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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Pathologisches Institut

Pathologisches Institut

Bürgermeister Dr. Dinter teilt mit, dass die Regierung die unerlässliche Nothwendigkeit der Erbauung eines pathologischen Institutes erkenne, dass er bei seiner jüngsten Anwesenheit in Wien Gelegenheit genommen habe, durch Schilderung der hiesigen Spitalsverhältnisse dieses Projekt zu fördern und dass die Regierung entschlossen sei, den Bau des Instituts zu führen. Er teilte ferner mit, dass von der Statthalterei peremptorisch der Auftrag an die Stadt ergangen sei, ein neues Epidemie-Spital zu erbauen, nachdem das bisherige sogenannten Blatternspital in Zukunft keinesfalls mehr als solches benützt werden darf, da es durch die Stadterweiterung nicht mehr isoliert genug liegt.
Die Abteilungen für pathologische Anatomie und physiologische Chemie der medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck sind nun aus dem Spitalanbau in des Pathologisches Instiutut neben dem Friedhof übersiedelt. Es werden daselbst nun all Obductionen vorgenommen und nicht mehr wie bisher im Spital; auch die Leichen aus demselben werden dorthin überführt, wodurch die hygienischen Verhältnisse im Krankenhause nur gefördert werden können. Gestern wurde die erste Leiche vom pathologischen Institut aus beerdigt. Die Leute, und besonders einige Repräsentantinnen des sogenannten zarten Geschlechtes mit einer Derbheit, die wenig zu wünschen übrig ließ, hielten sich darüber auf, dass in der Leichenkammer vor der Leiche nicht das übliche Licht gebrannt habe. Es wird eben dort noch nicht alles so eingerichtet sein; wir zweifeln aber nicht im geringsten, dass diesem der Pietät der Leute für die Verstorbnen entspringender Wunsch und allgemeinen Gebrauch entsprochen wird, wenn darauf aufmerksam gemacht wird. – Nachdem nun für anatomische Zwecke der stattliche Neubau ausgeführt worden ist, ist es höchst auffällig, dass nicht auc die descriptive Anatomie aus dem Erdgeschoße der Universität in das pathologische Institut verlegt worden ist und somit alle der Gesundheit wenig zuträglichen Disziplinen in einem Hause untergebracht sind, das sich vermöge seiner Bauart jedenfall für die Secierübungen der angehenden…
Aus dem Pathologischen Institut (im Studienjahr 1885/1886 wurden 135 Leichen obduziert)
Vom pathologisch-anatomischen Institut kommt die Stelle eiens Sekundararztes zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist eine jährliche Remuneratiion von 1700 Kronen verbunden, nebst einem Monat Urlaub, der jedoch außerhalb der großen Ferien zu fallen hat