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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Gebäranstalt und Findelhaus

Gebäranstalt und Findelhaus

Gestern wurde das erste Findelkind in die hiesigen Findelanstalt aufgenommen. Dasselbe wurde gestern vormittags von der Ausgeherin eines Klosters an der Pforte in schmutzige Lumpen eingehüllt aufgefunden.
Um die sanitären Verhältnisse der im Krankenhaus befindlichen Gebär- und Findelanstalt dauernd zu bessern, stellte Prof. Kleinwächter kürzlich an den hohen Landesausschuss das Ansuchen, die genannte Anstalt für die Dauer der Ferialmonate August und September zu schließen und einer gründlichen Desinfektion und Reinigung zu unterziehen.
(Von der Gebäranstalt.) Die wohltätigen Folgen der zweimonatlichen Schließung der hiesigen Gebäranstalt während der Ferien und der vorgenommenen Reinigung und Desinfizierung sämmtlicher Anstaltsräume sind deutlich sichtbar. Seit dem 1. Oktober ist von den 68 entbundenen Verpflegten keine gestorben, von den Neugeborenen starben nur zwei, davon eins, welches nicht lebensfähig war. Um diese günstigen Verhältnisse auch weiterhin möglichst zu erhalten, wurde, abgesehen von der scrupulosesten Reinlichkeit und fortwährenden Desinfektion mit Carbolsäure, von Prof. Kleinwächter die Einrichtung getroffen, dass die Entbindungen nur unter dem Carbol-Nebel vor sich gehen.
Der Landtag beschließt mit Wirkung vom 1. Jänner 1881 die.Landes-Findelanstalt aufzulassen. Für die Gebärklinik tritt mit diesem Zeitpunkt ein neues Statut in Wirksamkeit. Die deutschen Abgeordneten der liberalen Partei sprachen und stimmten gegen die Auflassung. Dr. Falk sprach im Interesse der Landeshauptstadt energisch für das Beibehalten der Anstalt. Von der konservativen Mehrheit vertheidigte der Vertreter des Erzbischofs von Salzburg, Universitätsprofessor Dr. Katschthaler und der Bischof von Brixen den Fortbestand der Anstalt.
11.11. und 15.11.1884 – Auf der geburtshilflichen Klinik der hiesigen medizinischen Fakultät fanden vom 1. November bis dahin 1884 über 400 Entbindungen statt. Dabei hatte die Klinik nicht einen einzigen Todesfall zu verzeichnen.
Geburtenstatistik 1885 an der Innsbrucker Klinik
(Von der Gebäranstalt): Im abgelaufenen Jahr wurden in der hiesigen Gebäranstalt unter 477 Geburten 480 Kinder (dreimal Zwillinge) geboren. Von den Wöchnerinnen starb nicht eine, von den Kindern starben nur 3,1 Prozent. Dreimal wurde ein Kaiserschnitt vorgenommen, immer mit dem glänzendsten Erfolg