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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Überfuhren

Überfuhren

Von Zirl ist seit einiger Zeit eine Überfuhr über den Inn errichtet, wodurch der Weg nach Kematen, der früher über den sogenannten „reißenden Ranggen“ zu nehmen war, um eine kleine Stunde abgekürzt wird. Beim Adlerwirth in Zirl biegt der Steig dazu ab
Die neue Überfuhr neben dem Schießstande ist seit Freitag schon in Tätigkeit
Dem Vernehmen nach wollte gestern nachmittags der Überführer von Eigenhofen bei Zirl mehrere Leute an das andere Ufer bringen. Das Fahrzeug aber wurde durch die ungeheure Wucht des Hochwassers vom Seile abgerissen und es geschah dabei, dass der Knecht des Überführers und der Kurat von Leutasch in den Wellen zugrunde gingen. Zwei andere Geistliche und einige Bauern, welche ebenfalls auf dem verunglückten Fahrzeug sich befanden, konnte sich mit genauer Noth retten.
Am Freitag vorige Woche wurde auf einer Inninsel bei St. Margarethen eine Leiche aufgefunden. Auf geschehen Anzeig begaben sich die beiden Priester des Ortes dorthin. An dem unversehrten Perlkollare, das sich noch fest um den Hals schloss, konnten sie sogleich erkennen, dass es die Leiche des Priesters Kathrein sei, der vor zwei Monaten auf der Überfuhr nach Inzing im Inn ertrunken ist. Die Leiche war sehr verunstaltet; die Lippen abgerissen, ein Arm beim Handgelenke abgebrochen und hing nur noch durch die Haut mit der Hand zusammen, der ganze Körper durch das Wasser sehr aufgedunsen. Die Leiche trug mit Ausnahme des Rockes noch alle Kleidungsstücke, freilich in sehr beschädigtem Zustand. Die Uhr, welche im Gilet ganz wohlerhalten gefunden wurde, zeigte auf 3/4 9 Uhr, also auf jene Zeit, wo Herr Kathrein im Inn ertrank. Die Leiche wurde in St. Margarethen mit dort wohl nie gesehener Feierlichkeit beerdigt. 14 Priester waren gekommen, um ihrem Mitbruder die letzte Ehre zu erweisen. Herr Dekan von Fügen nahm die Einsegnung vor. Die Kirche war mit Andächtigen gefüllt wie an den höchsten Festtagen, obwohl gerade jetzt die Arbeit auf den Feldern drängt.
Vorgestern Nachmittag ist der bei der Überfuhr in Kranebitten angestellte, 40 Jahre alte Überführer Benedict Hopfgartner aus Mühlbach im Pusterthale im Innsflusse bei der Ausübung seiner Pflicht ertrunken. Das Unglück ereignete sich folgendermaßen: Um circa 1 Uhr nachmittags kam von Völs das Signal, dass Leute von dort nach Kranebitten den Inn übersetzen möchten. Der Besitzer der Überfuhr, Josef Rimml, sagte zum Überführer, er solle nicht fahren. Trotzdem begab sich selbi8ger zum Flusse und löste das Schiff los, um die Leute herüberzubefördern. In der Mitte des Flusses neigte sich das Schiff und eine Welle schlug hinein. Im selben Augenblick stürzte Hopfgartner in das Wasser. Er kämpfte einige Zeit mit den heftig wogenden Wellen, um das Ufer zu erreichen, war ihm aber nicht gelang und verschwand vor den Augen der am Ufer Harrenden in den Fluten. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden; s.a. 23.08.
Die Überfuhr in Kranebitten ist seit dem letzten Unglück eingestellt und wird auch niemals mehr dem Gebrauche übergeben werden. Wie wir hören, trägt man sich mit der Absicht, an Stelle der immer mehr oder weniger gefahrbergenden Überfuhr einen Holzsteg über den Inn zu schlagen, um so den hauptsächlich an Sonntagen lebhaften Verkehr mit dem rechten Ufer, besonders der Bahnstation Völs, aufrecht zu erhalten
Die Innüberfuhr, welche den Verkehr zwischen Völs und Kranebitten vermittelt, war den ganzen Sommer hindurch nicht im Betrieb, erst jetzt im Spätherbst, da die Zeit für weitere Ausflüge vorbei ist, wird dieselbe wieder betrieben. Wie notwendig wäre hier eine Brücke oder wenigstens ein Steg!
Aus Völs wird geschrieben: Bei der Innüberfuhr nach Kranewitten besteht der Übelstand, dass keine Vorrichtung vorhanden ist, um den Fährmann vom rechten Innufer aus herbeizurufen. Dieser Übelstand tritt vor allem am Wochenende auf und es ist in der letzten Zeit öfters vorgekommen, dass Personen, welche von Innsbruck nach Völs kamen, um diese Überfuhr zu benützen, wieder unverrichteter Sache umkehren mussten. In der Nacht vom 21. auf den 22. wurde in Völs auch ein ziemlich heftiger Erdstoß verspürt
Eingesandt: Zwischen Zirl und Telfs befindet sich in Oberpettnau als einzige Verbindung mit der Station Flaurling eine Überfuhr über den Inn nebst einem Häuschen für den Überführer. An der Zille des letzteren ist eine Tafel angebracht mit dem Fahrtarif und der Aufschrift: Fahrgelegenheit vom ersten bis zum letzten Zug“ etc. (Beschwerde)
(Glücklich dem Tod entronnen.) Aus Silz wird uns geschrieben: Am 17. d. Mts. wollten sich der Schlossermeister Johann Dablander und der Schmiedmeister Josef Mitterwaldner aus Silz bei der Stamser Überfuhr bei Hochwasser über den Inn setzen lassen etc.
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