Volltextsuche

Innsbrucker Nachrichten

Hinweis

Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


Zur Startseite
Zur Jahresübersicht von ANNO


Designed by:
SiteGround web hosting Joomla Templates
Tollwut

Tollwut

Im Pustertal werden 10 Menschen von einem tollwütigen Hund gebissen; s.a. 14.06. Geheim-Mittel gegen Tollwut (drei Messerspitzen voll mit Warmbier vermischt)
Am 23. d. Mts. wurde zwischen Flirsch und Schnann ein großer fremder Hund, nachdem er mehrere andere Hunde gebissen hatte, erschossen. Sein ganzes Benehmen und die Sektion konstatierte die Hundswuth. An seinem Halsbande war eine 5 Schuh lange Kette befestigt, die er von Bregenz, wo er seinem Eigenthümer entlief, mit sich schleppte
In Reutte wurde ein Kind von einem tollwütigem Hund gebissen
Tollwut in Kufstein; Schilderung des tragischen Todes des 5-jährigen Karl Z. [] „Da bei der großen Gefahr der Ansteckung die Isolierung des kranken Knaben in dem Wächterhause unmöglich war, so wurde derselbe samt dem Bette, worin er sich befand, in die daige öffentliche Krankenanstalt übertragen und dort in einem eigenen Zimmer untergebracht. Obwohl die Erscheinungen der Wasserscheue sich immer mehr entwickelten, so konnte doch von einer ärztlichen Behandlung des Kindes keine Rede sein, indem es hartnäckig sowohl Speise und Trank, als auch Medikamente in welcher Form auch immer, zu sich zu nehmen standhaft weigerte und heftige Erstickungsanfalle bekam, wenn man ihm etwas beibringen wollte. Am 6. d. Mts. erlag nun dasselbe seinem Leiden.“
Ein wüthender Hund hat in den letzten Tagen der vergangenen Woche in Graun, Ried, Pfunds und Landeck Hunde gebissen, sowie auch mehrere Menschen angefallen. Er kam aus dem Vintschgau und wurde auf seinem Rückwege in Mals erschossen.
Hundstage in Landeck : „Als der wuthverdächtige Hund des Herrn von Mals vor 9 Wochen auch Landeck besuchte, biss er unter andern auch den Hund eines hiesigen Herrn, welcher diesen trotz erhaltener Weisung doch nicht töten ließ. Nun soll, wie man sagt, dieser Hund wüthend geworden sein, wurde erschossen und glaublich in den Inn geworfen. Jetzt mussten alle Hunde getötet werden und zu diesem Ende am 24. von 1 bis 3 Uhr nachmittags zur Richtstätte gebracht werden, wo nun das Morden, Heulen und Wüthen begann. Bei diesem Blutwerke aber wurde so wenig Vorsicht gebraucht, dass zwei größere Hunde, vom Schrottschuss schlecht getroffen, dem offenen Wahlplatze blutend entsprangen und einer davon sogar noch ins Dorf zu seinem Herrn kam, in seinem Blute zu dessen Füßen kroch und mit seinen traurigen Augen gleichsam um Hilfe flehte, er musste noch mit Brettern und Knitteln erschlagen werden.. Aber man sah die Gefahr noch nicht gehoben, weil noch zwei ganz junge, von einem fremden Bezirk hergebrachte, noch nie mit einem andern Hunde in irgend eine Berührung gekommene Hündchen unter den Lebenden in Landeck waren. Es erschien ein Gendarm mit dem Scharfrichter, nam das 14 Tage alte, noch blinde Hündchen, steckte dasselbe in seine Manteltascheund trug…
Ein wissenschaftlicher Irrtum: Die Hauptursache der Tollwut bei Hunden ist die anatomische Veränderung der Nieren, durch eine parenchymatöse Veränderung derselben. [] Da so die Ursachen der Krankheit gefunden worden sind, lässt sich mit Sicherheit annehmen, dass auch die Mittel zu ihrer Heilung entdeckt werden können (Beilage); s.a. 17.08.
An Tollwuth ist am 22 d. Mts. in Langkampfen nach dreitägigen furchtbaren Schmerzen ein junger Mann gestorben. Es soll vor 2 1(2 Monaten von dem Hunde gebissen worden sein, dessentwegen die Hundekontumaz angeordnet wurde.
Tollwut (Statistik 1871 – 1873) – In Tirol ist nur ein Fall zu verzeichnen.
Tollwut in Innsbruck. Landthierarzt Sperk berichtet: „Ich habe diesen exquisiten Fall der so fürchterlichen Krankheit wissenschaftlich und praktisch dadurch zu verwerthen gesucht, dass ich vor allem jene Ärzte zur Besichtigung des Kranken eingeladen habe, welche in erster Linie die Handhabung der Sanitätspolizei zusteht und hegte die Absicht, der Bevölkerung Innsbrucks dieses zum Glück seltene, dafür aber umso schauerlichere Bild von Wuthskrankheit zugänglich zu machen; allein ich wurde unerwartet durch den über Nacht eingetretenen Tod des Thieres an der Ausführung dieser Absicht verhindert und musste mich darauf beschränken, den Fall lediglich in medizinischen Kreisen wissenschaftlich zu verwerthen. Ich nahm deshalb die Section des Thieres im Beisein der bekannten Celebrität auf dem Gebiete der pathologischen Anatomie – des Herrn Landes-Sanitätsrathes Professor Dr. Fr. Schott – des Herrn Dozenten desselben Faches, Dr. Schnopfhagen, des Herrn ProfessorsDr. Wildner, der Herrn Bezirksärzte Dr. Pircher und Dr. Blaas, sowie mehrerer praktischer Ärzte und Mediziner gestern nachmittags vor. Der Sectionsbefund stimmte leider mit den Krankheitserscheinungen während des Lebens des Thieres in seltener Unzweideutigkeit überein, und ich erfüllte als Landthierarzt nur meine Pflicht, der Bevölkerung der Stadt Innsbruck und insbesondree aber die P.T. Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen, dass es bei der ganz unbestimmten Dauer jener Zeit, welche…
« StartZurück12WeiterEnde »
Seite 1 von 2