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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Altes Stadtspital (zum hl. Geist)

Altes Stadtspital (zum hl. Geist)

08.02.1869 – Die gestrige Bürgerausschuss-Sitzung war eine der gewichtigsten seit langer Zeit. Zum Beginn der Sitzung erstattete der Herr Bürgermeister Bericht über die Erfolge der an das allerhöchste Hoflager abgegangenen Deputation, um einen Beitrag zur Erbaung eines den Anforderungen der Zeit entsprechenden Spital-, Gebär- und Findelhauses. Die Deputation, deren Sprecher Herr Landeshauptmann Dr. Haßlwanter war, wurde am 21. vergangenen Monats von Sr. Majestät sehr huldvoll empfangen. Se. Majestät erkannten die Wichtigkeit des Gegenstandes in vollstem Maße an, bemerkten jedoch, dass bereits mehrere Vormerkungen auf das Erträgnis der nächsten Staatswohltätigkeits-Lotterien gemacht seien, versprach aber thunlichste Bercksichtigung der Bitte. Auch der Minister zeigte seine Geneigtheit hiezu, meinte jedoch, dass die Sache dem Reichsrate zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzulegen sei. Herr Bürgermeister teilte ferner mit, dass die Entschließung über die Errichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Innsbruck demnächst erwartet werde. In diesem Fall will die Stadt 204 Spitalsbetten zur Verfügung stellen. Dazu reichen die jetzigen Lokalitäten des Spitals nicht aus. Daher wird eine Erweiterung des Spitals in Form eines Anbaues in Erwägung gezogen. Das Bau-Comité legte dem Magistrat das Projekt zur Erbauung eines drei Stock hohen Hauses mit fünf Zimmern in jedem Stocke vor, welches von diesem angenommen wurde. Der Neubau wird ganz…
Aus dem Civilspitale: Im Laufe des Jahres 1869 standen unter den Primarärzten Dr. Otto Rembold und dem Sekundararzte Dr. Bernhard Fizia 399 Männer und 164 Weiber in Behandlung. Geheilt wurden 274 Männer und 85 Weiber, gebessert 46 Männer und 16 Weiber. Am 1. Dezember vergangenen Jahres wurde die Augenklinik unter der Leitung von Herrn Professor Mauthner eröffnet. Seitdem waren darin in Behandlung 11 Männer und 8 Weiber. Elf Operationen wurden gemacht und zwar neun Operationen an 11 Männern und zwei Operationen an 8 Weibern, alle mit geglücktem Erfolge. Auf der medizinischen Klinik wurde eine Abtheilung für Kehlkopfkranke eröffnet.
Dr. Josef Plaseller wird für seine Verdienste als Direktor der allgemeinen öffentlichen Krankenanstalt mit dem Ritterkreuz des Franz Josef Ordens ausgezeichnet
Bürgerausschusssitzung vom 16. ds. Mts.: Herr Vicebürgermeister Dr. Falk teilt mit, dass sich die Stadtgemeinde Innsbruck bekanntlich anlässlich der Errichtung der medizinischen Fakultät verpflichtet habe, einen Belegraum von 204 Betten im hiesigen Spitale zu beschaffen, und dass seit Jahren die Differenz zwischen der städtischen Vertretung und den klinischen Herren Professoren darüber besteht, dass der Magistrat durch die beigestellten Localitäten der eingegangenen Verpflichtung entsprochen zu haben glaubte, die Herren Professoren aber die Räumlichkeiten ungenügend fanden und daher noch die Überlassung von zwei Stockwerken des Spitalszinseckhauses verlangten. Nach einer Zuschrift des Professoren-Kollegiums der medizinischen Fakultät hat jedoch dasselbe die gemachten Ansprüche dahin reduziert, dass nur noch 5 Zimmer des ersten Stockes des Spitalszinshauses für die chirurgische und okulistische Klinik überlassen sollten. Dieser Forderung wird entsprochen.
Gemeinderaths-Sitzung vom 27. Oktober: Über Antrag des Professoren-Kollegiums der medizinischen Facultät hat das h. Ministerium mit Erlass vom 15. v. M. die Miehte der links vom Spitals-Eingange befindlichen ebenerdigen Verkaufs- und Magazins-Localitäten zur Unterbringung der Polyklinik auf Rechnung des Studienfonds bewilligt. Herr Professor Albert bemerkt, dass das hiesige Spital nur für 210 Betten Raum bietet und daher zu den kleinsten akademischen Spitälern Österreichs zähle. Die Zahl der stationären Kranken sei stets im Zunehmen begriffen, An der chirurgischen Klinik, mit welcher die Abteilung für Syphilis und Hautkrankheiten vereinigt war, befanden sich unter Professor Dr. Heine 430 Kranke, darunter 60 bis 70 Syphilitische oder Hautkranke. Nach Errichtung einer eigenen syphilitisch-dermatologischen Klinik ist der Krankenstand an der chirurgischen Klinik-Abteilung auf 460 bis 467 per Jahr gestiegen, und in der syphilitisch-dermatologischeen Klinik unter Professor Dr. Lang fanden sich per Jahr 125 bis 130 Kranke. Für die Augenklinik waren ursprünglich 12 Betten in Aussicht genommen und jetzt genügen 40 Betten nicht mehr. Das gleiche tritt bei der medizinischen Klinik-Abteilung ein und es wird sich dies stationäre Krankenmaterial von Jahr zu Jahr vermehren. Der Arzt auf dem Lande ist nicht in der Lage, operative Fälle, wie sie im Stadtspitale vorkommen, zu behandeln, es fehlen ihm die…
Gegenwärtig ist der Krankenstand im hiesigen städtischen und klinischen Spital ein so hoher, wie er seit dem Bestehen der Anstalt nie war. Es ist das nicht auf Rechnung eines schlechten Gesundheitszustandes im Verhältnis zu anderen Jahren zu schreiben, sondern es ist lediglich ein Beweis für das Bedürfnis der Erkrankten nach einer geeigneten und billigen Pflege und für das wachsende Vertrauen der Bevölkerung zu der humanen und erfolgreichen Behandlung von Seiten der Herren Doktoren und er barmherzigen Schwestern. Wegen zunehmender Frequenz musste vorzüglich Prof. Dr. Lang´s Klinik für Hautkrankheiten um einige Zimmer erweitert werden.
Als zweiter Gegenstand der Gemeinderaths-Sitzung vom 30. Dezember stand der Bericht des Bürgermeisters über die Reorganisation im städtischen Spitale, namentlich über eine neue Speiseordnung auf der Tagesordnung.
Innsbruck: Das alte Spital wird im Frühjar aufgelassen und muss dann anderweitig verwendet werden. Die Gebäulichkeiten sind nicht im Eigentum der Stadt, sondern des Spitalfondes. Sie wurden, wie aus den Akten von 1503-1841 hervorgeht, und wie auch jetzt noch für sich verwaltet, und der Zins an den Spitalfond abgeführt. Die Gemeinde bedarf, ob sie die Gebäude verkaufen oder für sich verwenden will, hierzu der Genehmigung der die Stiftung überwachenden Behörde; Diskussion über die weitere Verwendung; die wesentliche Vorfrage ist, ob der Gemeinderat die Spitalskirche als Kirche wird auflassen wollen oder können; Interesse der Redemptoristen; der Komplex besteht aus Eigentum der Stadt, des Spitalsfonds und der barmherzigen Schwestern (nordwestlicher Flügel); schließlich wird ein Verkauf abgelehnt
Noch einmal: Zur Spitalsfrage