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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Epidemiespitäler

Epidemiespitäler

Widerstände gegen die Errichtung eines Choleraspitals am Innrain
25. und 26.11.1874 – Bericht des Bürgermeisters über bestimmte Vorgänge im Blatternspital in Innsbruck (Prof. Lang widersetzt sich den Anordnungen des Sanitätsrates und weigert sich die Leiche eines an Blattern verstorbenen Medizinstudenten zur Bestattung herauszugeben, er will den Toten zuerst obduzieren; die Folge ist, dass dem Genannten die Leitung des Blatternspitals entzogen wird; dieses ist keine Filiale des allgemeinene Krankenhauses und noch weniger eine klinische Abteilung desselben, sondern als ein spezielles Epidemiespital anzusehen)
Extrabeilage zur Angelegenheit Blatternspital, Gegendarstellung von Prof. Eduard Lang
Die Bausection hat beantragt, das bisherige Blatternspital zu Wohnungen für den städtischen Brunnenmeister und den Maschinisten der Lokomotive für Latrinenreinigung zu adaptieren und zugleich an der Ursulinenmauer eine Remise für den Latrinenreinigungspark zu erbauen. GR Schiestl spricht sich engergisch gegen dieses Projekt aus und meint, man solle Ernst machen, den Gestank aus der Stadt zu enfernen und die Remise am städtischen Bauplatz am Prügelbau errichten. GR Bauer hält den Platz für entsprechend, erklärt die Befürchtung wegen des üblen Geruchs für gänzlich unbegründet und sagt, das Lokomotiv, das etwa in acht Tagen ankomme, müsse sogleich untergebracht werden. GR Dannhauser beantragt, die Angelegenheit an das Baukomité zurückzuverweisen, um einen geeigneten Platz ausfindig zu machen. Dieser Antrag wird genehmigt und beschlossen, die Remise nicht an der Ursulinenmauer zu bauen
In den Voranschlag für das Jahr 1894 wurde ein Betrag von 17.200 fl. für die Erbauung eines neuen Epidemiespitales eingesetzt. Der Kostenvoranschlag für das Gebäude beziffert sich jedoch auf 80.000 fl. Dr. Falk vertritt die Meinung, dass für ein Spital, das nur die im Stadtrayon wohnhaften Personen zu erstellen ist, der eingangs genannte Betrag ausreiche. Für die Nachbarn wolle man nicht bauen. Diese sollen ihre infektiösen Krankheiten selbst behalten (Beifall)
Gemeinderatssitzung: Bekanntlich hat Privatier Hauser 30.000 fl. zur Errichtung eines Kinder-Epidemiespitales gespendet. Nun bemüht sich der Bürgermeister um einen geeigneten Bauplatz und findet ihn im Holzablagerungsplatz beim Spital.
Das Epidemiespital wurde gestern eröffnet
X. Österreichischer Ärztetag in Innsbruck. Gestern Abend besichtigten die Delegierten des Ärztekammertages unter Führung des Direktors Dr. Winkler das Epidemiespital des Innsbrucker Krankenhauses. Das stattliche Gebäude, welches aus 6 völlig trennbaren Abteilungen für Scharlach, Diphtherie, Masern, Typhus, Wund-Rotlauf und für vorläufige Beobachtung besteht und mit den neuesten Einrichtungen versehen ist, fand lebhafte Anerkennung seitens der Gäste. Hierauf besichtigten die Delegierten das im Vorjahr neu errichtete hygienische Institut der Universität, woselbst der Vorstand des Instituts, Prof. Dr. Lode, die Führung übernahm