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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Kritik und Theaterpublikum

Kritik und Theaterpublikum

Die Nr. 196 und 197 des Tiroler Boten enthält einen längern Aufsatz über die hiesigen Theaterverhältnisse [ ] Erstens dürfte es kaum rätlich sein, zur Begründung des Wunsches nach einer Opernsaison auf die vor Jahren gut bestandene Operngesellschaft hinzuweisen, besonders wenn eine solche gemeint sein will, deren sich Innsbruck erfreute, als es noch sein altes Theater besaß. Seit damals sind die Gagenverhältnisse derart gestiegen, dass jetzt die Gage eines damaligen ersten Opernmitgliedes kaum hinreicht, die Ansprüche von zweiten Mitgliedern für unsere dermalige Schauspielergesellschaft zu befriedigen. Zudem lässt sich jetzt höchst selten ein Opernmitglied auch im Schauspiel verwenden, was früher oft der Fall war, und eine bedeutende Erleichterung im Gagenetat ermöglichte. Es olle zwar nicht so sein, aber es ist nun mal so. Daher auch in vielen bedeutendern Städten die Direktoren von Theatern, die nebst dem Schauspiel eine Operngesellschaft halten mussten, in den letzten Jahren fallierten. Zweitens halten wir es für die Dauer räthlich, hier das Bestehen einer Operngesellschaft zur Bedingung der Fortexistenz unseres Theaterinstituts zu machen, wenn der jeweiligen Direktion zugleich die dazu unerlässlichen Geldmittel dauernd gesichert würden; auf Auf eigenes und alleiniges Risiko wird sich nicht leicht eine Direktion mit reellen Absichten herbeilassen, das Wagnis des Engagements einer guten…
Die Directrice des. K.k. Nationaltheaters, Frau Maria Rosner, setzt sich gegen „die niedrigen Schmähungen in Nr. 232 des Tagblattes“ mit einer öffentlichen Erklärung zur Wehr: „Wer mit der Bühne und ihrem Wesen vertraut ist, wird gerecht genug sein, einzuräumen, dass bei einer neu organisierten Gesellschaft nicht jedes Mitglied den Anforderungen des geehrten Publikums genügt. []“
Betty Müller, Mitglied der hiesigen Bühne, reagiert auf ungerechtfertigte Angriffe der „Tagblatt-Kunstrichter“
Gegenwärtiger Stand der hiesigen Theaterkritiker oder: Der Kritiker steht unter Kritik
Drei Novitäten am k.k. Nationaltheater und jede mit entschiedenem Beifall aufgenommen! (Kritik der betreffenden Stücke)
Der Kritiker auf der Gallerie (Theaterbriefe eines Ungenannten, III. Teil)
Das Innsbrucker Theaterpublikum: Kalt, mit einer edlen Gradezza, ablehnend, lässt ein großer Theil die schönsten Leistungen an sich vorübergehen, wahrscheinlich von der Anschauung befangen, es sei nicht bon ton zu zeigen, dass man Gefallen an etwas fände. ...  Einige Theaterbummler wissen gegen Ende einer Vorstellung ihre Ungeduld nicht mehr zu zügeln, aus vordern Reihen dem Ausgang zuzueilen, um sich ja gut im Foyer postieren zu können und Alles, was nach Schluss der Vorstellung das Theater verlässt, Revue passieren zu lassen. Das diese Herren Bummler dadurch ihre volle Rücksichtslosigkeit sowohl gegen die auf der Bühne Beschäftigten, als auch gegen das ganze übrige Publikum, das das Ende der Vorstellung mit Interesse abwartet, zu erkennen geben, liegt vielleicht sogar in ihrer Absicht.
(Theater.) Was wir bereits anfangs prognostizierten, hat sich nun in der That glänzend bewährt. Die volksthümlichen Nachmittags-Vorstellungen haben während ganz kurzer Zeit eine Beliebtheit erlangt, welche dadurch genug charakterisiert scheint, dass ihnen selbst die Eisenbahn keine Konkurrenz mehr zu machen vermag. So spielte am letzten Sonntag die Musik auf dem Schießstandsanger und im Theater ging bei ausverkauftem Hause und glänzedem Beifalle die „Waise aus Lowood“ in Scene
Zu den Theaterverhältnissen in Innsbruck (Einer für viele)
Innsbrucker Stadttheater: Der Besuch der gestrigen Vorstellung ließ wie der fast aller vorhergegangenen so ziemlich alles zu wünschen übrig, Parterre und Logen zeigten eine trostlose Leere, so trostlos, dass die paar Besucher beim Versuche zu applaudieren fast vor dem Schalle ihrer eigenen Handflächen erschraken. Es ist höchste Zeit, dass jene Kreise der Bevölkerung, auf deren lebhafte Theilnahme das Theater rechnen muss, sich ihrer Pflicht erinnert und den Direktor Laska nicht elendiglich verbluten lassen. Von früh bis spät plagt er sich und sein Personal und jeden Abend, Tag für Tag – den Sonntag etwa ausgenommen – zahlt er darauf: 100 K, 150 K und mehr. Und warum? Um seinen ehrlichen Namen zu retten und die Schauspieler nicht brotlos zu machen. Nicht jeder Director würde in seiner misslichen Lage so handeln, das steht fest. Umso mehr verdient Herr Laska die Unterstützung des Publikums.
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