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Innsbrucker Nachrichten

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Die nebenstehenden Texte können Sie im Original und vollständig in den Innsbrucker Nachrichten finden, die auf der Webseite ANNO abzurufen sind. Wie sie den Text am besten finden, habe ich auf meiner Startseite beschrieben.


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Peru (Pozuzo)

Peru (Pozuzo)

Laut einem Schreiben des hochwürdigen Herrn Egg an die Tiroler Schützen-Zeitung sind die Auswanderer am 20. März von Augsburg bis Stuttgart und am 21. bis Mannheim per Eisenbahn gekommen, wo selbe, da das Gepäcke noch nicht angelangt war, bis 23. verweilten. An diesem Tage bestiegen unsere Landsleute das Rhein-Dampfschiff, kamen um 8 Uhr abends in Köln an und fuhren am anderen Tage früh nach Belgien ab. Am 27. März waren alle schon an Bord des Seeschiffs „Norton“ bei Antwerpen, wo der hochwürdige Herr Egg am 28. (März) auf dem Schiffe die Kopulationen der Brautpaare vornahm, denen die Befrachter dieses Schiffes, die Herrn M. und K. Gossi, an Bord ein Hochzeitsmahl zum Besten gaben. Übrigens ist der Kapitän dieses Schiffes nicht Herr Voets, wie solches seinerzeit von Herrn Baron Dr. Schütz bekannt gemacht wurde, sondern - ein anderer, dessen Name Herr Egg zufällig nicht angeben konnte, der aber ein nach allseitiger Versicherung unbedingtes vertrauen genieße und auch verdiene. Die Bedienung des Schiffes besteht aus 28 Matrosen. Mit den Tirolern wandern auch 28 Rheinpreußen nach Peru aus, da aber selbe am 27. März noch nicht in Antwerpen angelangt waren, mussten erstere noch auf diesen neuen Zuwachs an Passagieren warten.
Laut einem eben bei der Redaktion der Schützenzeitung eingetroffenen Schreiben des hochw. Herrn Egg vom 23. Juli d. J. sind die ausgewanderten Tiroler, ohne einen einzigen Kranken an Bord zu haben, am 21. Juli l. J. glücklich im Hafen von Callao (Peru) eingelangt ; s.a. 09.09. „Gestern kam gegen Mittag Baron v. Schütz von Lima her zu uns, durfte aber wegen Quarantän das Schiff nicht betreten und brachte auch gleich einen halben Ochsen mit . Er ward mit Jubel empfangen. Die erste Nachricht war, dass wir in die Pozuzo-Gegend kommen, aber in einer etwas höheren Lage, als früher beabsichtigt wurde, an das Flüsschen Marcan, 18 spanische Leguas (2/3 deutsche Meilen) von Cerro und ebensoweit vom ersten schiffbaren Punkte, damit die derben deutschen Naturen desto sicherer den klimatischen Einflüssen nicht unterliegen. [] Wenigstens 3 Viertheile des ganzen Schiffes nimmt das Zwischendeck ein, das die Auswanderer in der Gesammtzahl von 302 Köpfen besetzt halten. []“
Brief des Hrn. Baron v. Schütz aus Peru; s.a. 11.12. (Extrabeilage über das Schicksal der Auswanderer)
Brief aus Peru
Die Wiener Zeitung berichtet über das Schicksal der Tiroler Auswanderer nach Peru.
Briefe aus Pozuzo
Brief aus Pozuzo (Spitzenmeldung): „Die Ernten der Colonisten sind reichlich ausgefallen. Mais, Reis, Kartoffeln, Bohnen, Tabak haben sie in Fülle, die meisten haben Zuckerrohr, Kaffee und Coca gepflanz, einige besitzen schon 1000 Kaffeebäumchen“.
Ein Privatbrief aus Pozuzo
Wie man vernimmt, werden am Sonntag 350 Tiroler, welche nach Peru auswandern, mit der Eisenbahn von hier abfahren. Mögen sie ein erträglicheres Los haben als ihre Vorgänger; s.a. den Bericht über die Abreise am 6.03. „Die Räume des Bahnhofes füllten die Auswanderer selbst, im Wartesaal dritter Klasse hatten sich die Weiber und Kinder niedergelassen, das Geschrei derselben, die laute Konversation der Weiber machten einen wahrhaft beteubenden Lärm, und überall summte es wie in einem Bienenschwarm. Mannigfaltig waren die Physiognomien die man hier zu sehen bekam, und sehr verschieden der Eindruck, den der Abschied auf selbe machte. Da weinte der eine, dort schrie und spektakelte ein anderer, dort stand in ruhiger Erwartung ein Familienvater bei seinen weinenden Angehörigen.“ []
Über die tirolischen Auswanderer nach Peru
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