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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Liedertafel

Liedertafel

Sängerheim der Innsbrucker LiedertafelVorstand der Innsbrucker Liedertafel

In Innsbruck verbreitet sich das Gerücht von der Gründung einer großen Liedertafel mit über sechzig Sängern. Die Landeshauptstadt hat eine solche Liedertafel schon einmal besessen, warum sollte dies dermal, unter der Leitung des Musikvereinsdirektors Dr. Gröber nicht wieder möglich sein?
s.a. den Bericht über die Gründung am 08.04. „Zu unserer großen Freude sind wir nun schon heute in der Lage, die Erfüllung dieses allgemeinen Wunsches veröffentlichen zu dürfen, indem durch die rastlosen Bemühungen des genannten Musikvereinsdirektors und mehrerer Herren Mitgleider des bisherigen Männergesangsvereins die Teilnahme einer namhaften Anzahl neuer Herren Mitglieder durch Unterschrift der betreffenden Currende bereits gesichert ist, und der Verein überdies so glücklich war durch die lobenswürdige Zuvorkommenheit des Besitzers des „deutschen Kaffeehauses“, Herrn J. B. Wisiol, ein dem Vereinszwecken höchst entsprechendes Lokal zu erhalten, da in den zwei rückswärts gelegenen Sälen des Kaffeé Wisiol von heute an die Zusammenkünfte der Liedertafelmitglieder stattfinden werden.
Konzert des ho. Musikvereins – Die meiste Sensation aber erregte unstreitig das erste diesfällige Auftreten der neu organisierten, gegen 80 Sänger starken Liedertafel, welche unter der unmittelbaren Leitung ihres ausgezeichneten Direktors Dr. Gröber zwei große Chöre mit höchster Präcision und Wärme vortrug und dafür durch allseitigen Beifall geehrt wurde.
Die Fest-Liedertafel am 26. Jänner 1856, als am Vorabend des hundertjährigen Geburtsfestes von Wolfgang Amadeus Mozarts, war eine dieses Anlasses höchst würdige und wurde von zahlreichen Honorationen besucht.
Kommenden Dienstag den 26. d. M. wird im k.k. Redoutensaale eine öffentliche Produktion der hiesigen Liedertafel stattfinden, welche gegenwärtig unter der energischen Leitung ihres kunstsinnigen Vorstandes Herrn Ernst Grafen von Wolkenstein und ihres tüchtigen Direktors Hrn. Teuchner in kräftigster Blüthe steht und bereits mehr als 80 Sänger zählt. Stets hat dieser Verein seit seiner Gründung im Jahre 1842 die freundlichste Theilnahme an den Tag gelegt, wenn es galt, in einer öffentlichen Produktion, bei einer Festlichkeit die Tonkunst durch Männergesang zu repräsentieren.
Die ebenso schöne als höchst wertvolle neue Fahne der Liedertafel ist von weißem Gros de Naples und zeigt in kunstreicher Chenille-Stickerei in ihrer Mitte den lorbeergekrönten rothen, schwebenden Tiroler Aar, dessen Fänge eine goldene Lyra halten. Um denselben in Gold-Lapidarschrift das Motto der hiesigen Liedertafel: „Stets behält den reinsten Klang - Deutsche Treue, deutscher Sang!“ Die Einfassung der Fahne besteht aus goldenen Doppelborden. Von den beiden Fahnenbändern trägt das eine die Inschrift der Spenderin (Maria Keine, die Gattin des Liedertafelsekretärs Dr. Kiene) und die Jahreszahl 1856.
12.09., 13.09. und 14.09.1856 – Die Liedertafel nimmt an der Mozart Säkularfeier in Salzburg teil. Karl Mozart, einer der beiden Söhne von Wolfgang Amadeus, verspricht der Innsbrucker Liedertafel ein Trinkglas seines Vaters von Mailand aus zur Erinnerung an die Säkularfeier zu übersenden; s.a. 10.11. das Antwortschreiben Mozarts auf die Dankadresse
In wahrhaft glänzender Weise hat vorgestern die Eröffnungsfeier der neuen Liedertafel-Sängerhalle stattgefunden. Im mittelalterlichen Style von Hrn. Juliano kunstvoll gemalt, bothen Wände und Plafond der Halle einen erfreulichen Anblick, dessen Eindruck durch die an ersteren auf gothischen Consolen prangenden Büsten und Statuen, sowie die wappenschildartig angebrachten 20 Tafeln mit den Wahlsprüchen befreundeter auswärtiger Liedertafeln - zahlreichen Wandleuchter und den herrlichen Luster in gothischer Schnitzarbeit noch wesentlich erhöht wurde. Die Mitte der Halle schmückte die lebensgroße Büste Sr. k.k. apostol. Majestät, zu beiden Seiten von Landsknechten bewacht, ferner die Büsten Mozarts, Haydns, Beethovens etc. und auf ähnlichen Consolen die Kleinodien der Liedertafel: Der silberne Ehrengeschenkbecher aus St. Gallen, Mozarts Trinkglas, die broncene Schiller Stattuete vom Tübinger Sängerfeste, der große Humpen, das prachtvolle Trinkhorn - vollendeten den Schmuck der Wände, während sechs Transparent-Roleaur durch Farbenpracht und gefällige Zeichnung ihrerseits zur Verschönerung des Ganzen beitrugen.
Die Innsbrucker Liedertafel kehrt vom Sängerfest in Nürnberg zurück; enthusiastischer Empfang: „Tiroler Stimmen! Wie klangt denn Ihr? Wie habt Ihr Tiroler gesungen? Juchei! Ihr waret der Sänger Zier, Ihr habt den Preis Euch errungen!“ (Den ersten Preis gewinnen allerdings nicht die Tiroler sondern der Wiener Männergesangsverein).
Erzherzog Carl Ludwig spendiert der Innsbrucker Liedertafel einen kunstvoll aus freier Hand gearbeiteten, sehr wertvollen Silberpokal
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