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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kunstfehler

Kunstfehler

Das Doktorkollegium der Wiener medizinischen Fakultät gedenkt dem Justizministerium Vorstellung zu machen, in der neuen Strafprozessordnung die Klausel aufzunehmen, dass eine Gerichtsverhandlung bei Übertretung oder Vergehen durch Kunstfehler erst dann aufrgenommen werden dürfe, wenn durch Kunstverständige das Vorhandensein desselben konstatiert wird, und dass es nicht einfach dem Ermessen eines Richters anheimgestellt bleiben solle, die Untersuchung wegen Kunstfehler gegen den angeklagten Arzt einzuleiten
Die Leiden des beinamputierten Kaiserjägers Alber
(Tod durch Blutvergiftung in Folge einer falsch behandelten Warze.) Beim Gastwirth Klotz in Inzing diente ein Mädchen aus dem Unterinnthal als Kellnerin. Manchem dürft die frische und blühende „Judith“ als freundliche Hebe in diesem Gasthause noch in Erinnerung sein. Sie hatte an einer Hand eine Warze, welche ihr bei einzelnen Arbeiten unbequem war und ihr auch mitunter wehe that. Auf den Rath des Arztes, eines Doktors der Medizin, ließ sie sich operieren. Der Gelehrte der Gesamtheilkunde schnitt ihr die Warze weg, brannte dann die Wunde mittelst Höllenstein aus und suchte dieselbe durch Anwendung eines dritten Heilmittels (wie wir hörten, war es Arsenik) zu heilen. Nach kurzer Zeit schwoll die Hand der Patientin fürchterlich an, sie wurde arbeitsuntauglich und vor ungefähr 8 Tagen endigte die Unglückliche ihr junges Leben in Folge dieser Operation an der Blutvergiftung; (s.a. 20.01. Wie wir von unbetheiligter Seite erfahren, soll der Tod der Kellnerin in Inzing nicht in Folge der falschen Behandlung der operierten Warze erfolgt, sondern lediglich aus dem Grunde, weil die Patientin den Anordnungen des behandelnden Arztes in einem entscheidenden Moment keine Folge leistete
Der Sensationsartikel vom 18. d. Mts. und die dem in seiner Ehre tief gekränkten Herrn Doktor durchaus nicht genügende Berichtigung vom 20.10., das in Inzing an eienr Warze behandelte Mädchen betreffend, sieht sich die Redaktion zu folgender Erklärung verpflichtet: „In Folge Erhebung in Inzing und Vernehmung von Fachmännern daheir ist die Warze nicht falsch sondern ganz rationell behandelt worden und die vom Hörensagen bezeichnete Angabe von einer Behandlung durch Arsenik eine rein böswillige Denuntiation des verleumderischen Einsenders. Übrigens ist das Mädchen schon mehrere Tage vor ihrem Tode nach Hall überbracht worden und alldorten an Lymphangoitis gestorben, welch tödtlicher Ausgang nicht gar so selten auch bei den leichtesten Operationen erfolgen kann und zwar ohne alles Verschulden des Operateurs. Diese auf den wahren Tatbestand begründete Erklärung möge dem mit vollen Rechte in seiner Ehre tief gekränkten Herrn Doktor genügen.) s.a. 27.10.