s Fenster; der Bauer aber, der wohl etwas zu viel Schlaftrunk zu sich genommen haben mochte, begnügte sich nicht die Burschen zu verjagen, sondern schoss ihnen mit seiner Flinte nach, und traf leider einen der dreit in den Kopf, dass er beinahe augenblicklich todt blieb.“
Weihnachtsfest und Christbäume
Nikolausspieler in Schwaz produzierten sich auch heuer in den verschiedenen Gast- und Privathäusern als wie: bei der Post, beim Mohren, Himmelhof etc. etc. Das Wesentliche des Spieles besteht in der Betheilung der Kinder mit Geschenken vom Bischof in dem Maße, als selbe zuvor von den Eltern dem Bischof übermittelt wurden. Dieser Akt weckt natürlich das Feudengefühl bei Groß und Klein und das Gelächter erreicht seinen Höhepunkt und sein Ende durch die Schar der als „Bettelleut“ verkleideten Personen, welche das Nikolausspiel als Komödienspiel enden lassen, wobei unter allerlei Dummheiten die improvisierten Reime z.B. „Ich geh auf die Post, weils mich dort nicht kost´“, viel Spaß machen. Der Schreiber dieser Zeilen konnte nicht eruieren, in welchem Zusammenhange die Bettelleut mit dem Bischof zu bringen wären und bedauert, dass schon der Bischof beim Auftreten mit mehr oder weniger allgemeinem Lachen empfangen wird. Doch genug davon. Diese alte Sitte wird von dem P.T. Herrn Hilfspriester Dr. R. v. Alpenheim wo und wie nur immer möglich bekämpft. Kanzel und Magistrat müssen zu diesem Zwecke herhalten. Dieser jugendliche Hilfspriester mischt sich in Angelegenheiten, welche ihn aber schon gar nichts angehen. Sein auffallend freies Benehmen findet seine Erklärung in dem hohen Alter des Hochw. Herrn Dekanes Ludwig…
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