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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Brandstiftung

Brandstiftung

In der Gemeinde Reith bei Kitzbühel sind in kurzer Zeit 3 Feuersbrünste ausgebrochen, und wie vermuthet wird, durch Brandlegung. Am verflossenen Sonntag wurde ein verdächtiger Bursche gefänglich eingezogen und verhört; als die Untersuchung kaum begonnen, ging wiederum ein anderes Haus in Flammen auf, das trotz der angewandten Hilfe rasch niederbrannte. In die herbeigeeilten Feuerspritzen sollen Pechkugeln geschleudert worden sein, um sie untauglich zu machen.
Am 24. d. M. war in der Pfarre Niederndorf wieder ein Brand, im nämlichen Dorfe Noppenberg, wo vor 14 Tagen ein Haus abbrannte. Da man in beiden Fällen den Ausbruch des Feuers gar nicht begreifen konnte, so vermuthet man Brandlegung aus Rache; s.a. die Verhaftung von zwei Individuen am 12.07. und einen weiteren Brand am 30.08.
In Steinach gesteht ein Mann eine Brandlegung aus dem Jahre 1853
Wir meldeten schon öfters von wiederholten Brandfällen in der Gemeinde Reith bei Kitzbühel. Wohl wurden mehrere der Brandstiftung verdächtige Individuen gefänglich eingezogen, diese mussten aber aus Mangel an Beweisen wieder frei gelassen werden. Auffallend ist, dass die Brandstiftungen nie zur Nachtzeit, sondern fast immer um die Zeit der Abend- oder Morgendämmerung vorfielen, und dass das Feuer stets mit solcher Wuth und Schnelligkeit um sich griff, dass die Bewohner des in Brand gerathenen Hauses, wenn sie auch nicht zu Bette sich begeben hatten, nur durch eilige Flucht ihr Leben retten konnten und gar nicht daran denken durften, etwas von ihren Habseligkeiten dem verheerenden Elemente zu entreißen; ein Beweis, dass die Brandstifter ihr teuflisches Geschäft nach allen Regeln der Kunst betreiben.
In Kartitsch (seitwärts von Sillian) erscholl am 1. Juli halb 12 Uhr die Sturmglocke, indem im Innerlerchenhof ein Schadensfeuer zum Ausbruche gekommen war. Dasselbe griff so schnell um sich, dass gar nichts gerettet werden konnte. Die Großmutter des Bauern und ein Kind erhielten grässliche Brandwunden, welchen erstere auch erlegen ist. Bei 80 Schafe, 6 Kühe und 3 Kälber gingen im Feuer zugrunde. Der Brand scheint von einigen Wälschen, denen man die Nachtherberge vereigert hatte, gelegt worden zu sein. Dass dieselben von der Gendarmerie nicht mehr abgefangen werden konnten, erklärt sich dadurch, dass Kartitsch nur 2 1/2 Stunden von der venetianischen Grenze entfernt liegt
Ein Drohbrief beunruhigt Reutte: „Es soll Feuer geben auf alle vier Ögg, es soll geben einen Schutthaufen, wie es gibt Mausheifen auf dem Feld.“ Dass diese Drohung kein leeres Schreckmittel war, beweist der Umstand, dass bei dem Hause des Chirurgen ein Büschel Späne mit Zündhölzern vermengt vorgefunden wurde. Das Haus liegt an einer Stelle, welche geeignet ist, den ganzen Markt in Feuer zu legen. Die Späne waren schon zum Theil angebrannt, als sie gefunden wurden.
Ein 16-jähriges Mädchen aus Hötting muss sich wegen des Verdachtes der neunmaligen Brandstiftung vor Gericht verantworten und wird zu 5 Jahren schweren Kerkers, verschärft mit einem Fasttag an jedem ersten des Monats verurteilt. Die Brandanschläge des geständigen Mädchens richteten sich alle gegen das Gasthaus „Zur Schupfen“. (Ausführlicher Prozessbericht)
Schwurgerichtsverhandlung gegen den Nadelfabriksarbeiter Josef Mair, vulgo Feileler, wegen Brandlegung beim Rennbühelhof in Fügen (4 Jahre Kerker)
04.03., 06.03. und 08.03.1876 – Gestern nachts um circa halb 3 Uhr entstand in Afling Feuer und verzehrte zwei der stattlichsten Wohngebäude samt Stadel und Stallungen. In einem der Häuser hatten die Bewohner kaum Zeit, das nackte Leben zu retten und verbrannten auch 10 Stück Kühe und der Haushund an der Kette. Bis die Nachbarorte mit Spritzen herbeieilten, war alles niedergebrannt und hätte auch nichts gelöscht werden können, weil unglücklicher und unerklärlicher Weise die beiden Ortsbrunnen abgekehrt waren und anderes Wasser nicht vorhanden war. Das Feuer wurde nach sicheren Anzeichen gelegt, weil schon im selben Hause, wo das Feuer ausbrach, vorige Woche Feuer gelegt, aber noch rechtzeitig entdeckt wurde. Die Einwohner hielten mehrere Nächte Wache und gerade als die Aufsicht während der Nacht aufhörte, brach das Feuer aus.
Verhandlung gegen D. Manetus wegen Brandlegung in Afling (10 Jahre Kerkerhaft s.a. 23.06.)
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